Weltbank würdigt türkische Wirtschaft

Der Weltbank zufolge hat die Türkei die Wirtschaftskrise besser überstanden als Europa. Der Direktor für Privatsektor und Entwicklung in der Türkei bei der Weltbank, Carlos Pineura, bewertete in seiner Rede auf dem Internationalen Unternehmungskongress in Izmir den Wachstum der Türkei nach der Krise. Pineura sagte, die Türkei habe ein sehr großes Wachstum verzeichnet und die Weltwirtschaftskrise besser überstanden als Europa, das Wachstum der Türkei könne noch schneller erfolgen, weil eine sehr hohe Beschäftigung gegeben sei. Kleinunternehmen seien hier von großer Bedeutung, doch das Wachstum sei noch zu gering, was mit Innovation und qualifizierter Arbeitskraft beschleunigt werden könne, so Pineura.

 

Türkei um eine Libyen-Lösung bemüht

Während die Bemühungen für eine Lösung in Libyen anhalten, hat die Türkei ihren Diplomatieverkehr intensiviert.

Außenminister Ahmet Davutoglu wird in diesem Rahmen heute mit dem UN-Sonderbeauftragten für Libyen Abdul Ilah al-Khatib zusammenkommen.

Beim Gespräch soll die aktuelle Lage in Libyen bewertet werden. Zudem sollen die Entwicklungen nach der Sitzung der Libyen-Kontaktgruppe in Doha zur Sprache kommen. Die Libyen-Kontaktgruppe trat am Monatsanfang zusammen.

 

Die Türkei und Syrien: Ankaras Sorge um die neue Freundschaft

Ankaras Sorge um die neue Freundschaft

Das türkische Verhältnis zu Syrien hat sich in dem Maß verbessert, in dem sich jenes zu Israel verschlechterte. Darum verurteilte Ministerpräsident Erdogan die Gewalt gegen Demonstranten auffallend zögerlich.

Von Michael Martens, Istanbul

28. April 2011 2011-04-28 12:20:43

Schon lange bevor er Außenminister seines Landes wurde, hatte Ahmet Davutoglu seinen wichtigsten außenpolitischen Grundsatz formuliert: Die Türkei könne nur dann die angestrebte Rolle in der internationalen Politik ausfüllen, wenn sie ihre diplomatischen Ressourcen nicht länger in den vielen Nachbarschaftsstreitigkeiten aufbraucht, die ihre Außenpolitik seit Dekaden begleiten. Das Ziel müsse es daher sein „Null Probleme mit Nachbarn“ zu haben, gab Davutoglu vor. Doch die Wirklichkeit hinkt dem Anspruch oft hinterher. Das spannungsgeladene Verhältnis mit Griechenland bleibt von alten Konflikten gezeichnet, die Annäherung an Armenien versandete im Gestrüpp innenpolitischer Rücksichtnahmen. Prächtig entwickelten sich hingegen die türkisch-syrischen Beziehungen. Mit dem Regime in Damaskus kam man in Ankara bis vor kurzem bestens aus.

Inzwischen hat zwar auch der türkische Ministerpräsident Tayyip Erdogan die Gewalt des syrischen Regimes gegen das Volk verurteilt, doch die klaren Worte kamen auffallend zögerlich und spät. Überraschend war das nicht, denn für Ankara steht viel auf dem Spiel. Sollte das Regime in Damaskus fallen, fiele zumindest kurzfristig auch ein wichtiger politischer Verbündeter Ankaras aus.

Das türkische Verhältnis zu Syrien hat sich in den vergangenen Jahren in dem gleichen Maße verbessert, wie sich die Beziehungen zu Israel verschlechterten. Stand man noch 1998 kurz vor einem Krieg wegen der syrischen Unterstützung für die kurdische Terrororganisation PKK und ihren Führer Öcalan, hält man inzwischen gemeinsame Manöver ab. Erdogan bot dem syrischen Präsidenten Assad, zeitweilig durchaus mit Erfolg, Vermittlungsdienste bei der „Resozialisierung“ Syriens in die Staatengemeinschaft an. Das brachte Erdogan auch innenpolitisch Pluspunkte, denn eine Annäherung an Syrien kommt bei der anatolischen Basis seiner Partei, der AKP, weitaus besser an als das einstige kemalistische Elitenprojekt einer Kooperation mit Israel.

„Freundschaftsdamm“ zwischen Syrien und der Türkei

Auch wirtschaftlich sind sich Syrien und die Türkei sehr nahe gekommen. Der alte, in seiner politischen Sprengkraft kaum zu unterschätzende Streit um Wasserrechte soll durch den gemeinsamen Bau eines „Freundschaftsdamms“ am Asi Nehri (dem Orontes der Antike) entschärft werden. Seit im Jahr 2007 das türkisch-syrische Freihandelsabkommen in Kraft trat, zeichnet sich allerdings eine wachsende wirtschaftliche Abhängigkeit Syriens von der Türkei ab. So importierte Syrien im Jahr 2009 Waren im Wert von mehr als 1,1 Milliarden Dollar aus der Türkei, führte aber nur Erzeugnisse im Wert von gut 210 Millionen Dollar in die Türkei aus. Von einigen syrischen Geschäftsleuten hört man die Klage, die Wirtschaft Syriens sei dem moderneren und wendigeren Unternehmertum der Türken nicht gewachsen und werde überrollt. Die meisten Bürger stört das wenig. Vor allem in Grenzprovinzen wie Antakya und Aleppo blüht der Handel.

via Die Türkei und Syrien: Ankaras Sorge um die neue Freundschaft – Arabische Welt – Politik – FAZ.NET.

Hässliche Regelung

12.04.2011
Hässliche Regelung
Gastkommentar von Sevim Dagdelen erschienen in der Tageszeitung „Neues Deutschland“ am 12.04.2011
Mit dem am 5. April veröffentlichten Beschluss des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) vom 25. März 2011 wurde eine Verfassungsbeschwerde gegen die Regelung der Sprachanforderungen beim Ehegattennachzug zurückgewiesen. Lapidar kommt das BVerfG zu dem Ergebnis, dass »dem im Bundesgebiet lebenden ausländischen Ehepartner grundsätzlich Anstrengungen zumutbar sind, die familiäre Einheit durch Besuche oder … nötigenfalls zur Gänze im Ausland herzustellen«. Es sei ein »angemessener Interessenausgleich« zwischen öffentlichen und privaten Interessen, wenn einem hier fest integrierten Menschen zugemutet wird, seine gesamte soziale und wirtschaftliche Existenz und seinen sicheren Aufenthalt aufzugeben und auszuwandern. Auch dann, wenn sein Ehepartner unverschuldet nicht dazu in der Lage ist, das geforderte Sprachniveau zu erwerben. Das ist weder nachvollziehbar noch gerecht.
Das ist die Logik des damaligen Gesetzgebers CDU/CSU und SPD, die politisch verantwortlich sind für das erwiesenermaßen tagtägliche Leid. Eheleute werden seit August 2007 zwangsweise voneinander getrennt, bis Deutsch-Sprachkenntnisse im Ausland unter oft schwierigen und die Existenz bedrohenden Bedingungen vom nachziehenden Familienmitglied erworben werden, obwohl sie diese in Deutschland unendlich viel leichter und schneller erwerben könnten. Das BVerfG winkte diese Diskriminierung nun mit demselben Verweis durch, den schon die Große Koalition angesichts der Kritik der Opposition machte.
Als Gesetzesbegründung wurde die Bekämpfung der Zwangsheirat angeführt. Bis heute fehlt allerdings jeder Nachweis dafür, dass auch nur eine einzige Zwangsheirat durch die Neuregelung verhindert oder beendet wurde. Darum ging es nicht. Es ging und geht bei der Regelung des Ehegattennachzugs insgesamt um eine soziale Selektion nach Bildungsstand, Herkunft und individueller Sprachfertigkeit. Denn die deutsche Migrationspolitik war und ist geprägt vom Nützlichkeitsrassismus: Nützliche, Reiche und Schöne sind willkommen, der Rest nicht.
Es bleibt zu hoffen, dass sich die Rechte und Interessen von Menschen in einer binationalen Ehe anderweitig durchsetzen. Eine Möglichkeit könnte die Unvereinbarkeit der Neuregelung mit EU-Recht sein. In einem Vorlageverfahren des Bezirksgerichts in Haag vom 31.03.2011 wird der Europäische Gerichtshof die Vereinbarkeit des im Ausland zu absolvierenden niederländischen Integrationstestes mit dem sich aus der Familienzusammenführungsrichtinie ergebenden Recht auf Familiennachzug prüfen. Das zu erwartende Urteil könnte auf die deutsche Regelung übertragbar sein und im besten Falle diese hässliche Regelung helfen aufzuheben.

• http://www.sevimdagdelen.de/de/article/2102.haessliche_regelung.html?print=1

Auswanderung lässt deutsche Bevölkerung schrumpfen

 

Auswanderung lässt deutsche Bevölkerung schrumpfen

2009 sind nach Angaben des Statistischen Bundesamts deutlich mehr Ausländer nach Deutschland eingewandert als im Vorjahr. Dennoch schrumpft die Bevölkerung. Der Grund: Die Anzahl derer, die das Land verlassen haben, ist noch höher.

Wiesbaden – Im vergangenen Jahr sind erneut mehr Menschen aus Deutschland fortgezogen als zugewandert. 734.000 Auswanderern standen 721.000 Zuzügler gegenüber, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Allerdings verringerte sich demnach das Wanderungsdefizit von 13.000 Menschen im Vergleich zu 2008 um rund 43.000. Von 1985 bis 2007 hatten die Statistiker noch jeweils einen „Wanderungsüberschuss“ verzeichnet.

Hauptherkunftsländer der Zuwanderer waren im vergangenen Jahr Polen (123.000), Rumänien (56.000), die USA (30.000), die Türkei (30.000) und Bulgarien (29.000). Die Zugewanderten ließen sich vor allem in Nordrhein-Westfalen (146.000), Baden-Württemberg und Bayern (jeweils 122.000) nieder. Die Hauptzielländer der Auswanderer waren 2009 Polen (123.000), Rumänien (44.000), die Türkei (40.000), die USA (36.000) und die Schweiz (30.000).

Mehr als die Hälfte der zugezogenen Ausländer (58 Prozent) kam aus der EU. Die Zahl der zugezogenen Deutschen stieg um rund 6000 (sechs Prozent) auf 115.000. Darunter sind rund 3000 Spätaussiedler ohne ausländische mitreisende Familienangehörige und weitere Deutsche, die zum Beispiel aus dem Ausland zurückkehrten.

Die Zahl der Auswanderer und Fortgezogenen liegt sowohl 2008 als auch 2009 um etwa 100.000 über dem Niveau der Vorjahre. Dies erklären die Statistiker mit Überprüfungen der Melderegister: Wegen der Einführung der Steuer-Identifikationsnummer für jeden Bürger würden seit 2008 zahlreiche Bewohner von Amts wegen abgemeldet. Innerhalb Deutschlands zogen 2009 aus den neuen Bundesländern 120.000 Menschen in die alten Länder (2008 waren es 137.000), in umgekehrter Richtung waren es 88.000 und damit 2000 mehr als im Jahr 2008. Damit ging die Wanderung von Ost- nach Westdeutschland um 12 Prozent zurück, während die West-Ost-Wanderung nur leicht über dem Niveau des Vorjahrs lag. Berlin bleibt dabei ausgeklammert.

Seit dem Jahr 2005 war die Marke von 700.000 Zuzügen nicht mehr überschritten worden. Anfang des Jahrtausends waren noch jährlich mehr als 800.000 Menschen nach Deutschland eingewandert oder zugezogen.

2009 gab es einen Wanderungsüberschuss bei den Ausländern von rund 27.000 Personen; dieser lag 2008 noch bei 11.000. Bei den deutschen Bürgern gibt es dagegen einen Abwanderungsverlust von 40.000 (2008 waren es 66.000).

Der Grünen-Migrationsexperte Memet Kilic wertete die hohe Zahl der Auswanderer als Beleg, „dass unser Land insbesondere für Migrantinnen und Migranten nicht mehr so attraktiv ist“. Kilic verwies in diesem Zusammenhang in Berlin darauf, dass die Zahl der Auswanderer in die Türkei deutlich höher liege als die Zahl der Zuwanderer aus der Türkei nach Deutschland. „Wir benötigen aber Zuwanderung, nicht zuletzt, um unser Sozialsystem aufrechtzuerhalten.“

Quelle: Spiegel-Online // ffr/AFP/apn

 

Quelle: http://city-job-agentur.de/index.php/alle-bewerbungstipps/82-auswandern-allg/393-statistikauswanderung.html

 

Das neue Handelsgesetz wird im Juli 2012 in Kraft treten

 

Das neue Handelsgesetz wird im Juli 2012 in Kraft treten

Finanzminister Mehmet Simsek hat gesagt, das im kommende Jahr in Kraft tretende Türkische Handelsgesetz werde Unternehmern neue Wege schaffen und die Wettbewerbsfähigkeit der Türkei steigern.

Auf der Veranstaltung “Bab-i-Ali” in Istanbul erklärte Simsek die Bedeutung des Gesetzes, das im Juli 2012 in Kraft treten wird. Die neue Regelung sei vor allem aus Sicht der Türkei zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit sehr wichtig. Außerdem ebne es Unternehmern den Weg und sei ein wichtiger Schritt zur Erschließung für eine digitale Türkei. Simsek betonte allein in der Informatikbranche und auf dem Patentmarkt werde ein immenses neues Arbeitsvolumen erwartet.

Mehmet Simsek sagte, die Türkei habe die globale Krise mit eigenen Mitteln überwunden.

 

Quelle: http://go2tr.de/kategori/wirtschaft/

Mercedes-Benz verkauft mehr Zugmaschinen in der Türkei

Mercedes-Benz verkauft mehr Zugmaschinen in der Türkei als in Spanien, Frankreich und Italien zusammen.
Zaman – Mercedes-Benz Türkei legt im 1. Quartal 2011, im Vergleich zum gleichen Zeitraum in 2010, beim Absatz von Zugmaschinen um 181% zu.
Die Türkei liegt bei Mercedes-Benz, nach Deutschland-Absatz, an zweiter Stelle. Im 1. Quartal wurden 3.551 Zugmaschinen verkauft. Diese Zahl ist mehr als die Summe der verkaufen Mercedes-Benz Zugmaschinen in Frankreich, Spanien und Italien zusammen. Das neue, in Aksaray produzierte Modell Actros, stiess bei den türkischen Fuhrunternehmen auf besonders grosses Interesse.

http://go2tr.de/kategori/wirtschaft/

Informationsmanagement der Zukunft

Informationsmanagement der Zukunft

Veröffentlicht in Sicherheitspolitik, Afghanistan, Informationsmanagement, Innere Sicherheit, Strategie, Äußere Sicherheit von analyticsdotcom am 20/04/2011

Nicht nur für Militärs geeignet

„Ich kann also sagen: Kenne deinen Feind und dich selber, dann wirst du in hundert Schlachten nicht einmal besiegt werden. Kennst du den Feind nicht, wohl aber dich selbst, dann steht es auf der Kippe. Weißt du nichts über deinen Feind und nichts über dich selbst, dann sei sicher, dass du jede Schlacht verlierst.“ So der chinesische General und Militärstratege Sun Tzu (500 v. Chr.) in seinem Werk „Die Kunst des Krieges“. Heute ist das Werk aktueller denn je, denn Sun Tzu beschreibt hier mit einfachen Worten das Thema „Informationsüberlegenheit“.

Informationsüberflutung und interessanterweise auch Informationsmangel an Stelle von intelligentem Informationsmanagement beherrschen heutzutage oftmals kurz-, mittel-, und langfristige Entscheidungen. Man glaubt, vermutet und schätzt und fällt auf dieser Basis Entscheidungen. Oder auch nicht, weil man sich vielleicht eine Blamage ersparen möchte auf Grund mangelnder Informationen. Oder Fakten werden geleugnet bzw. ignoriert. Anstatt Wissen herrscht eher Unwissen und Unsicherheit vor – nicht immer, aber sehr oft. Zukünftig werden nicht unbedingt große oder staatliche Organisationen die „Informationsüberlegenheit“ haben, sondern schnelle, schlanke, selbst-lernende und unbürokratische Organisationen, die sich diszipliniert intern einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess verbunden fühlen – einer Art „interner Corporate Identity“. Eine Organisation, die dazu nicht die Befähigung hat oder zukünftig entwickelt, wird nicht überleben.

Vernetzte Operationsführung ist intelligentes Informationsmanagement

Jeder der schon einmal die Gelegenheit hatte eine bunt bebilderte Darstellung von zukünftiger „Vernetzter Operationsführung“ (NetOpFü), im englischen Sprachraum mit „Network Centric Warefare“ (NCW) bezeichnet, in Ruhe zu betrachten und sich die beabsichtigten oder zukünftigen Informationsbeziehungen zwischen ganz unterschiedlichen Sensoren und Effektoren – vom Satelliten, bis zur Fregatte, vom Handheld Device des Spähtrupps bis zu einer Feuerleitzentrale oder zu einem Kampfhubschrauber zu betrachten, weiß um die technische Komplexität des Daten- und Informationsaustausches.

Wenn man solche technischen Darstellungen, die nicht selten eher zur Verwirrung als zur Klärung beitragen, jedoch von einer nächst höheren Abstrahierungsebene betrachtet, wird deutlich, dass eine rein militärische Betrachtung von Informationen, Informationsflüssen bzw. einer Operationsführung zum Scheitern verurteilt ist, wenn nicht auch andere Dinge und Informationen berücksichtigt werden, die in ein Gesamtbild einfließen müssen, um die richtigen Entscheidungen zu treffen. Dies gilt nicht nur für militärische Operationen, sondern grundsätzlich für alle Entscheidungen, deren Auswirkung einen etwas größeren Bedeutungskreis umfasst, sei es national oder international.

Dabei ist nicht nur die intelligente Informationssammlung von Bedeutung, sondern nicht minder die intelligente Informationsaufbereitung in der Form, dass auf der jeweiligen Entscheiderebene bzw. Bedarfsträgerebene möglichst nur die Information sichtbar ist, die tatsächlich auch benötigt wird. Alles andere würde entweder zu einer Informationsüberflutung oder zu einer Minderinformation führen, die für den jeweiligen, ebenengerechten Bedarfsträger nur einen eingeschränkten oder sogar keinen Nutzen bringen würde.

Abschreckendes Informationsmanagement: Afghanistan

Der aktuelle Krieg in Afghanistan dauert mittlerweile 10 Jahre. Afghanistan hat seit ungefähr 1978 – also seit über dreißig Jahren – ganz unterschiedliche bewaffnete Konflikte erlebt. Analysen über ein ganzheitliches Informationsmanagement der Koalitionskräfte in dem aktuellen Konflikt haben gravierende Defizite offen gelegt. Dazu gehören beispielsweise:

  • mangelhafte Informationsflüsse sowohl innerhalb der Koalitionskräfte und Sicherheitsorgane sowie zwischen den über 40 Koalitionskräften
  • mangelhafte Informationsflüsse von ziviler Seite, wie beispielsweise NGOs, Entwicklungshilfeorganisationen, UN-Mitarbeitern und anderen zivilen Akteuren
  • Unkenntnis über die wirtschaftliche Lage in den diversen Regionen
  • Unkenntnis über soziale Strukturen, religiöse Führer vor Ort, Clan-Strukturen und  sonstige Machtverhältnisse
  • Unkenntnis über lokale Ökonomie und Landbesitzer
  • Unkenntnis über Drogenhandel
  • Unkentnis über Finanzflüsse, regional als auch weltweit
  • Unkenntnis über Entwicklungsprojekte in der Vergangenheit oder über geplante  Entwicklungsprojekte

Es war nicht immer so, dass diese Informationen überhaupt nicht vorhanden waren. In vielen Fällen waren die Informationen schon „irgendwo“ vorhanden, jedoch nicht sinnvoll zusammengefügt zu einem gemeinsamen Lagebild. Die militärische Seite interessierte sich zunächst nicht für „zivile“ Informationen und die zivile Seite wie NGOs erhielt – in den Natur der Sache liegend – kaum oder keine Hinweise von militärischer Seite, wobei der letztgenannte Punkt noch mit Verständnis verbunden ist, was gebotene Vertraulichkeit bzw. Geheimhaltung anbelangt.

Ob das Verknüpfen und Verbinden diverser Informationsquellen und Informationsnetze der beteiligten Player in Afghanistan in dem teilweise schon aktiven AFGHAN MISSION NETWORK (AMN) die Erwartungshaltung sowohl der militärischen Seite als auch der politischen (zivilen) Seite für ein weitgehend durchgängiges und umfassendes Lagebild erfüllen wird bleibt abzuwarten. Nur Eines ist bereits heute sicher: Das AMN wurde nicht ins Leben gerufen, um zivile Organisationen beim Informationsmanagement unterstützen, sondern um für die beteiligten Streitkräfte und Sicherheitsorgane ein Informationsnetzwerk aufzubauen – mit all den Problemen unterschiedlicher Vertraulichkeitseinstufungen.

Mit dieser Feststellung ist ein Lagebild über ein Land oder über eine Region nur eingeschränkt nutzbar, was ja durchaus verständlich sein kann, was bestimmte Vertraulichkeiten anbelangt, hilft aber nicht wirklich weiter, was beispielsweise entwicklungspolitische Entscheidungen oder sonstige Informationsbedürfnisse Dritter anbelangt. Als Grundlage für eine vernetzte Operationsführung bzw. für das Informationsmanagement im militärischen Sinne mag es hilfreich und unterstützend sein. Für einen allumfassenden Ansatz, für einen sogenannten „comprehensive approach“ ist dies jedoch viel zu kurz gedacht.

Nachfolgend sollen einige zukünftige Entwicklungen modernen Informationsmanagements skizziert werden. Informationsmanagement wird sich zukünftig weder regional beschränken, noch sich auf bestimmte Arten von Informationen reduzieren. Es ist auch nicht erforderlich die Informationen und deren Verwendung in eine Art schwarz-weiß-Raster zwangsläufig zivilen oder militärischen Bedürfnissen zuzuordnen. Zukünftiges vernetztes militärisches Informationsmanagement, innen- und außenpolitische Entscheidungen bis hinein in die Regionalpolitik, nationale oder internationale, wirtschaftliche Bedarfsträger werden sich mit diesen zukünftigen Entwicklungen des Informationsmanagements auseinandersetzen müssen.

Informationsmanagement 2020

Angesicht des weltweit immer mehr ansteigenden Bedarfes qualifizierter und verifizierter Informationen und Daten sind folgende 10 Trends im Informationsmanagement erkennbar:

(1) Immer mehr Daten und Informationen werden geo-codiert und zeit-codiert, um diese dann möglichst präzise Lokationen sowie zeitlichen Abläufen weltweit zuordnen zu können.

(2) Daten und Informationen werden zukünftig immer stärker nach gewissen, internationalen Normen strukturiert gespeichert werden.

(3) Die Kopplung der Informationen an geografische Informationssysteme wird immer stärker erfolgen.

(4) Deutlich über 90% aller Daten und Informationen werden sogenannte „offene Informationen“ sein, die originär an anderer Stelle bereits vorhanden sind, und nicht selten in sogenannter „nicht-strukturierter Form“ vorliegen.

(5) Große Datamining-Server werden diese Daten und Informationen hosten. Dies kann aus Sicherheitsgründen und Gründen der Verfügbarkeit auch in sogenannten „Clouds“, also auf geographisch nahezu beliebig verteilten Servern erfolgen.

(6) Mathematische Analyseverfahren in Kopplung mit geografischen Informationssystemen werden immer stärker eingesetzt werden, um regionale, überregionale oder globale Entwicklungen vorauszusagen (Trendvorhersage). Diese kann beliebige soziale oder ökonomische Entwicklungen umfassen, wie auch die Entwicklung, wie z.B. von Kriminalität von einer internationalen Länderebene bis hinunter auf einzelne Stadtteile oder Straßenzüge, ganz nach Anforderung des Bedarfsträgers. Die Entwicklung von möglichen internationalen Länderrisiken (Kriege, Bürgerkriege, Unruhen etc.) und das damit verbundene kontinuierliche Monitoring und sich entwickelnder „Hot Spots“ wird weiterhin an Bedeutung gewinnen für Wirtschaft und Politik.

(7) Nahezu beliebige Abfrage- und Korrelationsmöglichkeiten von strukturierten Daten werden frühzeitig wirtschaftliche und politische Entwicklungen geografisch sichtbar machen, die bisher nur Wenigen zur Kenntnis gelangten.

(8) Über Standard Webbrowser werden ein Teil dieser strukturierten Informationen der Öffentlichkeit unentgeltlich über das Internet verfügbar sein. Ein wesentlicher Teil wird als Bezahlsystem in unterschiedlichen Modulen zivilen und militärischen Bedarfsträgern zur Verfügung gestellt werden. Ein neuer Milliarden-Markt des weltweiten Informationsmanagements entsteht, deren Erschließung für einzelne Bedarfsträger aus Ressourcen- und Datenpflegegründen kaum zu leisten ist.

(9) Viele Daten und Informationen werden zukünftig über mobile Systeme, wie z.B. Smartphones, iPod, Mobiltelefone, Netbooks oder Tablets in Near-Realtime in die Informationsmanagementsysteme mit GPS-Daten geocodiert eingespielt werden. Nur Sekunden später sind die Informationen für den oder die Bedarfsträger sichtbar – weltweit.

(10) Es wird zünftig Tausende von angestellten oder auch selbständigen „Location Finder“ oder „Information Finder“ weltweit geben, die über geeignete „trusted procedures“ Daten und Informationen in die Informationsmanagementsysteme einspielen, Texte, Bilder und sonstige Informationen, 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, 365 Tage pro Jahr.

Informationsmanagement wird sich zukünftig zu einer ganz anderen Qualität entwickeln, sowohl für wirtschaftlich-unternehmerische, politische und militärische Belange. Wer intelligentes Informationsmanagement zu nutzen weiß, wird überlegen sein. Wer es nicht zu nutzen weiß, wird auf der Verliererseite stehen. Die einleitenden Worte Sun Tzu’s haben eine Bedeutung erlangt, die er als Militärstratege vor über 2500 Jahren kaum hätte abschätzen können.

© Ralf R. Zielonka
Bonn, 20. April 2011

 

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Vorträge mit Islambezug an der Universität Bamberg

Vorträge mit Islambezug an der Universität Bamberg

Liste von Vorträgen mit Islambezug, die in diesem Semester innerhalb des Bayerischen Orient-Kolloquiums an der Universität Bamberg stattfinden:
05.05.2011 Prof. Dr. Heidrun Eichner (Tübingen): Philosophie und Theologie nach Avicenna

26.05.2011 Prof. em. Dr. Stefan Wild (Bonn): Der Koran und seine Übersetzung

09.06.2011 Prof. Dr. Jaakko Hämeen-Anttila (Helsinki): Sa?id al-Andalusi: The History of Science through the eyes of a Medieval Muslim

30.06.2011 Dr. Bèatrice Hendrich (Gießen): Die alevitische Frau ? das Konstrukt einer idealen Frau durch die herrschende(n) Mehrheitsgesellschaft(en)?

Die Vorträge finden jeweils um 18.00 Uhr c.t. im Gebäude An der Universität 2, Raum 025 statt. Das 1985 ins Leben gerufene Bayerische Orient-Kolloquium ist eine Vorlesungsreihe, die gemeinsam von den Universitäten Erlangen-Nürnberg und Bamberg durchgeführt wird. Das vollständige Programm des Bayerischen Orient-Kolloquiums für dieses Sommersemester finden Sie hier: http://www.uni-bamberg.de/fileadmin/uni/fakultaeten/split_professuren/islamkunde/dateien/BOK_SS_2011.pdf

Serien-Star Wilma Elles: Deutsche macht Türken verrückt

Von Dora Varro

Diese Frau ist ein Superstar. Besser gesagt: ein SÜPERSTAR!

Wilma Elles (24) ist nach Kanzlerin Angela Merkel die wohl bekannteste Deutsche in der Türkei. Sie wird geliebt, für ihre TV-Rolle manchmal gehasst und Fotos von ihr sind jetzt sogar in der türkischen „Vogue“.

Serien-Star am Bosporus: Wilma aus Köln macht Millionen Türken verrückt

Wilma, WER?

Die Kölnerin kennt bei uns kaum einer. Aber in der Türkei sehen sie bis zu 25 Millionen Menschen gleichzeitig. Wilma spielt eine Hauptrolle in der erfolgreichsten türkischen TV-Serie „Öyle Bir Gecer Zaman Ki“ („So wie die Zeit vergeht“). Marktanteil: teils über 60 Prozent.

Dabei hat Wilma keinen türkischen Vater, keine türkische Mutter. Und Türkisch konnte sie auch nicht.

WIE WURDE DIESES MÄRCHEN WAHR?

Vor knapp zwei Jahren hörte Wilma, die im deutschen TV-Drama „Die Gustloff“ mal eine Nebenrolle spielen durfte, von einem TV-Projekt in Istanbul.

Gesucht: wunderschöne Blondine für die Rolle einer Holländerin namens „Caroline“. Aussprachefehler erwünscht.

Wilma Elles bewarb sich von Köln aus über Skype und hatte den Job. „Anfangs habe ich ganz stupide meinen türkischen Text auswendig gelernt, ohne ihn zu verstehen“, sagt sie zu BILD.

Die Story, die in den 60er-Jahren spielt: Wilma alias Caroline angelt sich den wesentlich älteren Kapitän Ali (Erkan Petekkaya), einen verheirateten Familienvater. Ein kleiner Skandal, der zwar für Traumquoten sorgt, aber Wilma schon jede Menge Ärger eingebrachte.

So forderte eine Gruppe türkischer Frauen ernsthaft ihre Ausweisung aus der Türkei. Sogar der ECHTE türkische Arbeitsminister Ömer Dinçer wurde eingeschaltet.

Dinçer sagte einer türkischen Zeitung: „Ich habe Anrufe und Briefe erhalten, die behaupten, dass Caroline (Wilma Elles) ohne Arbeitserlaubnis in der Türkei arbeiten soll. Aber das ist nicht wahr. Manche Menschen verwechseln das wahre Leben mit TV-Serien.“

Wilma sieht die Sache locker. „Ich wurde noch nie angepöbelt. Die Leute merken ganz schnell, dass ich anders bin als meine Rolle.“

Sie spricht mittlerweile fließend Türkisch, wohnt zentral in Istanbul. „Eine inspirierende Stadt.“

Integration mal umgekehrt.

Wilma: „Auch mein Freundeskreis ist vorwiegend türkisch. Ich bin sehr glücklich hier.“ Im realen Leben wie auch im TV: In der letzten Folge hat Caroline endlich ihren Kapitän Ali geheiratet.

Und Millionen Türken weinten vor Glück …

via Serien-Star Wilma Elles: Deutsche macht Türken verrückt – TV – Bild.de.

SPD verschenkt die Sarrazin Chance!

Die Sozialdemokraten haben ihre allerletzte Chance, ihre Aufrichtigkeit gegenüber der türkischen Gemeinde zu beweisen, mit der Entscheidung über Sarrazin vertan.

Durch die politische Verdrossenheit der SPD, wird sie nicht nur die Stimmen der türkischstämmigen Wähler verlieren, sondern ebenfalls ihren Ruf als etablierte Volkspartei aufs Spiel setzen. Die Partei zeigt sich so von einer populistischen Seite, die von Boulevardblättern und konservativen Wahlkreisen angeführt wird. Darunter leidet der Ruf der SPD als Volkspartei entsprechend schwer. Die Partei die bereits unter einem anhaltenden Wählerschwund leidet hat sich nach der Entscheidung, an einer Figur festzuhalten, dessen Haltung gegenüber Zuwanderern allgemein bekannt ist, selbst gegen Migranten positioniert. Eine weitere Debatte scheint hierbei hinfällig, nachdem die erste sich bereits zerstörerisch wie ein Tsunami auf das Zusammenleben ausgewirkt hat.

via SPD verschenkt die Sarrazin Chance! | SABAH AVRUPA – Die Türkische Tageszeitung..

Ankara alarmiert über Lage in Syrien

von Markus Bernath aus Istanbul | 26. April 2011, 18:20

* Artikelbild: Offensichtlich ignoriert: Assad nahm Aufforderungen des türkischen Premiers Erdogan zu Reformen im vergangenen Februar nicht ernst. – Foto: REUTERS/Osman Orsal

Offensichtlich ignoriert: Assad nahm Aufforderungen des türkischen Premiers Erdogan zu Reformen im vergangenen Februar nicht ernst.

*

Assad enttäuscht die türkische Führung: „Er hat nicht auf uns gehört“

Angesichts der wachsenden Unruhen im Land ist Syrien nun zur Top-Priorität der türkischen Außenpolitik geworden. Ankara rief zu Wochenbeginn seinen Botschafter in Damaskus zu Konsultationen zurück. Ömür Önhon war zuvor vom syrischen Premier Adel Safar empfangen worden. Die Türkei, die eine knapp 900 Kilometer lange Grenze zu Syrien hat, richtet sich auf einen denkbaren Ansturm von Flüchtlingen ein und versucht zugleich die Folgen einer länger anhaltenden Regimekrise abzuschätzen.

Vertreter des Außenministeriums in Ankara kritisieren hinter vorgehaltener Hand Syriens Staatschef Bashar al-Assad für dessen halbherzige Reformschritte und die gewaltsame Niederschlagung von Demonstrationen. Bereits im vergangenen Februar hatte der türkische Premier Tayyip Erdogan bei einem Besuch in Damaskus Assad zu mehr Beweglichkeit aufgerufen. „Er hat damals nicht auf uns gehört. Er verzögerte viele Reformen, was zur heutigen Situation führte“, zitierte die englische Ausgabe von Hürriyet am Dienstag einen ungenannten Außenamtsvertreter. Vor Journalisten in Istanbul hatte ein hochrangiger türkischer Diplomat vor einigen Wochen die besondere Vorsicht Ankaras angesichts der Krise im Nachbarland erklärt: „Wir würden unsere Beziehungen zu Syrien gern behalten, zumal wir lange Zeit keine hatten.“

Syrien war während des Kalten Kriegs im Lager der Sowjetunion und gewährte der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) in den 1980er- und 1990er-Jahren Unterschlupf. 1998 wäre es deswegen fast zu einem Krieg zwischen der Türkei und Syrien gekommen.

Damaskus warf die PKK dann aus dem Land, was den Weg für eine Öffnung zur Türkei freimachte. Ankara hatte damals beträchtlichen Einfluss auf Assad und trat – mit unterschiedlichem Erfolg – als Vermittler zwischen Syrien und den Nachbarn Israel oder Irak auf, meint der Politologe und Nahostexperte Recep Boztemur von der Middle East Technical University in Ankara. Die jetzige Regimekrise mache es jedoch schwierig für die Türkei, Assad zu unterstützen oder beeinflussen zu wollen. Ankaras Politik der „null Probleme mit den Nachbarn“ und der Versuch einer Vorreiterrolle in der islamischen Welt würden scheitern, breche erst einmal Chaos in Syrien aus, sagt er voraus. (Markus Bernath aus Istanbul, STANDARD-Printausgabe, 27.04.2011)

via Ankara alarmiert über Lage in Syrien – Syrien – derStandard.at › International.

Sarrazin und die SPD: Eine Frage der Integration

Das Medieninteresse ist groß, als Thilo Sarrazin am 21. April zur ersten mündlichen Verhandlung des Parteiausschlussverfahrens erscheint. - Foto: dapd
Das Medieninteresse ist groß, als Thilo Sarrazin am 21. April zur ersten mündlichen Verhandlung des Parteiausschlussverfahrens erscheint. - Foto: dapd

Sarrazin bedauert – aber was? Es lag ihm fern, Migranten zu diskriminieren. Abgesehen von nutzlosen Obsthändlern, die Kopftuchmädchen produzieren? Nur wer sein Buch tatsächlich nicht kennt, kann damit zufrieden sein, wie der Streit mit der SPD beigelegt wurde.

Thilo Sarrazins liebstes Argument in jeder Zitateschlacht war stets: „Sie haben mein Buch nicht gelesen!“ Die Erklärung, mit der er jetzt seinen Ausschluss aus der SPD abwenden konnte, setzt voraus, dass er recht damit hat. Denn nur, wer sein Buch tatsächlich nicht kennt, kann sich zufriedengeben damit, wie der Streit zwischen dem Autor und seiner Partei jetzt beigelegt wurde.

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hatte Sarrazins Buch gelesen – und er kam zu dem Schluss: „Wer uns empfiehlt, diese Botschaft in unseren Reihen zu dulden, der fordert uns zur Aufgabe all dessen auf, was Sozialdemokratie ausmacht: unser Bild vom freien und zur Emanzipation fähigen Menschen.

via Sarrazin und die SPD: Eine Frage der Integration – Meinung – Tagesspiegel.

Auslosung für Kandidatenliste

Der Wahlkalender läuft. Heute soll für die Bestimmung der Platzierungen der unabhängigen Kandidaten landesweit eine Auslosung abgehalten werden.

Das Auslosungsergebnis wird dem Hohen Wahlrat mitgeteilt. Am 29. April wird der Rat die endgültige Kandidatenliste bekanntgeben.

Zudem soll der Vorsitzende des Hohen Wahlrats Ali Em morgen um 16.00 Uhr (türkischer Ortszeit) eine Pressekonferenz über den Wahlprozess und über die jüngsten Entwicklungen halten.

via TRT-Deutsch Auslosung für Kandidatenliste.

OECD-Bericht zur türkischen Landwirtschaft

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat ein Bericht über die türkische Landwirtschaft unter dem Thema ‚Bewertung der Landwirtschaftlichen Politikreform’ herausgegeben. Im Bericht wird die Landwirtschaft der Türkei der vergangenen zehn Jahre untersucht. Die aus sechs Kapiteln bestehende Untersuchung gibt allgemeine Auskunft über die makroökonomischen Entwicklungen und dem Sektor. Ferner wird im Bericht die Agrarpolitik seit Mitte der 80 er Jahre, Entwicklungsprogramme für die ländlichen Regionen, die Nutzung der landwirtschaftlichen Quellen und der Naturschätze, Subvention der Landwirtschaft, sowie Fortschritte in der Landwirtschaftsreform und Vorschläge erörtert. Der OECD-Bericht wird unter der Teilnahme des Ministers für Landwirtschaft und Dorfwesen Mehdi Eker und den Abteilungsvorsitzenden für OECD-Politiken und Umwelt Wilfrid Legg am Freitag dem 29. April in Ankara vorgestellt.

via TRT-Deutsch OECD-Bericht zur türkischen Landwirtschaft.

Integrationsbarometer 2011: „Migrationsland 2011“

Integrationsbarometer 2011: „Migrationsland 2011“

Der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration hat das Integrationsbarometer 2011 unter dem Titel „Migrationsland 2011“ herausgegeben. Die Kernaussagen finden Sie auf den Seiten 19 – 25.

Datei erhältlich unter:

http://www.svr-migration.de/wp-content/uploads/2011/04/jg_2011.pdf

 

 

Neuer Film über Dersim und Links von Hasan Dewran

Neuer Film über Dersim und Links von Hasan Dewran

Es gibt einen neuen Film über Dersim von Christian Zimmermann (2.
Vorsitzender des „Förderverein Dersim e.V.“), dessen Kurzfassung unter dem
Link http://dersim.square7.ch/ im Internet zu sehen ist (Spiritus rector:
Yasar Kaya, Vorsitzender der „Föderation der Dersim Gemeinden in Europa e.V.
“, der FDG).


Links von Hasan Dewran:

www.youtube.com/watch?v=iO62fWefcIA

www.youtube.com/watch?v=xgINTvY5q2A


Baha Güngör: „Ayatollah“ Baha bestach für’n Parkplatz

„Ayatollah“ Baha bestach für’n Parkplatz

Im September 1984 wagte ich den Schritt in berufliche Selbständigkeit und zog nach Istanbul um. Die Stadt, in der ich 1950 geboren und die ich 1961 verlassen hatte, wurde zu meinem neuen „Arbeitsplatz“ im Dienst der WAZ und mehrerer Zeitungen in Deutschland, Österreich und in der Schweiz. Doch ich kam als „Fremder“ zurück und hatte noch viel zu lernen in der Bosporus-Metropole, die damals noch unter Kriegsrecht stand.


Als einen der ersten führenden Journalisten steuerte ich Nezih Demirkent an. Der vor zehn Jahren verstorbene Herausgeber der Wirtschaftszeitung „Dünya“ nahm sich meiner an und schickte mich als Übergangslösung bis zum Aufbau eines eigenen Korrespondentenbüros zur Nachrichtenagentur Türk Haberler Ajansi. Dort sollte ich als „Gastjournalist“ aus Almanya den Quellen nahe sein. Die Redaktionsleitung setzte mich an einen alten Schreibtisch in der Telefonzentrale. Es war noch eine Telefonzentrale, wie wir sie aus den Schwarz-Weiß-Filmen kennen. „Das Fräulein vom Amt“ hatte sechs Leitungen zu beherrschen – und vor allem die Stöpsel in die richtigen Löcher stecken, damit die Anrufer auch mit den richtigen Gesprächspartnern sprechen konnten.

Angst vor dem „Kuckuck“


Vereinbart wurde, dass ich die Telefon- und Telexleitungen der Agentur benutzen durfte. Die Kosten für Telex und Telefon nach Essen zur WAZ-Zentrale erstatte ich zum Monatsende in bar. Doch es ging der Agentur finanziell sehr schlecht. Aus Angst davor, dass der „Kuckuck“ zuschlägt, nahm ich vor Reisen oder an Wochenenden meine Schreibmaschine sowie meine wichtigsten Bücher in einem Koffer mit nach Hause und brachte sie montags wieder mit.

Kollegen wurden zu Serienkillern von Mäusen

Ich fütterte hin und wieder die Tauben mit Sesamkringeln, wenn ich warten musste, bis eine Telefonleitung zur Verfügung stand oder die Telexleitung frei war. Die Krümel diesseits des Fensters zum Innenhof fielen auf den Boden oder ich vergaß auch schon mal die Sesamkringel auf dem Tisch. So durfte ich mich auch nicht wundern, wenn mitunter morgens erst einmal die Mäuse vor allem die jungen Kolleginnen kreischend aus meiner Nähe wegliefen und die jungen Kollegen zu Serienkillern Istanbuler Mäuse wurden.

Gespräche beim Barbier waren
stets gut für neue Ideen


Arbeiten unter Militärzensur

Auch Istanbul war damals für mich ein „Niemandsland“. Es herrschte noch Kriegsrecht, obwohl seit den ersten Parlamentswahlen im Anschluss an die dreijährige Militärherrschaft bereits zehn Monate vergangen waren. Immer wieder kamen die jungen Kolleginnen und Kollegen mit Informationen zu mir, die sie wegen der Militärzensur nicht verwerten durften. Ich aber durfte das und war als „deutscher Journalist“ im Vorteil.

Journalistische Inspiration beim Barbier

In den ersten Wochen lernte ich, wo der nächste Barbier war, bei dem ich mich gerne rasieren ließ. Es waren herrliche Gespräche – vor allem über Fußball, Politik und Menschen, die den Übergang von einem geschlossenen Wirtschaftssystem in ein offenes verkraften mussten. Alles, was verboten war, der Besitz von Devisen oder ausländischen Zigaretten zum Beispiel, war erlaubt. Der türkische Tee schmeckte gut und die sich zu den Gesprächen gesellenden Kunden aus der Umgebung waren interessante Informationsquellen und inspirierten zu guten Reportagen und Berichten.



Beim „Tavla“lernte ich „türkische Verhaltensweisen“

Keine Chance als „Deutscher“

Auch beim Backgammonspiel lernte ich im historischen Presseviertel Cagaloglu viel dazu. Was sagt man wann? Wie ärgert und verunsichert man seinen Gegenspieler? Welche Kraftausdrücke sind erlaubt und welche nicht? Beim Essen mit Kollegen und Kolleginnen mittags in einfachen Restaurants lernte ich so langsam, mich wieder wie ein Türke zu verhalten. Denn mit deutschen Herangehensweisen hatte ich keine Chance.

„Ayatollah“ wegen Alkoholverzicht

Unter dem Dach des Gebäudes des Istanbuler Journalistenverbandes befand sich ein einfaches Restaurant. Fast jeden Abend habe ich dort gewartet, bis die Stoßzeit vorbei und die Straßen zu meiner Wohnung in Yesilyurt etwa 20 Kilometer vom Zentrum entfernt erträglich frei geworden waren. Doch den Raki habe ich immer wieder abgelehnt, um nicht alkoholisiert nach Hause fahren zu müssen. Ich trank Ayran und aß dazu geröstete Kichererbsen (Leblebi). Mit der Zeit wurde ich von der Kollegengemeinde immer öfter als „Ayatollah“ begrüßt, wenn ich das Restaurant betrat, weil ich nichts trank.


Plaudern mit Kollegen vor Heimfahrt ohne Alkohol



Ärger mit Verkehrshütchen
Doch hatte ich ein ganz großes Problem mit meinem Auto. Immer wenn ich in das belebte Gebiet kam, war die Parkplatznot enorm. Sehr oft musste ich etwa einen Kilometer weiter an der Hagia Sophia parken, was vor allem bei schlechtem Wetter oder Zeitknappheit ärgerlich war. Vor den Gebäuden waren an den Bürgersteigen unzählige Verkehrshütchen, die von den Polizisten bei bestimmten Leuten mitgenommen wurden, damit diese parken konnten.
Zeitungstrick verhalf zum Parkplatz
Eines morgens war mir das zu dumm geworden, dass bei mir der Polizist nie ein Hütchen zur Seite nahm. Ständig sagte er mir, dass in der Straße das Parken verboten sei. Ich kam in mein Büro und fragte in die Runde, warum das so sei.
„Hast du dem Polizisten etwas Geld gegeben oder angeboten?“ fragte ein Kollege.
„Nein, so etwas mache ich nicht. Ich will keine Polizisten bestechen!“ sagte ich beharrlich.
„Du bist einfach zu deutsch, hier bist du in Istanbul. Ohne eine Zuwendung wirst du nie wie wir parken können.“
„Wie macht man das denn?“
„Nun, du fragst ihn einfach, was er so haben will. Einmal im Monat steckst du das Geld in einen Umschlag und diesen versteckst du in einer Zeitung. Wenn du ihm dann sagst, du hättest eine neue Zeitung für ihn, wird er die Zeitung nehmen und dann hast du auch kein Parkplatzproblem mehr.“
Jeder Polizist ist anders
Da hatte ich wieder etwas dazu gelernt. Als ich ein paar Monate später in mein eigenes Büro etwa 300 Meter bergab gegenüber dem Sitz des Provinzgouverneurs zog, wusste ich schon, wie ich mit dem dort zuständigen Polizisten umgehen musste, um stets einen Parkplatz zu ergattern. Nur wechselten die Polizisten immer wieder in unregelmäßigen Abständen. Einer wollte die „Zeitung“, andere wiederum Zigaretten, Whisky oder Schuhe.
Nur einer, den ich nie vergessen werde, war ganz ehrlich: „Ich will von dir kein Geld.“
„Wie aber kann ich mich dankbar zeigen?“
„Ganz einfach. Wenn es regnet oder wenn es kalt ist, komme ich einfach in dein Büro, lehne meinen Rücken an deine Heizung und du bestellst mir ein paar Gläser Tee.“

Ich musste meine Geburtsstadt
neu entdecken und sie studieren



Europäisierung verringerte Bestechlichkeit
In den 90er Jahren hat sich viel verändert in der Türkei. Die Bestechlichkeit von einfachen Verkehrspolizisten wurde gezielt bekämpft. Inzwischen hatten sie auch neue Uniformen und verhielten sich immer europäischer. Einmal wurde ich auf einer Landstraße nahe Denizli wegen Geschwindigkeitsüberschreitung angehalten. Unter einem Baum, dessen Schatten die Hitze etwas erträglicher machte, wollte ich den beiden Polizisten Geld geben, damit sie mich schnell weiterfahren lassen und auf ein teureres Verwarnungsgeld verzichteten: „Wir wollen in die EU. So was gibt es nicht mehr.“
„Ja, wenn ich aber die Strafe zahle, habe kein Bargeld mehr.“
„Lassen Sie einfach die Papiere hier, fahren sie in die nächste Stadt mit einem Bankautomaten.“
„Wenn ich aber von ihren Kollegen angehalten werde und keine Papiere habe, was dann?“
„Dann sagen sie ihnen, was passiert ist, und sie werden uns schon per Funk finden und nachfragen. Machen sie sich keine Sorgen.“
„Ach, ich habe noch deutsche Mark. Kann ich die Strafe in D-Mark bezahlen?“
„Nein, wir wollen türkisches Geld. Da hinten ist eine Tankstelle. Die wechseln bestimmt.“
Ich hatte keine Chance. Die Europäisierung der Türkei hatte enorme Fortschritte gemacht. Zumindest konnte sich kein Autofahrer mehr wie früher sicher sein, mit ein paar Kröten Bestechung der Strafe zu entkommen. Das ist auch gut so!
Quelle: http://bahagungor.blogspot.com/2011/04/ayatollah-baha-bestach-furn-parkplatz.html

Kinostart der Terroristenkomödie „Four Lions“

Kinostart der Terroristenkomödie „Four Lions“: Der Terrorist ist ein Scheinriese

Die, die von der diffusen Terrorangst ihrer Mitmenschen profitieren, werden diesen Film ablehnen. Der Rest darf lachen – über eine britische Terrorzelle und über sich selbst. Denn das ist nötig, sagt Regisseur Chris Morris. Von Sophie Albers

 

Quelle: http://www.stern.de/kultur/film/kinostart-der-terroristenkomoedie-four-lions-der-terrorist-ist-ein-scheinriese-1676978.html

Bildquelle/-Text: Lachen erlaubt: „Four Lions“ und die Tragikomik des Terrors© Capelight

Einladung: „In Zukunft Frieden – Feinde von gestern, Partner von morgen“

Einladungsschreiben PV Köln-Bethlehem

 

Einladung

 

zur Podiumsdiksussion

der Deutschen Initiative für den Nahen Osten unter dem Titel

„In Zukunft Frieden –
Feinde von gestern, Partner von morgen“

am 8. Mai 2011 um 19:00 Uhr in der Residenz am Dom

Anmeldungen bis zum 06. Mai 2011

bei

Heinz-Rudolf Hönings
– Geschäftsführer –

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Verein zur Förderung
der Städtepartnerschaft Köln-Bethlehem
Heinz-Rudolf Hönings
Gasstraße 60
42657 Solingen
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