Sind wir auf dem rechten Auge blind?

Jedes Jahr werden durchschnittlich 20.000 rechtsextreme Straftaten in Deutschland begangen, davon 900 – 1000 Gewalttate. Die Dunkelziffer dürfte höher sein, da rechtsextreme Taten in Statistiken meist nicht als solche deklariert werden.

Der deutsche Anti-Rassismus-Verein „Aktion Courage“ stellte mindestens 70 gewaltsame Polizeiübergriffe auf Migranten fest, die sich zwischen 2000 und 2003 ereigneten. Laut Bericht wurden alle 70 Personen unverschuldet Opfer von Gewaltverbrechen und schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen. In drei Fällen kam es zum Tod. Auch hier dürfte die Dunkelziffer weit aus höher sein, da die meisten Opfer aus Angst keine Anzeige erstatten. Im Herbst 2004 wurde ein farbiger beleidigt und geschlagen. Die Polizisten wurden freigesprochen – das Opfer wegen Beleidigung verurteilt. So ergeht es den meisten Migranten und Migrantinnen die sich wehren.

ADB: Wurden die Polizisten trotzdem verurteilt?
Charles B.: Nein, ich hatte keine Chance vor Gericht. Der Richter hat der Polizei geglaubt, aber mir nicht. Er fragte mich sogar in der Verhandlung, wie es sein könnte, dass ich Deutscher bin, obwohl ich schwarze Hautfarbe habe. Dass ich mich für meine deutsche Staatsangehörigkeit vor einem Richter rechtfertigen muss, zeigt wie weit der Rassismus in Deutschland verbreitet ist. Die Polizisten wurden freigesprochen und ich musste 150 Euro wegen einer Beleidigung zahlen, die ich nie gesagt hatte. Nur weil ein Polizist meinte, dass ich ihn vielleicht „Arschloch oder so“ genannt hätte. Ein Afrikaner wird niemals Gerechtigkeit bekommen.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) prangerte Deutschland und forderte den Staat auf, etwas dagegen zu unternehmen. Von den 20 Beispielfällen waren 16 Personen ausländischer Herkunft. Laut Amnesty könne nur spekuliert werden, wie hoch die wahre Zahl von Opfern polizeilicher Gewalt in Deutschland sei, da es keine einheitlichen Statistiken und unparteiischen Gremien gäbe, die mögliche Übergriffe kontrollieren und Beschwerden nachgehen könnten. Die Schaffung unabhängiger Stellen gehört deshalb zu den Hauptforderungen des Berichts, ebenso die Unterzeichnung des UN-Zusatzabkommens zur Anti-Folter-Konvention. Doch dies scheiterte bislang  am Widerstand der Länder!

Berichte über Misshandlungen durch Polizisten würden oft nicht an die zuständigen Gerichte weitergeleitet oder es verstrichen Jahre bis zur Anklageerhebung. „Schuldig gesprochene Polizisten erhalten bisweilen Strafen, die in keinem Verhältnis zur Schwere der Tat stehen“, so Barbara Lochbihler, Generalsekretärin von ai-Deutschland.

Im September 1994 wurden systematische Misshandlungen von Migranten/innen auf Hamburger Polizeiwachen bekannt. Ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss wurde eingesetzt, der einen 1.200 Seiten starken Bericht vorlegte. Doch dies alles ist nicht neu, bereits 1995 und 1997 machte Amnesty International Polizeiübergriffe in Deutschland bekannt, in denen die Mehrzahl der Opfer ausländischer Herkunft waren.

ADB: Noch am 30. April erstatteten die Eltern Strafanzeige wegen Körperverletzung gegen die beteiligten Polizisten. Durch Fotos der Mutter waren die Folgen der Übergriffe ja gut dokumentiert. Wie war der Verlauf der Ermittlungen?
RAin Studzinsky: Die Ermittlungen wurden äußerst zögerlich geführt. Ich hatte schon im September 2005 viele Anträge gestellt, was noch alles ermittelt werden muss, doch wurde diesen im Wesentlichen nicht nachgegangen. Die Staatsanwaltschaft war schlicht und ergreifend untätig und die Akte blieb grob zusammengefasst ein Jahr liegen bzw. wurde einfach immer nur hin und her geschickt. Hinzu kommt, dass die beschuldigten Polizisten nur mit Codiernummern auftraten, obwohl es dafür keine gesetzliche Grundlage gibt. Ich hatte zwar mehrfach beantragt, die Codierung aufzuheben oder eine Sperrerklärung zu machen, doch es gab keine Reaktion. Ein Polizist wechselte sogar im Laufe des Verfahrens seine Codiernummer, also soviel zur Eindeutigkeit von Codiernummern. Schließlich wurde im Januar 2006 das Verfahren mit der Begründung eingestellt, die Aussagen der Polizeibeamten stünden den Angaben meines Mandanten widersprüchlich gegenüber. Es sei nicht mit der für eine Anklageerhebung erforderlichen Sicherheit festzustellen, wodurch die Verletzungen verursacht worden seien. Dagegen habe ich Beschwerde eingelegt. Dann wurde das Verfahren von der Generalstaatsanwaltschaft endgültig eingestellt, worauf ich beim Kammergericht ein Klageerzwingungsverfahren eingereicht habe, um eine Anklageerhebung zu erreichen. Wenn dem nicht stattgegeben wird, beabsichtige ich, Verfassungsbeschwerde zu erheben, um dann schließlich zum Europäischen Gerichtshof gehen zu können.

Ist Deutschland auf dem rechten Auge blind?
Die Antwort überlasse ich jedem selbst…

Weitere Informationen unter:
Aktion Courage


Anti Diskrimminierungsbüro Berlin
Amnesty International

 

 

Mustafa Çelebi

Doktoranden gesucht!

Doktoranden gesucht!

Bundesamt schreibt zwei Stellen für das Doktorandenprogramm aus

Datum 22.11.2011

Promovieren beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge

Zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses bietet das Bundesamt aktuell zwei besonders qualifizierten Doktorandinnen und Doktoranden eine Tätigkeit im Bereich der wissenschaftlichen Forschung an. Bewerben Sie sich und lernen Sie die Arbeit in einer Forschungseinrichtung des Bundes mit unmittelbarem Bezug zur migrationspolitischen Praxis der Bundesrepublik kennen!

Sie promovieren an einer Universität Ihrer Wahl, die für die Betreuung der Dissertation zuständig ist. Ihr Dissertationsthema weist idealerweise einen engen Bezug zu einem Forschungsprojekt des Bundesamtes auf. Das Ziel ist es, die Doktorandinnen und Doktoranden von den Ressourcen, der praktischen Erfahrung und der Betreuung durch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Bundesamt profitieren zu lassen.

Als Doktorand/in sind Sie parallel in Teilzeit (mit der Hälfte der regelmäßigen Wochenarbeitszeit nach Entgeltgruppe 13 TVöD) befristet auf drei Jahre beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig. Die Stelle ist dem Forschungsbereich angegliedert und Sie arbeiten bei der methodischen Konzipierung und Durchführung wissenschaftlicher Projekte mit.

Die Bewerbungsfrist endet am 5. Dezember 2011. Alles Weitere zu Ihrer Bewerbung finden Sie auf der rechten Seite neben dieser Meldung.

http://www.bamf.de/SharedDocs/Meldungen/DE/2011/20111122-ausschreibung-doktoranden.html

50 Jahre vergangen – wie soll es weitergehen?

04. Dezember 2011 (Sonntag) um 16.00 Uhr


Köln

Bürgerzentrum Ehrenfeld


Venloer Strasse 429

 


„Austausch, Dialog und Perspektiven. 50 Jahre vergangen – wie soll es weitergehen?“.

 

Schweigen gegen das Schweigen (Silence against Silence)

Samstag, 26.11., 13 Uhr

Sa. 26.11., 13 Uhr Bundesweiter SILENTMOB gegen rechtsextreme Gewalt

__________________________________________________________

Schweigen „= Eines der am schwierigsten zu widerlegenden Argumente.“ (Josh Billings)

Mission

__________________________________________________________

Am 26.11. setzen wir bundesweit in mehreren Städten ein Zeichen gegen rechtsextreme Gewalt und werden an diesem Tag an zentralen Plätzen einen Silent Mob durchführen. Wir wollen mit unseren Schweigeminuten ein positives Zeichen setzen und mit dieser Aktion für Respekt, Demokratie und Solidarität eintreten.

__________________________________________________________

Wir schweigen, damit Du Dein Schweigen brichst!

Wir schweigen, weil wir ein Teil dieser Gesellschaft sind!

Wir schweigen, damit etwas gegen Rassismus getan wird!

Wir schweigen, weil wir den Opfern rechter Gewalt gedenken!

Wir schweigen, weil ein Schweigen mehr als 1000 Worte sagt!

Wir schweigen, denn alles was wir sagen, wurde bereits gesagt!

Wir schweigen, weil wir rassistischem Terror keine Chance geben!

Wir schweigen, weil uns nicht egal ist, was in unserer Gesellschaft passiert!

Wir schweigen, weil schon über sechs Millionen Menschen getötet worden sind!

Wir schweigen, weil wir Gewalt nicht mit Gegengewalt sondern Liebe begegnen wollen!

Wir schweigen, damit die schweigende Mehrheit endlich ihre Augen öffnet und in den Spiegel sieht!

 

Und wenn wir nicht aufhören zu schweigen, dann könnten wir die nächsten sein.

__________________________________________________________

 

Orte des SILENTMOB:

Berlin: (https://www.facebook.com/events/259887764060976/)

Hamburg: (https://www.facebook.com/events/275369769166089/)

Frankfurt: (https://www.facebook.com/events/114914425289743/)

Köln: (https://www.facebook.com/events/223096924427218/)

München: (https://www.facebook.com/events/297665023589185/)

Hannover: https://www.facebook.com/event.php?eid=100615180055191

Nürnberg: https://www.facebook.com/event.php?eid=307394085944917

Kiel: https://www.facebook.com/event.php?eid=305088946181704

Bielefeld: https://www.facebook.com/event.php?eid=141981292572071

Essen: https://www.facebook.com/event.php?eid=283867711652301

Görlitz: https://www.facebook.com/event.php?eid=206948199381711

Siegen: https://www.facebook.com/events/182005318558219/

Chemnitz: https://www.facebook.com/event.php?eid=308123089205987

Düsseldorf: https://www.facebook.com/events/249518121776054/

Bremen: https://www.facebook.com/events/181180015308213/?context=create

Bonn: https://www.facebook.com/event.php?eid=293624364005107

Leipzig: https://www.facebook.com/event.php?eid=209043039171351

Bad Pyrmont: https://www.facebook.com/event.php?eid=151244094976172

 

_________________________________________________________

 

Ablauf:

Am selben Tag und zur selben Uhrzeit wird ein Silentmob organisiert. Die Versammelten bleiben stehen und schweigen. Ein DINA4 Blatt mit dem Namen eines der Opfer soll ausgedruckt mitgebracht werden. Jeder soll zusätzlich eine weiße/rote Rose mitbringen und diese während des Silentmobs hochhalten. Das DINA4 Blatt und die Rose sollen dann auf einen Haufen gelegt werden, bevor die Menge sich auflöst.

 

__________________________________________________________

 

Symbolik:

Weiße Rose als Symbol, da sie ein Zeichen für Frieden darstellt. Das Symbol erinnert an die „Widerstandsbewegung während der Zeit des Nationalsozialismus“ die „Weiße Rose“ hieß. Zudem wird es rote Rosen als Symbol geben, da auch in Norwegen den Opfern des Terroranschlags mit roten Rosen gedacht wurde.

 

__________________________________________________________

 

Initiatoren:

VON MENSCHEN FÜR MENSCHEN – Namen sind Schall und Rauch !

Neonazi-Opfer: Entschädigung abgelehnt

Der 21-jährige Halit Yozgat, Internetcafé-Betreiber in Hannover ist das letzte Opfer der Neonazi-Serienmörder in Deutschland. Sein Vater Ismail Yozgat ist seit dem Bekanntwerden der Hintergründe der Serien-Morde tiefst erschüttert. Er lehnt vor allem die von der Bundesregierung geplante Entschädigung rigoros ab. Bei einem Interview mit SABAH-Reportern sagte der traurige Vater Ismail Yozgat: „Der Schmerz über den Verlust meines Sohnes sitzt noch sehr tief in mir. Ich lehne das von der Bundesregierung geplante Schmerzensgeld ab. Das vorgesehene Geld werde ich nicht annehmen. Soll das Leben meines Sohnes 10 Tausend Euro wert sein? Das empfinde ich als Beleidigung. Kein Geld der Welt kann meinen Schmerz stillen“, so Ismail Yozgat.

via Neonazi-Opfer: Entschädigung abgelehnt | SABAH AVRUPA – Die Türkische Tageszeitung..

KSV-Pokaleinzelmeisterschaft 2011/12 (Dähnepokal)

Finale, 12.11.2011

Am Samstag, den 12. November 2011, kam es zum Endspiel des diesjährigen Dähnepokals zwischen Oswald Gutt (Bergische Schachfreunde), der diesen Wettbewerb bereits mehrfach für sich entscheiden konnte, und Alexander Johannes (Satranç Club 2000). Dieses Mal waren erheblich mehr Zuschauer anwesend und der mit Schwarz spielende Lokalmatador konnte sich einer großen moralischen Unterstützung seitens seiner Vereinskameraden erfreuen.

KSV Dähnepokalfinale
KSV Dähnepokalfinale

Pünktlich um 14 Uhr gab Turnierleiter Willi Meul die Partie frei.

Oswald Gutt entschied sich für eine sehr solide Variante, die es Schwarz erlaubte, schnell auszugleichen; nach mehreren Abtäuschen kompensierte der bessere Läufer den weißen Raumvorteil. Doch die Einfachheit der Stellung war trügerisch und langsam gewann Schwarz die Oberhand: Die Eroberung der einzigen offenen Linie führte zu einer anwachsenden Initiative, die Weiß zu einer erheblichen Schwächung seiner Bauernstruktur am Damenflügel veranlasste.

Außerdem musste der Anziehende nach dem Vorstoß des schwarzen h-Bauern bis nach h3 ein ständiges Augenmerk auf die Sicherheit seines Königs richten. Auch weitere Abtäusche erleichterten die weiße Lage nicht, da die schwarze Dame sehr aktiv war und der König des Nachziehenden viel sicherer stand. Folglich lehnte Schwarz ein Remisangebot im 31. Zug trotz knapp werdender Bedenkzeit ab.

Sechs Züge später hatte der schwarze Vorteil entscheidende Dimensionen angenommen, da der Nachziehende (s. Diagramm) mit 37…De1+ 38.Df1 De3+ 39.Kh1 Dxb3 40.Dxh3+ Kg7 41.Dg3 Dxc4 ein gewonnenes Damenendspiel erzwingen konnte. Oswald Gutt wehrte sich nach Kräften und warf alle verbliebenden Reserven gegen den schwarzen Monarchen, doch dieser stand – im Gegensatz zu seinem weißen Kollegen – zu sicher und der schwarze c-Bauer machte das Rennen. Nach 52 Zügen gab Weiß auf.

Nach Beendigung des Finales fand eine kleine, provisorische Siegerehrung statt, bei der beide Spieler eine Urkunde des Satranç Club 2000 erhielten.

Die offizielle Siegerehrung wird auf der nächsten Jahreshauptversammlung des KSV erfolgen. Fazit des diesjährigen Dähnepokals: Licht und Schatten. Positiv war eine Beteiligung, welche in Anbetracht der Jahre 2008 und 2009 sehr erfreulich war; besonders die Teilnahme junger Spieler/innen zeigt, dass die (überfällige!) Jugendarbeit mehrerer Vereine Früchte trägt.

Turnierleitung und Organisation gaben ebenfalls keinen Anlass zur Klage. Negativ waren die mangelnde PR seitens des KSV und vieler Vereine, ein verbesserungsbedürftiger Modus, vermeidbare Terminüberschneidungen und ein sportliches Niveau, das den allgemeinen Leistungsstand des Schachs in Köln – einer deutschen Schach-Hochburg – in keiner Weise widerspiegelt. Eine angeregte Diskussion, wie man Turniere wie den Dähnepokal attraktiver gestalten könnte, hat bereits im Rahmen der offenen Gruppe „Schach in Köln“ auf Facebook stattgefunden; es ist wünschenswert, dass sich mehr Schachfans an derartigen Diskussionen beteiligen und Vorschläge einbringen.

Ergebnisse und Paarungen auf www.koelner-schachverband.de unter dem Reiter „KSVTurniere“

→ „Dähnepokal“.

 

Autor: Alexander Johannes; Bilder: Edgar P. Hennig, Alexander Johannes

Veranstalter: Satranç Club 2000

www.satranc.de.vu

Vortrag: Islam in Europa, VHS Düren 22.11.2011

 

Islam in Europa

Beginndatum: 22.11.2011
Kursnummer: E1103A

Dialog zwischen Christen und Muslimen in Deutschland und in Düren.
Wir als Muslime leben seit fast fünfzig Jahren in Deutschland und sind immer noch eine Parallelgesellschaft, weil wir mit Vorurteilen behaftet sind. Das Ziel aller sollte sein, dass wir den Dialog suchen und versuchen, direkt aus der Quelle des Glaubens einiges richtig zu stellen. Wo stehen Juden, Christen und Muslime? Was sind Ihre Gemeinsamkeiten? Diese hauptsächlichen Fragen wollen wir stellen und versuchen, gemeinsam Antworten zu finden. Was sagt Gott und was machen Gläubige und Nichtgläubige? Ein gemeinsamer Moschee-Besuch ist möglich und kann nach Absprache mit den Teilnehmenden organisiert werden.

 

http://www.vhs.dueren.de/index.php?id=1937&kathaupt=1&katid=61&katvaterid=0&katname=PolitikGesellschaft

Stellenausschreibung Schulsozialarbeiter/in

Stellenausschreibung Schulsozialarbeiter/in

 

 

Der Kreis Düren (rd. 270.000 Einwohner) ist mit seinen 15

kreisangehörigen Städten und Gemeinden geprägt durch seine

verkehrsgünstige Lage und landschaftliche Vielfalt. Zahlreiche

Bildungsmöglichkeiten sowie Freizeit-, Kultur- und Erholungsangebote

machen ihn zu einem attraktiven Wohngebiet mit ansprechender

Lebensqualität. Sitz der Kreisverwaltung ist die Kreisstadt Düren mit

rd. 90.000 Einwohnern. Die Kreisverwaltung Düren mit ihren rund 1000

Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern steht als modernes

Dienstleistungsunternehmen den Bürgerinnen und Bürgern mit Rat und Tat

zur Seite. An den kreiseigenen Schulen ist das Ziel sozialpädagogischer

Schulsozialarbeit im Bereich Übergang Schule-Beruf , dass Schüler/innen

durch gezielte sozialpädagogische Maßnahmen und Angebote die Schule in

Einklang mit deren Leitbild ausbildungsreif bzw. mit einer geeigneten,

realistischen Anschlussperspektive verlassen.Zum nächstmöglichen

Zeitpunkt sind an den kreiseigenen Schulen mehrere Stellen befristet bis

zum 31.12.2013 zu besetzen.

 

Schulsozialarbeiter/in

 

Aufgabenbereich:

 

Vernetzung berufsorientierter Unterstützungs- und Netzwerksysteme

Koordination der zielgerichteten externen und schulinternen Angebote

Kontakte zu Betrieben herstellen und pflegen

Praktikumsvermittlung und Betreuung

Bewerbungstraining

Schlüsselqualifikationen erarbeiten

Individuelle Einzelberatung zur Berufs- und/oder Schullaufbahn führen

Zugangsvoraussetzungen:

 

Abgeschlossenes Studium der Sozialarbeit und/oder Sozialpädagogik oder

eine vergleichbare Qualifikation

Anforderungsprofil:

 

-hohe Beratungskompetenz

-hohes Maß an Einsatzbereitschaft,Belastbarkeit und Flexibilität

-Erfahrung in der Arbeit mit Jugendlichen

-Engagement und Arbeitsorganisation

-Kommunikationsstärke und Verhandlungsgeschick

-Bereitschaft zur eigenen Kompetenzsteigerung durch Fort- und

Weiterbildungen

 

Es handelt sich um Vollzeitstellen und Teilzeitstellen mit einem Umfang

von 39,0 bzw. 19,5 Std. wöchentlich. Die Stellen sind nach Entgeltgruppe

S 11 nach dem Anhang zur Anlage C TVöD bewertet.

 

Die Kreisverwaltung Düren hat sich die berufliche Förderung von Frauen

zum Ziel gesetzt. Daher sind Bewerbungen von Frauen besonders erwünscht.

Gleiches gilt für schwerbehinderte Bewerberinnen und Bewerber.Die

Besetzung der Stellen ist grundsätzlich auch im Rahmen des Job-Sharings

als Teilzeitbeschäftigung möglich.

 

Für Vorabinformationen bzw. eine erste vertrauliche Kontaktaufnahme

steht Ihnen im Vorfeld der Bewerbung die Amtsleiterin des Amtes für

Schule und Weiterbildung, Kultur und Sport, Frau Maria Kaptain, unter

Tel.: 02421 / 222814 bzw. per mail: amt40@kreis-dueren.de gerne zur

Verfügung. Für Informationen bzgl. des Bewerbungsverfahrens steht

Ihnen Herr Thomas Ranz, Tel. 02421 / 222484 (amt10@kreis-dueren.de) –

Amt für zentrale Verwaltungsaufgaben – gerne zur Verfügung. Weitere

Informationen über den Kreis Düren entnehmen Sie aus der

Internetpräsentation: www.kreis-dueren.de

 

Sofern Sie sich durch diese Ausschreibung angesprochen fühlen, senden

Sie bitte Ihre aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen bis zum 26.11.2011

an:

Landrat des Kreises Düren

Amt für zentrale Verwaltungsaufgaben

52348 Düren

STELLENAUSSCHREIBUNG Sozialpädagogin/-pädagogen

STELLENAUSSCHREIBUNG

Die Evangelische Gemeinde zu Düren sucht zum 1. Februar 2012 für die Arbeit im Jugendheim Düren-Ost

eine/n staatlich anerkannte/n Sozialpädagogin/-pädagogen mit therapeutischer und/oder naturpädagogischer Zusatzqualifikation
(75 Prozent Beschäftigungsumfang, befristet für die Dauer von drei Jahren)

Die Tätigkeit liegt insbesondere in der präventiven Arbeit mit Kindern im Alter von 6 – 12 Jahren, die in dem sozial benachteiligten Stadtteil Düren-Ost unter schwierigen Bedingungen aufwachsen und das Jugendheim in ihrer Freizeit aufsuchen.

Im Jugendheim Düren-Ost und aufsuchend im Stadtteil arbeiten drei Sozialarbeiter mit den Kindern und Jugendlichen. Die Evangelische Gemeinde zu Düren ist außerdem Trägerin einer Vielzahl sozial-diakonischer Beratungsstellen in Düren. Wir bieten enge Vernetzung und kollegiale Beratung an.

Wir wünschen uns eine/n Mitarbeiter/in mit Erfahrungen in der Arbeit mit jungen Menschen. Die Tätigkeit erfordert Teamfähigkeit, eine gute Wahrnehmung, Kommunikationsfähigkeit, interkulturelle Kompetenz, Konfliktfähigkeit und die Bereitschaft zu Kooperation und Vernetzung mit den verschiedenen Ämtern und Institutionen. Wir erwarten ein theoretisches Fundament, konzeptionelle Kreativität, die Fähigkeit zur Reflexion sowie zu konsequentem strukturierten Arbeiten.

Ein Führerschein Klasse 3 ist erforderlich. Ein Kleinbus für Ausflüge in die Natur ist vorhanden.

Bei der Evangelischen Gemeinde zu Düren findet der BAT-KF Anwendung (ähnlich den Regelungen des TVöD im kommunalen Bereich).

Weitere Informationen können Sie gerne telefonisch von Pfarrerin Karin Heucher, Tel.: 02421 / 951 984, erhalten.

Ihre Bewerbung richten Sie bitte bis zum 7. Dezember 2011 an die Evangelische Gemeinde zu Düren, Philippstr. 4, 52349 Düren; zu Händen des stellvertretenden Verwaltungsleiters Friedhelm Schreckenberg.

Junge Migranten brauchen Vorbilder

Am 2. November 2011 jährt sich das Anwerbeabkommen mit der Türkei. Viele, die damals als so genannte Gastarbeiter für nur kurze Zeit kommen wollten, blieben hier, gründeten Familien. Heute leben sie, ihre Kinder, Enkel und Urenkel in ihrer deutschen Heimat. Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach mit der Zeitung „Hürriyet“ über die Integration.
"Das Prinzip unserer Integrationspolitik wird auch künftig 'Fördern und Fordern' heißen."Hürriyet: Frau Bundeskanzlerin, die ersten Gastarbeiter kamen im Jahre 1955 aus Italien. Die türkische Migration begann vor 50 Jahren. Was bedeutet die türkische Migration für die Bundesrepublik Deutschland und welche persönliche Erfahrungen haben Sie mit der türkischen Wohnbevölkerung gemacht?

Angela Merkel: Ich freue mich, dass wir in diesem Jahr gemeinsam das 50-jährige Jubiläum des Anwerbeabkommens mit der Türkei feiern können. Die Migranten der ersten Stunde haben damals viel zum wirtschaftlichen Erfolg der Bundesrepublik beigetragen und wir sind ihnen dankbar dafür. Heute lebt eine große Zahl türkischstämmiger Menschen in Deutschland: sie gehören zu unserem Land und seiner kulturellen Vielfalt. Zahlreiche türkischstämmige Unternehmer haben hier Arbeitsplätze geschaffen und bilden Jugendliche aus. Sie sind damit auch Vorbilder, wie wir sie für junge Migranten dringend brauchen.
Für mich ist klar: Die Integration junger Migranten,  ist eine der zentralen Aufgaben, die wir bewältigen müssen. Wie gut uns das gelingt, entscheidet nicht nur über die Lebensläufe dieser jungen Menschen, es entscheidet auch mit darüber, wie zukunftsfähig Deutschland ist. Ich weiß aus vielen Gesprächen, dass Türkischstämmige sich zwar weiterhin ihrem Herkunftsland verbunden fühlen – und das soll auch so sein – dass aber immer mehr von ihnen sagen, dass sie  in Deutschland leben und das ihr Zuhause ist.

Hürriyet: Obwohl die ersten „Gastarbeiter“ vor 55 Jahren kamen, redet man gerade in den letzten Jahren verstärkt von der Zuwanderung und Integration. Ist es so zu verstehen, dass man die Integration jahrelang nicht Ernst genommen hat?
Merkel: Man hat lange zu sehr darauf vertraut, dass Integration von selbst geschieht. Diese Erwartung hat sich nicht erfüllt. Heute wissen wir: Integration ist eine Anstrengung, zu der beide, der Zuwanderer wie auch die Gesellschaft, die ihn aufnimmt, beitragen müssen. Wenn man es schleifen lässt, handelt man sich viele Probleme ein – und beraubt die Zuwanderer noch dazu aller Chancen, in Deutschland voll am Leben teilnehmen zu können.  Seit ich Bundeskanzlerin bin, ist Integrationspolitik ein Schwerpunkt  meiner Arbeit. Wir haben das Thema ganz oben auf die politische Tagesordnung gesetzt – der Nationale Integrationsplan, die nunmehr vierIntegrationsgipfel  unter meiner Leitung und die Deutsche Islamkonferenz sind wichtige Schritte.
Das Prinzip unserer Integrationspolitik wird auch künftig „Fördern und Fordern“ heißen . Wir investieren viel in die Förderung, allein für Integrationskurse zum Beispiel haben wir von 2005 bis 2010 fast eine Milliarde Euro ausgegeben. Gleichzeitig fordern wir, dass die Migranten selbst sich aktiv bemühen, ein Teil dieser Gesellschaft zu werden, die Sprache zu lernen, sich zur  Rechtsordnung unserer Gesellschaft zu bekennen. Wenn wir friedlich und zu jedermanns Wohl zusammenleben wollen, dann geht das nur auf der Basis der im Grundgesetz verankerten Werte – der Menschenwürde, der Religionsfreiheit und der Gleichberechtigung von Mann und Frau.
Eine Integration, für die man sich anstrengen muss, war sicher für manchen anfangs unbequem. Aber heute sehen wir, dass Einbürgerungstests oder Sprachnachweise, die anfangs als Zumutung kritisiert wurden, längst akzeptiert sind und zahllosen Menschen ganz neue Chancen eröffnet haben.

Hürriyet: Alle Untersuchungen zeigen, dasss die Bildungs-und Ausbildungssituation der ausländischen, aber insbesondere der türkischen Kindern und Jugendlichen, obwohl es in den letzten Jahren sichtbare positive Entwicklungen gibt, immer noch sehr schlecht ist. Wie kann man diese verbessern, was tut die Bundesregierung dafür?
Merkel: Zweifellos hat sich das Bildungsniveau der jungen Migranten verbessert, aber zufrieden können wir mit diesen Fortschritten noch nicht sein. Jedem Jugendlichen, jeder Familie muss klar sein: Schul- und Berufsabschlüsse sind wichtige Voraussetzungen dafür, sein Leben in Deutschland erfolgreich gestalten zu können. Kinder und Jugendliche aus Migrantenfamilien brauchen mehr  gezielte Förderung, qualifizierte Begleitung und Angebote, die auf ihre individuelle Lebenssituation zugeschnitten sind. Mit dem Nationalen Pakt für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs wollen die Bundesregierung und die Wirtschaft auf diesem Gebiet neue Angebote machen.
Nur gibt es leider Grenzen dessen, was ein Staat dafür tun kann. Die allererste Verantwortung liegt immer noch bei den Eltern und in den Familien. Dort müssen Schule und Bildung wichtig genommen werden, dort muss die Förderung der Kinder ansetzen – zum Beispiel indem so früh wie möglich darauf geachtet wird, dass sie einwandfreies Deutsch lernen. Kinder, die schlecht Deutsch sprechen, rennen oft jahrelang in der Schule einem Rückstand hinterher. Deshalb ist es so wichtig, dass die Kinder auch in Kindertageseinrichtungen und in den Kindergarten gehen und früh die deutsche Sprache lernen.

Hürriyet: Die Arbeitslosigkeit unter Berliner Türken liegt über 40 Prozent. Wie kann man diesen Zustand beseitigen? Macht diese Zustand Ihnen kein Kopfschmerzen?
Merkel: Solche Zahlen machen mir große Sorgen. Sie müssen uns allen, auch den Migrantenorganisationen große Sorgen machen, denn hinter solchen Zahlen liegt ein erhebliches soziales Problem. Wir müssen mit aller Kraft daran arbeiten, die Bildungs- und Qualifikationschancen zu verbessern. Nur so erhöhen wir die Chancen, dass junge Migranten eine gute Arbeit finden. Positiv ist, dass immer mehr Unternehmen und Institutionen jetzt verstärkt auf die Ausbildung und Beschäftigung von Migranten setzen. Schon über 1000 Arbeitgeber haben bundesweit die Charta der Vielfalt unterzeichnet.
Es gibt also einiges, das der Staat oder die Wirtschaft tun können. Aber ich muss es noch einmal sagen: Grundvoraussetzung sind auch hier ausreichende Sprachkenntnisse, und Lernbereitschaft.

Hürriyet: Trotz Anti-Diskriminierungsgesetz erleben in diesem Lande die Menschen mit auslaendischen Namen bei Wohnungs, Arbeits und Ausbildungsplatzsuche Diskriminierungen. Was kann man dagen unternehmen?
Merkel: Die Bundesregierung wendet sich gegen jede Form von Diskriminierung. Sie ist gesetzlich verboten, dies gilt auch und gerade bei Ausbildung und Beruf. Durch das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz ist d Diskriminierungsverbot noch stärker in d Bewusstsein der Bevölkerung gerückt. Benachteiligte können sich jetzt rechtlich besser wehren, wenn wirklich ein nachweisbarer Fall von Diskriminierung vorliegt.
Aber Gesetze können nicht allein den Alltag ändern und Diskriminierung in jedem Einzelfall verhindern. Wir müssen ein Klima des Respekts schaffen und vor allem den positiven Beispielen  viel mehr Aufmerksamkeit verschaffen. Am Ende wird es nur besser, wenn immer mehr Menschen persönlich die Erfahrung machen, dass Menschen jeder Herkunft und jeden Glaubens gut miteinander leben und arbeiten können.

Erschienen in „Hürriyet“

Nach dem rassistischen Massenmord!

Mikdat Karaalioğlu / Chefredakteur der SABAH-Europaausgabe

In Deutschland hat offensichtlich ein rassistischer Massenmord stattgefunden und die Polizei kam erst nach 11 Jahren zufällig auf die Spur der Täter. Terroristen mit rassistischem Hintergrund haben vor den Augen der Öffentlichkeit den größten Massenmord der Nachkriegszeit in der Bundesrepublik verübt. Über die Täter kommen jeden Tag neue Informationen und sensationelle Entdeckungen ans Tageslicht. Die Bildzeitung schreibt sogar, dass in der Wohnung des mutmaßlichen Täters von Uwe Mondlos und Uwe Böhnhardt, die durch ihren Selbstmord den Eingriff der Sicherheitskräfte entgangen sind, Unterlagen gefunden wurden, die auf eine Zusammenarbeit der Täter mit den Verfassungschutzbehörden schliessen lässt. Es ist eine erschreckende Aussage. Allein der Gedanke, dass die mutmaßlichen Täter während des Massenmordes zugleich für den Staat als Informanten tätig waren, wühlt auf.

Medien haben geschlafen

Eine weitere schreckliche Dimension der Tat ist die Interesselosigkeit der Öffentlichkeit. Die größte Mordserie der Bundesrepublik blieb so lange Jahre unaufgeklärt und die deutsche Öffentlichkeit reagiert kaum darauf! Wenn acht Deutsche mit derselben Waffe hintereinander ermordet worden wären, würden zumindest die Medien des Landes andere Maßstäbe setzen. Das Ereignis würde so lange auf den Titelseiten der Medienorgane bleiben, bis die Täter gefasst worden wären. Medienorgane haben jedoch während des rassistischen Massenmordes die Versuchung unternommen, ohne handfeste Beweise die Opfer mit der Drogenszene bzw. Wettkriminalität in Verbindung zu bringen. Es wurde dadurch eine antitürkische Atmosphäre über die Leichen geschaffen. Deshalb haben wir beschlossen, die Schicksale und die Ratlosigkeit der Familienangehörigen der einzelnen Opfer noch einmal zur Sprache zu bringen. Wir hoffen somit, dazu beizutragen, die Schmerzen der Familien Simsek und Yozgat etwas zu lindern.

Zeit zum Abrechnen

Die Hintergründe dieses rassistischen Massenmordes mitten in Deutschland sind empörend. Je mehr Tatsachen ans Tageslicht kommen, desto mehr staunen wir. Das schreibe ich aus Erfahrung als Bürger eines Landes, in dem gegen die Untergrundorganisationen wie „Susurluk, Ergenekon, Balyoz“ eine Anklage erhoben wurde. Es handelt sich hierbei um einen rassistischen Massenmord, der als schwarzer Fleck in die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland eingeht. Deutschland muss von nun an mit dem rechten Terror abrechnen.

via Nach dem rassistischen Massenmord! | SABAH AVRUPA – Die Türkische Tageszeitung..

Was haben die Banken mit der Eurokrise zu tun?

Unbemerkt von den Bürgern saß die Bundesregierung mit den Bankenlobbyisten zusammen an einem Tisch, um die Finanzmärkte zu retten. Die im Frühjahr 2003 gegründete Initiative „Initiative Finanzstandort Deutschland“(IFD) war nach eigenen Angaben für „alle Bereiche der deutschen Finanzwirtschaft“ zuständig, bzw. wollten zuständig sein.

Die Initiative hatte folgende Mitglieder (ohne assoziierte):

Allianz, Dresdner Bank, BayernLB, Bundesministerium der Finanzen, Deutsche Bank, Commerzbank, DekaBank, Deutsche Börse Group, DZ Bank, Deutsche Bundesbank, Morgan Stanley, Münchener Rück, HypoVereinsbank, Deutscher Sparkassen- und Giroverband, KfW Bankengruppe, Postbank, Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft, Bundesverband deutscher Banken, Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken
Seit 2011 ist die Initiative nicht mehr aktiv, Spuren im Internet wurden weitestgehend gelöscht.(1)!!!


„… was die Finanzlobby will, wird politisch auch umgesetzt in diesem Lande!“

Prof. Peter-Alexis Albrecht, Strafrechtler und Kriminologe

Anfang 2000 drohten die Banken mit Jobabbau und Abwanderung in die Finanzzentren Londons bzw. New York. Dort war das Kreditgeschäft mit den so genannten „Kreditverbriefungen“ in Mode gekommen. Schröder lockerte damals die Finanzmarktregeln und die rechtlichen Schranken für die Kreditvergabe. Im März 2003 kündigte Finanzminister Eichel eine Finanzreform an um den ‚Finanzplatz Deutschland‘ zu stärken. Mai 2003 wurde die „Initiative Finanzstandort Deutschland“(IFD) vom Finanzminister Eichel und den größten Geldinstituten (Banken) gegründet. Die Banken versprachen Deutschland treu zu bleiben, als Gegenleistung  brauchten die Banken ab sofort für ihre Geschäfte (Kreditverbriefung) kaum noch Eigenkapital!

Juni 2003:
Eine Bundestagssitzung in einem fast leeren Plenum. Das Kleinunternehmen-Förderungsgesetz wurde verabschiedet. Geschickt vom Finanzministerium darin versteckt, die Gewerbesteuerbefreiung für „Kreditverbriefung“ die den Banken unglaubliche Profite bescherte. Auch die Gründung der FED (Federal Reserve Bank) erfolgte 1913 nach dem selbem Prinzip! Obwohl die Lockerung der Finanzmarktregeln zu Milliardenverluste für die Steuerzahler führte, scheuten sich die Politiker (bis heute) die Finanzmarktregeln zu verschärfen.
Der Steuerzahler durfte nun die Finanzkrise ausbaden!

Die Immobilienblase
Im Herbst 2008 wurden die Wertpapiere  plötzlich wertlos. Die Manager hatten sich verspekuliert. Die Immobilienblase platzte und es kam zum Bankencrash. Der Staat rettete die Banken mit einem Rettungschirm (aufgepasst!) und weil die Banken wieder Geld hatten bekamen die Manager große Bonuszahlungen. Der brave Bürger der in Wertpapiere investierte ging leer aus!

Wie war das eigentlich mit dem Überschulden der Griechen?
Griechenlands Bürger und auch der Staat verschuldeteten sich über beide Ohren aber das war nicht die Ursache für die Krise. Griechenland wäre viel zu unbedeutend für eine Krise von diesem Ausmaß. Erst mit der Finanzkrise 2008, die ja durch Spekulanten verursacht wurde, schoss der Schuldenberg Griechenlands in die Höhe, wie übrigens auch in allen anderen EU-Ländern auch! Auf den Finanzmärkten ging es zu wie in einer Spielhölle. Es wurde gezockt. Länder wie Griechenland, Irland, Italien oder Portugal wurden zum Spielball der Spekulanten. Spekulanten können mit dem Staatsbankrott eines Staates viel Geld verdienen. Durch sogenannte „Credit Default Swaps“ (Kreditausfallversicherungen) können sie sich gegen den Ausfall eine Kredits versichern. Der Clou dabei ist, das sie die Papiere kaufen können ohne Staatsanleihen zu besitzen.
Das wäre ungefähr so, als würde man ein Auto versichern das einem selbst nicht gehört. Hat dann der Wagen einen Totalschaden, kassiert man die Versicherungssumme. Man hat also ein erhebliches interesse daran, dass der Wagen einen Totalschaden erleidet!

Natürlich profitieren nur die Reichen von den Gewinnen der Spekulanten. Egal ob es nun Griechenland, Deutschland oder aber auch die USA ist; am Wachstum der Wirtschaft haben nur Reiche oder die Großunternehmer einen Nutzen. Die Beschäftigten und ihre Familien profitieren von all diesem nicht. Im Gegenteil: die Kluft zwischen Arm und Reich wird dadurch nur größer.

Viele Bürger mussten sich verschulden und nahmen von den Banken einen Kredit. Natürlich haben die Banken ein interesse daran, dass sehr viele Menschen, sich innerhalb kürzester Zeit verschulden. Aber nicht nur die Banken sondern auch das Geld der Großunternehmer kann sich nur vermehren, wenn viele Privatleute oder Staaten Kredite aufnehmen. Dies ist, letztendlich der Grund für die Finanzkrise und die hohen Staatsverschuldung in Europa.

Was hat Deutschland damit zu tun?

Auch Deutschland musste in den letzten Jahren Kredite aufnehmen. Nicht nur der Staat sondern auch die Bürger. Die Situation auf dem Arbeitsmarkt war zudem mehr als problematisch. Die Arbeitgeber strichen übertarifliche Leistungen und die Hartz 4  Gesetze taten das übrige. Arbeitslose wurden nun gezwungen jeden auch noch so schlecht bezahlten Job anzunehmen
Die Folge war; die Löhne stagnierten und durch niedrige Löhne wurden die Preise für deutsche Produkte im Ausland günstig. Die Exporte schossen in die Höhe. Das Problem war nur, das zwar in Deutschland die Löhne niedrig blieben aber in anderen Eu-Ländern die Löhne stiegen. Was wiederum schlecht für die anderen EU-Länder war, denn jene konnten plötzlich im internationalem Wettbewerb nicht mehr mithalten. Sie exportierten wenig aber importierten viel. Dafür mussten sie wiederum Kredite aufnehmen die sie aber nicht zurückzahlen konnten, da sie ja im Export nicht mehr wettbewerbsfähig waren.
Ohne die Verschuldung der anderen EU-Länder hätte Deutschland gar nicht so viel exportieren können.

Damit die Krise bewältigt werden kann müssten in Deutschland die Löhne steigen. Der Mindestlohn müsste bei ~9€ liegen.Leiharbeit oder Minijobs müssten eingeschränkt werden. Umso verwunderlicher ist es, wenn Politiker predigen, dass die Bürger den Gürtel enger schnüren sollen. Doch wie sollen die Bürger ihre Kredite zurückzahlen wenn sie nicht mehr genügend verdienen?

Warum werden eigentlich nicht jene zur Kasse gebeten die von der Krise am meisten profitieren. Zum Beispiel könnte man die Spekulanten mit einer Finanz-Transaktionssteuer besteuern. Die Reichen oder die Unternehmen könnte man durch die Erhöhung der Steuern für hohe Einkommen zur Kasse bitten.

Doch solange Banker mit der Regierung ins Bett gehen…. naja.

Mustafa Çelebi

(1) Wikipedia
Bild: Habertürk

Westerwelle besucht türkische Gemeinde – Aus Solidarität mit Opfern der Killer-Nazis

Westerwelle Solidaritätsbesuch in türkischer Gemeinde

Der Vorsitzende der türkischen Gemeinde, Kenan Kolat (links), mit Außenminister Guido Westerwelle

Foto: dapd

Berlin – Das war kein leichter Gang für einen deutschen Minister…!

terror-serie

Killer-Nazis: Fotos dokumentieren ihre Skrupellosigkeit

Morde, Raubzüge So brutal gingen die Killer-Nazis vor

Verfassungsschutz-Chef Polizei hätte Nazi-Trio stoppen müssen

Aus Solidarität mit den Opfern der Killer-Nazis hat Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) gestern die türkische Gemeinde in Berlin besucht.

Der Chefdiplomat äußerte sein „tiefes Bedauern“, nannte die Mordserie der Neonazis „unvorstellbar und schockierend“.

Der Vorsitzende der türkischen Gemeinde, Kenan Kolat, verlangte eine „lückenlose Aufklärung“ der Gewalttaten und fügte mit Blick auf den Rechtsextremismus hinzu:

„Es steht fest, dass in den vergangenen Jahren leider weggeschaut oder zumindest weniger hingeschaut wurde …“

via Westerwelle besucht türkische Gemeinde – Aus Solidarität mit Opfern der Killer-Nazis – News Inland – Bild.de.

Stellenausschreibung Auswärtiges Amt

Stellenausschreibung Auswärtiges Amt

———————————————————————-

Stellenausschreibung Auswärtiges Amt (3
Referenten/innen mit Schwerpunkt Beziehungen zur Arabischen Welt)

 

Wir suchen befristet für 24 Monate zum Einstellungstermin 02.01.2012 oder
später
drei Referentinnen/Referenten mit dem Schwerpunkt „Beziehungen zur
Arabischen Welt“

Der Auswärtige Dienst ist zuständig für die Pflege der Beziehungen zu
anderen Staaten
sowie zu zwischen- und überstaatlichen Organisationen. Er versteht sich als
Dienstleister für
die Bürgerinnen und Bürger, die deutsche Wirtschaft, das deutsche
Kulturleben sowie für
Parlamentarier und Regierungsvertreter aller Ebenen.
Der Einsatz der Referentinnen und Referenten mit dem Schwerpunkt
„Beziehungen zur
Arabischen Welt“ erfolgt für 24 Monate an den Auslandsvertretungen Tunis,
Tripolis und
Riad und umfasst Aufgaben in den Bereichen Politik, Presse, Wirtschaft und
Protokoll.
Wir suchen:
Referentinnen und Referenten, die
· über ein abgeschlossenes wissenschaftliches Hochschulstudium,
vorzugsweise in den
Fachrichtungen Politik, Islamwissenschaften, Regionalwissenschaften
Arabische Welt,
Volkswirtschaft oder Rechtswissenschaften verfügen
· ein hohes Maß an Teamgeist, Organisationsvermögen, Zuverlässigkeit und
Flexibilität
mitbringen
· weltoffene, politisch denkende Menschen sind, die interkulturelle und
soziale Kompetenz
mit großer intellektueller Leistungsfähigkeit verbinden

Wir bieten:
· eine vielseitige und interessante Tätigkeit in einem Team, dessen
Mitglieder gemeinsam
Verantwortung übernehmen, sich gegenseitig respektieren und für einander
eintreten
· die Möglichkeit zur ständigen Fortbildung, auch in sprachlicher Hinsicht
Ihr künftiges Tätigkeitsfeld beinhaltet u.a.:
· Tätigkeiten in den Bereichen Presse, Politik, Wirtschaft und Protokoll
· Beobachtung und Analyse der aktuellen politischen Entwicklungen in der
arabischsprachigen Welt (u.a. Erstellen von Sachständen,
Gesprächsunterlagen,
Berichten)
· Begleitung und Umsetzung von Projekten im Rahmen der bilateralen
Beziehungen
zwischen Deutschland und den Ländern der Region
· Organisation und Betreuung hochrangiger Delegationsbesuche
Die Vergütung richtet sich nach Entgeltgruppe 13 TVöD-Bund. Informationen
hierzu finden
Sie auf der Homepage des Bundesministeriums des Innern (www.bmi.bund.de).
Darüber
hinaus werden bei Verwendung im Ausland Auslandsbezüge gewährt.
Wenn Sie folgende weitere Anforderungen erfüllen, würden wir uns über Ihre
Bewerbung
freuen:
· mindestens mit einem Master (oder einem vergleichbaren Abschluss)
abgeschlossenes
wissenschaftliches Hochschulstudium, vorzugsweise in den Fachrichtungen
Politik,
Islamwissenschaften, Regionalwissenschaften Arabische Welt, Volkswirtschaft
oder
Rechtswissenschaften .)
· deutsche Staatsangehörigkeit
· Deutschkenntnisse auf muttersprachlichem Niveau (mündlich und schriftlich)
· sehr gute Englischkenntnisse und gute Arabischkenntnisse
· mindestens dreimonatiger, nicht-touristischer Aufenthalt in der
arabischsprachigen Welt
· gute Kenntnisse aktueller innenpolitischer Entwicklungen in Tunesien,
Libyen bzw.
Saudi-Arabien
· zusätzliche Sprachkenntnisse, insbesondere des Französischen, sind
wünschenswert
· gute IT-Kenntnisse (insbesondere Office-Anwendungen, Internet)
· widerstandsfähige Gesundheit („Tropentauglichkeits“-Untersuchung durch den
Gesundheitsdienst des Auswärtigen Amts)
· erfolgreiches Durchlaufen einer Sicherheitsüberprüfung nach dem
Sicherheitsüberprüfungsgesetz
(SÜG des Bundes)
Schwerbehinderte Bewerberinnen und Bewerber werden bei gleicher Eignung
entsprechend
den gesetzlichen Grundlagen bevorzugt berücksichtigt. Das Auswärtige Amt
gewährleistet
die berufliche Gleichstellung von Frauen und Männern.

 

Bewerbungen richten Sie bitte bis zum 30. November 2011 ausschließlich über
die Online-
Bewerbungsmaske unter https://service2.diplo.de/stella an das Auswärtige
Amt.

 

Bitte reichen Sie folgende Unterlagen ein:
· Ausformuliertes Motivationsschreiben mit Angaben zum Werdegang
· Tabellarischer Lebenslauf
· Nachweise Bildungs- und Berufsabschlüsse
· Bei ausländischen Studienabschlüssen: Nachweis über die Gleichwertigkeit
mit
einem deutschen Abschluss durch ein Gutachten der Zentralstelle für
ausländisches Bildungswesen
· Nachweise der Sprachkenntnisse
· Nachweise des nicht-touristischen Auslandsaufenthalts
· Arbeitszeugnisse
· Einverständniserklärung zur Durchführung der erforderlichen
Sicherheitsüberprüfung
· Kopie des Personalausweises oder Reisepasses

Wir bitten um Verständnis, dass wir nur vollständige Bewerbungen
berücksichtigen können.

 

Allgemeine Informationen über das Auswärtige Amt sowie weitere Hinweise für
Bewerberinnen und Bewerber finden Sie auf der Homepage des Auswärtigen Amts
unter
http://www.diplo.de.

Einladung: Film-Matinée 4.12.2011

DEUTSCH-TÜRKISCHE GESELLSCHAFT E.V.
VEREINIGUNG ZUR FÖRDERUNG DER DEUTSCH-TÜRKISCHEN BEZIEHUNGEN BONN
www.dtgbonn.de
präsentiert in Zusammenarbeit mit

Neue Film-Bühne

Friedrich-Breuer-Straße 68 – 70
53225 Bonn-Beuel

Film-Matinée am Sonntag, 4. Dezember 2011, 11:00 Uhr
anläßlich des 50. Jahrestages des Anwerbeabkommens Deutschland-Türkei

Import-Export
Eine Reise in die deutsch-türkische Vergangenheit
Dokumentarfilm I Documentary I Belgesel
Deutschland/Türkei 2006 – 90 Min.
Der Dokumentarfilm möchte den Döner von hinten aufspießen und fragen: haben wir nicht lange genug auf 50 Jahren Migrationsgeschichte und Gastarbeiteklischees herumgekaut? Die deutsch-türkische Geschichte begann doch nicht erst gestern in Untertürkheim! Die Autorin Eren Önsöz nimmt uns mit auf ihre Recherche-Reise von Berlin bis an den Bosporus. Ein rasantes Road Movie durch die deutsch-türkische Geschichte, das amüsant und lehrreich beweist: Import-Export findet schon seit Jahrhunderten statt.
50 yildir göcmen tarihi ve göcmen kliselerle yeterince ugrasmadikmi? Alman-Türk iliskileri uzun bir gecmise dayanmaktadir. Berlin’de baslayan Bogaz’da biten bu keyifli ve ögretici gezi de bize Import ve Export’un iki halk arasinda yüzlerce yildan beri sürdügünü göstericektir…

Anschließend Diskussion mit der
Autorin Eren Önsöz!

Kostenbeitrag: 7,50 €

 

für Kinder, Studenten und DTG-Mitglieder 6,- €

Türkische Gemeinde: „Der Begriff Dönermorde macht mich wütend“

Der Vorsitzende der türkischen Gemeinde, Kenan Kolat, fordert mehr Anteilnahme für die Opfer der Rechtsterroristen. Die Kanzlerin müsse Hinterbliebene einladen.

Der Bundesvorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat, vermisst eine gesellschaftliche Debatte über den Rassismus in Deutschland. Er sei schockiert über die rechtsterroristische Mordserie an türkischstämmigen Deutschen, sagte Kolat der „Frankfurter Rundschau“.

Das Bekennervideo mit opferverhöhnenden Bildern

Bekennervideo der terroristischen Vereinigung „Nationalsozialistischer Untergrund“ aufgetaucht

Foto: dapd/DAPD Die Collage zeigt u.a. die Waffe der Heilbronner Polizistin Michèle K., die 2007 erschossen wurde, sowie Szenen ihrer Trauerfeier.

 

„Der Begriff Dönermorde macht mich wütend“, sagte Kolat. Er könne nicht begreifen, wie man ihn gedankenlos benutzen und nicht einmal nach den Opfern fragen könne.

Er wundere sich zudem, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) noch keine „Worte der Anteilnahme“ gefunden habe, sagte Kolat. „Es ist eine sehr technische Diskussion, die jetzt wieder geführt wird. Aufklärung ist das eine, aber ich erwarte auch eine Geste der Regierung für die Hinterbliebenen.“

„Anteilnahme fehlt auch in der Öffentlichkeit“

Kolat schlug vor, die Kanzlerin könne die Hinterbliebenen der Mordopfer einladen. „Das wäre eine Geste, wie ich sie erwarten würde“, sagte Kolat.

Anteilnahme fehlt Kolat auch in der deutschen Öffentlchkeit. „Wo bleiben die Reaktionen der Gewerkschaften und Kirchen? Einzig der Zentralrat der Juden hat sich bislang an unsere Seite gestellt. Dafür bin ich ihm dankbar“, sagte er.

„Ich erwarte eine Reaktion der zivilgesellschaftlichen Kräfte. Sie müssen von sich aus aktiv werden und sich einsetzen, nicht nur für uns Türken, für die gesamte Gesellschaft.“

Zahlreiche gesellschaftliche Organisationen hatten nach Bekanntwerden der mutmaßlichen rechten Mordserie an Migranten am Montag eine Kurskorrektur bei der staatlichen Extremismusbekämpfung gefordert und eine jahrelange Verharmlosung des Rechtsextremismus angeprangert.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, hatte sich am Sonntag erschüttert über das Ausmaß rechtsterroristischer Gewalt geäußert.

via Türkische Gemeinde: „Der Begriff Dönermorde macht mich wütend“ – Nachrichten Politik – Deutschland – WELT ONLINE.

http://www.welt.de/politik/deutschland/article13717730/Der-Begriff-Doenermorde-macht-mich-wuetend.html

Vorsitzender der Türkischen Gemeinde: „Der Begriff Döner-Morde macht mich wütend“

Vorsitzender der Türkischen Gemeinde

„Der Begriff Döner-Morde macht mich wütend“

Kenan Kolat, der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland vermisst eine gesellschaftliche Debatte über Rassismus in Deutschland. Er fordert eine Reaktion der Zivilgesellschaft und eine Geste der Kanzlerin auf die rechten Morde.

Kenan Kolat, 52, ist seit 2005 Bundesvorsitzender der TürkischenGemeinde in Deutschland.  Foto: dpa/Gero Breloer
Kenan Kolat, 52, ist seit 2005 Bundesvorsitzender der TürkischenGemeinde in Deutschland. Foto: dpa/Gero Breloer

Herr Kolat, Jahre lang war die Rede von „Döner-Morden“, die eingerichtete Ermittlungskommission hieß „Bosporus“. Es wurde der Eindruck erweckt, das ist eine Angelegenheit unter Türken. Was empfinden Sie, wenn Sie nun erfahren, dass es sich um eine rechtsterroristische Mordserie handelt?

Ich bin geschockt über das, was da bekannt geworden ist. Ich habe Solingen wieder vor Augen und ich muss an die Opfer denken. Der Begriff Döner-Morde macht mich wütend. Er war schon immer falsch, aber wie kann man ihn weiter gedankenlos benutzen und nicht einmal nach den Opfern fragen? Stattdessen wurden sie noch verunglimpft, indem man ihnen Straftaten andichtete. Wer entschuldigt sich nun bei den Hinterbliebenen?

Sie fordern eine öffentliche Entschuldigung?

Ja, ich fordere eine öffentliche Entschuldigung. Ich wundere mich auch, dass die Kanzlerin noch keine Worte der Anteilnahme gefunden hat, wie mir überhaupt die menschliche Anteilnahme fehlt. Es ist eine sehr technische Diskussion, die jetzt wieder geführt wird. Aufklärung ist das eine, aber ich erwarte auch eine Geste der Regierung für die Hinterbliebenen.

Ist der Rassismus, der sich hier Bahn bricht, überall virulent?

Er ist in jedem Fall keine singuläre Erscheinung. Wir beobachten doch eine Serie von rassistischen Übergriffen. Die rassistischen Morde jetzt stehen in einer Reihe mit Mölln, Rostock und Hoyerswerda. Wir müssen über diesen rechtsradikalen Rassismus sprechen, viel mehr, als das bisher der Fall ist.

Ist nicht im Zusammenhang mit der Debatte um Thilo Sarrazin oft und viel darüber gesprochen worden?

Als ich die Diskussion darüber beginnen wollte, hat man mir vorgeworfen, ich käme immer mit der Rassismus-Keule. Aber darum geht es, dieser Rassismus, der tötet, muss auf die Tagesordnung. Wir müssen die Hintergründe anschauen, auch den Populismus, der dahinter steht. Wo sind die Menschen, die dagegen aufstehen?

Vermissen Sie die Anteilnahme der Öffentlichkeit?

Wo bleiben die Reaktionen der Gewerkschaften und Kirchen? Einzig der Zentralrat der Juden hat sich bislang an unsere Seite gestellt. Dafür bin ich ihm dankbar. Ich erwarte eine Reaktion der zivilgesellschaftlichen Kräfte. Sie müssen von sich aus aktiv werden und sich einsetzen, nicht nur für uns Türken, für die gesamte Gesellschaft. Ich hoffe auf die Solidarität aller Demokraten in diesem Land. Aber ich habe auch Angst, allein da zu stehen.

Wie groß ist die Bedrohung, die Sie empfinden?

Ich bin fassungslos, dass hier Menschen auf offener Straße erschossen werden. Wo leben wir denn? Wie krank muss ein Täter sein, der Menschen wahllos erschießt, Türken, auch einen Griechen und eine deutsche Polizistin. Das ist furchtbar.

Was fordern Sie von den Verantwortlichen?

Wir fordern eine Aufklärung der Morde bis ins kleinste Detail. Das muss öffentlich geschehen und nicht hinter verschlossenen Türen. Und ich erwarte Anteilnahme auch von der Bundesregierung. Die Bundeskanzlerin könnte die Hinterbliebenen einladen. Das wäre eine Geste, wie ich sie erwarten würde.

Interview: Katja Tichomirowa

via Vorsitzender der Türkischen Gemeinde: „Der Begriff Döner-Morde macht mich wütend“ | Politik – Frankfurter Rundschau.

50 Jahre Migration

Sehr geehrte Damen und Herren,

am 30.Oktober 1961 unterzeichneten die Bundesrepublik und die Türkei einen Vertrag über die Anwerbung türkischer Arbeitskräfte. Seit 50 Jahren gibt es also eine offizielle gemeinsame Migrationsgeschichte von Türken und Deutschen.

Es gibt aber auch Geschichten, oft hinter Integrationsdebatten verborgen, etwas zurückhaltend, vielleicht sogar versteckt und ängstlich. Es sind keine großen Geschichten, aber es sind die Erlebnisse der wahren Helden, auch wenn Sie nicht in die Geschichtsbücher eingehen werden. Geschichten, die zum Teil tragische, heitere und bewegende Augenblicke in sich vereinen. Geschichten von einfachen Frauen und Männern, von Bergleuten, Stahlarbeitern und Fließbandarbeitern.

Wir haben 5 dieser Familien der ersten Generation samt Ihren Nachkommen aus der 2. und 3. Generationen, stellvertretend für die vielen Millionen Menschen in den 50 Jahren, eingeladen. Passend zu den Geschichten aus 1001 Nacht wollen wir mit Ihnen zusammen die Migrationsgeschichte noch einmal authentisch nacherzählen und miterleben.

Zu dieser Veranstaltung sind Sie sehr herzlich eingeladen.

Mit freundlichen Grüssen

 

Dr. Ali Sak

Elternverband Ruhr e.V.

Programm (vorläufig):

Moderation: Müge İşleyen

 

18.00 Uhr

Musikalischer Auftakt

 

18.10 Uhr

Begrüßung durch Herrn Dr. Ali Sak

(Vorsitzender Elternverband Ruhr)

 

18.20 Uhr

Grußworte von Rolf Fließ

(Bürgermeister der Stadt Essen)

 

18.25 Uhr

Grußworte von Şule Özkaya

(Generalkonsulin der Türkei)

 

18.30 Uhr

Grußworte A. Bomheuer bzw. Vertreter/in (angefragt)

(Beigeordneter der Stadt Essen für Kultur, Integration und Sport)

 

18.35 Uhr

Gedichtsvorträge zur Migration

 

18.40 Uhr

Diavorführung: Eindrücke zur Migrationsgeschichte

(Mehmet Kapyapar, Lehrerverein Ruhr)

 

18.50 Uhr

Kurzfilm über und mit der Familie Sak: Reise nach Deutschland

 

19.00 Uhr

„Die Reise in das ersehnte Land“

(Familien der 1. Generation erzählen über Hintergründe, Erlebnisse und Erfahrungen)

 

19.30 Uhr

„Wir sind angekommen – Sind wir?“

(Familienporträts der 2. und 3. Generation)

 

19.45 Uhr

„Ihre Heimat – Unsere Heimat“

(Heimatgefühle: Eindrücke, Gefühle der verschiedenen Generationen zum Heimatgefühl)

 

20.00 Uhr

Diskussion

 

20.30 Uhr

Musikalischer Ausklang

 

20.45 Uhr

Kleiner Imbiss

Zeit: 02.12.2011, Ort: Unterdorfstr 19a, 45143 Essen