Genozid an Armeniern gehört in Lehrplan

07.08.2009 | Erika Steinbach |
Menschenrechte

http://www.cdu.de/archiv/2370_27979.htm

Anlässlich der Äußerungen des Bundesvorsitzenden der Türkischen Gemeinde in Deutschland Kenan Kolat im „Hürriyet“ zum Genozid an den Armeniern im Lehrplan von Brandenburg erklärt die Sprecherin für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Erika Steinbach MdB:

Die Intervention von Kenan Kolat, den Genozid an den Armeniern aus dem Lehrplan von Schülern zu streichen, mag vielleicht in Anatolien erfolgreich sein, im bundesdeutschen Brandenburg verbietet sich jedoch eine solche Einmischung in die Schulhoheit.

Im Osmanischen Reich sind etwa 1,5 Millionen Armenier systematischen Massakern und Deportationen zum Opfer gefallen. Das im Unterricht unter den Tisch kehren zu wollen, widerspricht völlig einer freien Erziehung.

Kolats Begründung, die Bezeichnung „Genozid“ für die Massenmorde setze türkischstämmige Schüler unter einen „psychologischen Druck“, der sie in ihren schulischen Leistungen beeinflusse, ist absolut haltlos.

Schließlich hat die Hälfte der in Deutschland lebenden drei Millionen Türken überhaupt keinen Schulabschluss, obwohl der Genozid an den Armeniern bundesweit nur im brandenburgischen Lehrplan vorkommt

Türken gegen Ausbau des Lepsius-Gedenkhauses

Der deutsche Orientalist Johannes Lepsius dokumentierte 1915 als einer der ersten den Massenmord an den Armeniern – die Türkische Gemeinde in Deutschland fordert nun, dass die Bundesregierung den Ausbau des Potsdamer Lepsius-Hauses nicht fördert.

VON FERDA ATAMAN
10.8.2009 13:06 Uhr

POTSDAM – Bundeskanzlerin Angela Merkel erhält in dieser Woche Post mit Ratschlägen der Türkischen Gemeinde in Deutschland (TGD). Betreff: das umstrittene Lepsius-Haus in Potsdam. „Sein Ausbau wird die Völkerverständigung zwischen Armeniern und Türken erschweren“, heißt es darin. „Die Türken in Deutschland sind traurig und entrüstet bei der Vorstellung, dass die Bundesregierung eine solche Gedenkstätte fördert.“ Deshalb rät die TGD, von der zugesagten finanziellen Unterstützung Abstand zu nehmen. Die Pressemitteilung dazu existiert bislang nur in türkischer Sprache.

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Wir sind keine anti-türkische Einrichtung

Johannes Lepsius hat 1915 als einer der ersten den Massenmord an den Armeniern dokumentiert. Der Bund will sein Gedenken mit finanzieller Hilfe für das Lepsius-Haus Potsdam fördern. Dagegen protestiert die Türkische Gemeinde mit einem Brief an Angela Merkel. Hermann Goltz vom Lepsius-Haus spricht im Interview mit Tagesspiegel.de über die Hintergründe des Streits.

Herr Goltz, der Bundestag hat ihrem Verein Lepsiushaus Potsdam im Jahr 2007 eine Fördersumme von 600.000 Euro zugesprochen. Die Türkische Gemeinde in Deutschland (TGD) reagiert jetzt darauf mit einem entrüsteten Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel, in dem sie ihr rät, von der Unterstützung Abstand zu nehmen. Haben Sie mit dieser Reaktion gerechnet?

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Geschichte der Türken

Geschichte der Türken / Türklerin Tarihi

Altersgruppe (Jugendliche 14-22 Jahre)

Seminarsprache: Deutsch

1. Vorislamische Zeit:
15.11.2009
16.30-18.30 Uhr

2. Vorosmanische Zeit:
22.11.2009
16.30-18.30 Uhr

3. Geschichte des Osmanischen Reiches (Teil I)
29.11.2009
16.30-18.30 Uhr

4. Geschichte des Osmanischen Reiches (Teil II)
06.12.2009
16.30-18.30 Uhr

5. Vom Osmanischen Reich zur Republik Türkei
13.12.2009
16.30-18.30 Uhr

6. Die Türkei nach Mustafa Kemal Atatürk
20.12.2009
16.30-18.30 Uhr

Anmeldeschluss: 01. November 2009

* Die Seminare finden jeweils von 16.30 bis 18.30 Uhr statt: in AEV (Ausländischer Elternverein München), Goethestr. 28/I, 80336 München

* Seminarsprache: Deutsch (Spezielle Fachterminologie wird auch auf Türkisch behandelt).

* Anmeldung unbedingt erforderlich (danach keine Aufnahme absolut nicht möglich!)

Atatürk Kulturverein München e.V.
Phone:+49.89. 530 93 20
Fax:+49.89.53 37 72
Mobil:+49.163. 153 14 40
E-Mail: info@akd-muenchen. de
www.akd-muenchen. de

Die verantwortungslose Waldrodung in Manisa Çal Dagi muss sofort aufgehalten werden!

Türkische und europäische Naturschutzvereinigungen müssen gemeinsam gegen Umweltskandal vorgehen.

Der ehemalige Umwelt- und Waldminister der Republik Türkei (Osman Pepe), hatte dem Vorhaben, im Waldgebiet Çal Dağı/Manisa Nickel abzubauen, in seiner Amtszeit wegen ernsthafter ökologischer Bedenken keine Erlaubnis erteilt. Doch sein Nachfolger, Veysel Eroğlu, gab im vergangenen April der britischen Firma Sardes grünes Licht für das Projekt. Diese Erlaubnis bedeutet, dass auf einer Waldfläche von drei Millionen Quadratmetern Nickel abgebaut und Anlagen errichtet werden, wozu 143.000 Bäume gefällt werden dürfen. Hinzu kommt, dass die britische Firma das Gebiet bis zum Jahr 2026 nutzen darf.

Neben diesem ökologisch verheerenden Raubbau an der Natur stellt die Schwefelsäure, die beim Abbau des Nickels verwendet wird, eine ernsthafte Gefahr für die Gesundheit der Menschen in der Region dar. Obwohl die Bevölkerung mehrmals gegen das Projekt protestiert hat, reagierten die Verantwortlichen in Ankara nicht. Insbesondere die Erwartungen an den Abgeordneten der Provinz Manisa, Bülent Arınç, waren hoch, jedoch hat sich dieser bis zuletzt diesem wichtigen Anliegen nicht angenommen.

Osman Pepe betonte in den vergangenen Tagen erneut, dass er damals aus berechtigten, umweltpolitischen Gründen die Erlaubnis nicht erteilte. Die britische Firma habe aber alle möglichen zwischenstaatlichen Mechanismen genutzt und staatliche Kräfte auf ihre Seite gezogen, um das Projekt durchzusetzen, so Pepe.

Die gesundheitliche Gefährdung der Menschen vor Ort durch chemische Vorgänge beim Nickelabbau ist beträchtlich. Dabei ist noch gar nicht absehbar, welche Risiken dies für zukünftige Generationen haben wird. Hinzu kommt, dass in einem Land wie der Türkei, wo die Bodenerosion eine ernsthafte Gefahr darstellt, ein Projekt, welches das Fällen von Tausenden von Bäumen bedeutet, in höchstem Maße unverantwortlich ist. Der Erdrutsch, der sich erst in diesen Tagen im Schwarzmeergebiet ereignet hat, ist ein warnendes Beispiel für die Folgen kurzsichtiger Waldrodung. Deshalb fordere ich Umweltschutzorganisationen in der Türkei und der EU auf, gemeinsame und entschiedene Proteste zu organisieren!

NEUE STRUKTUREN IN DER PARTIZIPATIONS- UND MIGRATIONSPOLITIK IN DEUTSCHLAND

Berlin, 04.08.2009

Die Türkische Gemeinde in Deutschland hat eine neue Debatte über die politischen Strukturen in der Partizipations- und Migrationspolitik vorgeschlagen.

Der Bundesvorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat erklärte hierzu: „Wir brauchen nach der Verabschiedung des Nationalen Integrationsplans eine neue Strukturdebatte, in welchem Rahmen dieser Plan umzusetzen ist.“ Die Diskussion über den Nationalen Integrationsplan zeige, dass kein ausreichender Diskurs dazu im Deutschen Bundestag stattfinde. Dies sei mitunter auf noch fehlende Strukturen zurückzuführen. Dieser Mangel könnte bspw. durch Einrichtung von Ausschüssen beseitigt werden.

Die Türkische Gemeinde in Deutschland schlage deshalb vor, nach der Bundestagswahl einen Ausschuss für Migration und Partizipation im Deutschen Bundestag einzurichten. Dieser Ausschuss solle als Querschnittsausschuss fungieren.

In diesem Zusammenhang begrüßte Kenan Kolat den Vorschlag des Vizekanzlers, Frank-Walter Steinmeier, ein Ministerium für Bildung und Integration einzurichten. Kolat dazu: „Es müsse dann jedoch sichergestellt werden, dass das neu zu schaffende Ministerium mit weiteren ressortübergreifenden Kompetenzen (u.a. Mitzeichnungs- und Anhörungsrecht) sowie mit ausreichendem Personal ausgestattet wird. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge solle diesem Ministerium zugeordnet werden.“

Beim Bundesministerium für Bildung und Integration sei ein Bundesbeirat für Partizipation und Migration einzurichten. Der Beirat solle die Aufgabe haben, die Bundesregierung in Fragen zur Eingliederungs- und Zuwanderungspolitik zu beraten. Dem Bundesbeirat sollten folgende Behörden und Organisationen angehören: das Bundeskanzleramt, alle Ministerien, Gewerkschaften, Unternehmerverbände, Wohlfahrtsverbände, Migrantenverbände sowie Wissenschaftler/-innen. Die Ministerien sollten mit den jeweiligen Staatssekretär/innen im Beirat vertreten sein. Der Bundesbeirat sollte regelmäßig tagen und Vorschläge in der Zuwanderungs- und Integrationspolitik ausarbeiten. Es sollen Arbeitsgruppen gebildet werden, deren Leitungen paritätisch von den Verwaltungen und Nicht-Regierungsorganisationen zu besetzen sind.

Kenan Kolat forderte außerdem den Erlass eines Gesetzes für Partizipation.

Dieses Gesetz sollte die Eingliederung und Teilhabe gesetzlich verankern und entsprechende Regelungen schaffen. U.a. müssten Migrant/innen im öffentlichen Dienst und bei der öffentlichen Förderung explizit berücksichtigt und hierfür positive Maßnahmen entwickelt werden. Ferner bedarf es auch eines Monitorings dieser partizipationspolitischen Maßnahmen.

Die Türkische Gemeinde in Deutschland werde nach der Bundestagswahl einen eigenen Gesetzesentwurf vorlegen.

http://www.tgd.de

Staatsministerin : „Muttersprachlicher Unterricht langfristig gesichert“

Zur Vorlage eines Referentenentwurfs zur Änderung der Beschäftigungsverordnung durch das Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung am heutigen Tage erklärt die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Maria Böhmer:

„Heute Nachmittag hat das Bundesarbeitsministerium den Entwurf für die notwendige Änderung der Beschäftigungsverordnung vorgelegt. Damit ist der Weg dafür frei, dass auch über den 31. Dezember 2009 hinaus sogenannte Konsulatslehrkräfte nach Deutschland kommen können, um hier muttersprachlichen Unterricht zu erteilen. Ich freue mich sehr, dass damit der muttersprachliche Unterricht in Deutschland langfristig gesichert ist.“

„Es ist vorgesehen, dass die beteiligten Ressorts die Änderung der Verordnung bereits im September abschließend beraten. Damit kann die Neuregelung rechtzeitig in Kraft treten.“

http://www.bundesregierung.de

Tessa Hoffmann und die Armenierfrage

Ein Beispiel für subjektive Geschichtsdeutung: Tessa Hoffmann und die Armenierfrage

Tessa Hoffmann hat nach Ihrem Studium der Slawistik, Armenistik und Soziologie (1974) an verschiedenen Universitäten in Sankt Petersburg (Russland), Jerewan (Armenien) und Tbilissi (Georgien) geforscht. Nach Ihrer Promotion (1982) arbeitet Sie am Osteuropa-Institut an der Freien Universität Berlin.

Als Sachbuchautorin und Herausgeberin hat Tessa Hoffmann zahlreiche Publikationen zur Geschichte, Kultur und Gegenwartslage Armeniens herausgegeben. Sehr intensiv widmete sich Tessa Hoffmann der Genozidforschung, der armenischen Diaspora, christlichen Minderheiten in der Türkei und im Südkaukasus.

Sie angegiert sich ehrenamtlich als Armenien-Koordinatorin in der Gesellschaft für bedrohte Völker und ist die Vorsitzende der AGA e.V. (Arbeitsgruppe Anerkennung-Gegen Genozid, für Völkerverständigung e.V.). Zurzeit arbeitet Sie in der Minderheiten- und Migrationsforschung mit Schwerpunkt Ost- und Südosteuropa, sowie Südkaukasus. Tessa Hoffmann wurde für Ihre Arbeiten vom Armenischen Staat und der armenischen Diaspora gewürdigt.

–          Garbis Papazian-Preis der Armenian General Benevolent Union (New York), 1988

–          Ehrenprofessur der Hrachia Ajarian-Universität (Jerewan), 2002

–          Fridtjof nansen medaille des Nationalen Museums und Instituts des Armenischen Genozids (Jerewan), 2003

–          Hakob Meghapart Medaille des nationalbibliothek der Republik Armenien (Jerewan), 2003

–          Medaille für die Erforschung des Armenischen genozids, verliehen vom Nationalen Museum und Institut des Armenischen Genozids, Jerewan, 2005

Eines Ihrer wichtigsten Werke ist das Buch mit dem Titel: „Der Völkermord an den Armeniern vor Gericht- der Prozess Talat Pascha“. Als Coverbild des von Hoffmann in 1980 herausgegebenen Buches ist folgendes Bild mit dem Titel: „Türkische Barbarei: Eine Schädelpyramide in Westarmenien 1916/1917″ zu sehen. Die Fotografie des damaligen Türkischen Innenministers/Großwesirs Talat Pascha, der im Berliner Exil am 15 März 1921 von fanatischen Armenier Soghomon Tehlirian ermordet wurde, ist oben links zu sehen.

Bild 1: „Türkische Barbarei: Eine Schädelpyramide in Westarmenien 1916/1917″. Ausgabe 1980

Auf den ersten Augenblick wirkt das Bild auf den Betrachter sehr „erschreckend“. Ein großer Haufen von Schädeln, darüber kreisen die Geier und mittendrin der türkische Großwesir Talat Pascha. Und spätestens nach dem Lesen der Bildunterschrift wird dem Leser die Greuel des Tates und der Täter dieser Barbarei klar verdeutlicht. Eine klug ausgedachte und zusammengestellte Komposition von Bildern, die dem Leser „das Schrecken“ klar machen sollen.

Jahrelang war dieses Buch in dieser Version in den Buchläden zu kaufen. Bis Türkkaya Ataöv, ein türkischer Historiker die gezielte Manipulation bezüglich dieses Titelbildes erkannte und es in seinem in 1985 erschienen Buch „An Armenien Falsification“ von 1985 thematisierte. Er deckte diesen Vorfall auf, ohne Tessa Hoffmann dabei namentlich als Verantwortliche zu nennen.

War dies nur ein Versehen von Tessa Hoffmann?

Tessa Hofmann hat das nicht rein zufällig oder unwissend gemacht. Vielmehr hat Sie wohl folgende Passage in den Akten des Auswärtigen Amtes gelesen: „[…] Am 10. und am 12. d. M. kamen je ein Zug von etwa 2000 verbannten Frauen und Kindern über Ras-ul Ain zu Fuss in völlig erschöpftem Zustande hier an, ein Zug der nur durch den Pinsel eines Wereschtschagin in seiner Grausamkeit hätte wiedergegeben werden können.[…]“  Quelle: PA-AA/BoKon/170; A53a, 5779, p. 7.10.1915;

Hier nun das Bild des russischen Malers Wereschtschagin:

Bild 2: Ölgemälde „die Folgen des Krieges“ (1871/72) des russischen Malers

Wassilij Wereschtschagin (1842-1904)

Nachdem der dieser wissenschaftliche Schwindel aufgedeckt wurde, ließ Tessa Hofmann diese Fotomontage entfernen. Seltsamerweise wurde diese auch aus etlichen bereits gedruckten Auflagen entfernt, indem die Titelumschläge der Bücher in den Bibliotheken „verschwanden“. Und schnell musste eine neue Ausgabe des Buches her:

Bild 3: Ausgabe 1985

Ein Versehen oder ein gezielter Versuch der subjektiven Manipulation historischer Geschehnisse? Ist man gutmütig und unvoreingenommen könnte man sagen, Frau Hoffmann war hier ein Irrtum unterlaufen und Sie hat den Hinweis in den Akten des Auswärtigen Amtes falsch interpretiert. Liest man das Buch weiter findet man im Inneren folgendes Bild.


Bild 4: Gefolterte und geschändete Armenierinnen. Fotografiert an der Strasse von

Trapesunt nach Ersnga von einem deutschen Offizier.

Wieder wird dem Leser das Leid der Armenier vor Augen geführt. Halbnackte und nackte Armenierinnen, die gefoltert und geschändet werden. Und ein deutscher Offizier fotografiert das Geschehen. Was für eine Kaltblütigkeit des deutschen Offiziers? würde man hier sagen.

Recherchen haben aber ergeben, dass es sich auch bei diesem Bild wiederum um ein Gemälde handelt, und zwar von Paul-Émile Boutigny (1854-1929)  mit dem Namen „Les Horreurs de la guerre“ („Das Schrecken des Krieges“)


Bild 5: Paul-Émile Boutigny (1854-1929)  mit dem Namen „Les Horreurs de la guerre“

Spätestens jetzt muss klar sein, dass Tessa Hoffmann die Bilder gezielt benutzt hat, um Ihrer Art der Darstellung der Ereignisse von 1916/17 Gewicht zu verleihen. Hermann Goltz behandelte diese Vorfälle in den herausgegebenen „Akten des internationalen Dr. Johannes-Lepsius-Symposiums 1986″ an der Martin-Luther Universität in Halle-Wittenberg und bezeichnete diese als „erstaunlich“ und „peinlich“. Ist es wirklich nur erstaunlich und peinlich?

Sind dies wirklich Einzellfälle?

Frau Tessa Hoffmann ist, wie Eingangs erwähnt, ist gleichzeitig die Vorsitzende der AGA e.V. (Arbeitsgruppe Anerkennung-Gegen Genozid, für Völkerverständigung e.V.). Schauen wir uns nun ein weiteres Bild aus den Bilddokumenten dieser Gesellschaft mal an, angeblich von massakrierten Armeniern.

Bild 6: Schädel von lebendig verbrannten Armeniern aus dem Dorf Ali-Srnan.

Quelle: Armjanskij Central’nyj Komitet (Izd.): ,Al’bom“ armjan‘-bežencev“. Tiflis (um 1918)

Ref. Nr.: 91 Aus aga-online.org

Der erste Eindruck dieses Bildes vermittelt wieder recht glaubwürdig die Brutalität, mit denen die Armenier massakriert wurden, das ist auch der Sinn und Zweck der Bilddokumentenreihe. Im Folgenden sehen wir ein Bild aus der online Ausgabe der Deutschen Welle zum Thema.

Bild 7: Massengrab mit den Leichen getöteter Armenier.

Aus Deutsche Welle, dw-world.de 24.04.2005

Das Bild 7 wurde gespiegelt und fand im dw-world.de Verwendung. Die Copyrightrechte liegen bei der dpa (Deutsche Presse Agentur). Das Bild 6 stammt höchst wahrscheinlich aus einem armenischem Buch und ist auch armenisch mit einem Bildverweis vermerkt. Das eigentliche Problem ist aber, das beide Bilder von beiden Anbietern aus dem Kontext gezogen, manipuliert und mit einem falschem Quellvermerk verwendet oder ungenügend zitiert wurden.

Im Bildvermerk von tatsächlichen Bild steht: Armjanskij Central’nyj Komitet (Izd.): ,Al’bom“ armjan‘-bežencev. Tiflis 1918″. Das ist besonders deshalb interessant, da Tiflis seit Jahrzehnten nicht mehr im Osmanischem Reich angegliedert war, sondern seit 1801 im russischem Reich (heutiges Georgien) lag. Hier wird mit vorgegaukelten Bildern versucht, armenischen massakrierten mehr Gewichtung zu verleihen. Das besonders verwerfliche daran ist aber, das man stark annehmen muss, das es sich hier um muslimische Opfer handelt, mehrheitlich Aserbaidchaner, die in jener Zeit, also 1918, aus dem Kaukasusgebiet durch Armenier und Russen, massakriert oder vertrieben wurden. Sie auch die aktuelle Situation in Berg-Karabach (Aserbaidchan), wo ca. 20% des Asarbaidchanischen Territoriums völkerrechtswidrig von Armeniern besetzt wird.