Tag der offenen Moscheen und Moscheeneubau in Bonn

Foto: Bonner General-Anzeiger
Foto: Bonner General-Anzeiger

Seit einigen Jahren ist der Tag der offenen Moscheen am 3. Oktober eine gute Gelegenheit, mit Muslimen aus der eigenen Stadt ins Gespräch zu kommen. Sechs Bonner Moscheen hatten dazu eingeladen.

Wenige Tage später, am 6. Oktober, fand der erste „Runde Tisch“ zum Moscheebau an der Brühler Straße statt, zu dem die Integrationsbeauftragte Vertreterinnen und Vertreter verschiedenster Interessengruppen eingeladen hatte. Die Anwohner wurden mit einem Bürgerbrief über den Termin des „Runden Tisches“ informiert. Geht es nach dem bauenden Moscheeverein, soll die neue Moschee in zwei Jahren fertig sein.

Auch der Umbau eines Gebäudes am Hochstadenring/Viktoriabrücke zu einer Moschee kann bald beginnen, da dafür die Baugenehmigung inzwischen ebenfalls vorliegt, so der Vereinsvorsitzende, Mehmet Aksar.

Keinen vor den Kopf gestoßen

Wilfried Meisen

KOMMENTAR

Keinen vor den Kopf gestoßen
Von Wilfried Meisen, 05.10.10
Klug und bescheiden hat sich die Kerpener Moschee-Gemeinde beim Umbau ihres Gotteshauses am Stiftsplatz verhalten: das Gotteshaus ist ein Kompromiss, mit dem alle leben können, außer den Liebhabern orientalischer Baukunst.
Anstatt die deutschstämmige Bevölkerung und Nachbarschaft mit Forderungen nach einem Minarett womöglich vor den Kopf zu stoßen und zu spalten, hat sie nur eine wenige Meter hohe Lichtkuppel bauen lassen. Die Moschee ist so von außen kaum zu erkennen, was etwas schade ist: Denn ein bisschen mehr orientalische Baukunst hätte dem ansonsten nicht gerade mit architektonischem Glanz verwöhnten Stiftsplatz gut getan. Wichtiger aber ist, dass sowohl die einheimischen als auch die türkischstämmigen Kerpener mit dem neuen Gebäude am Stiftsplatz leben können und sich keiner zurückgedrängt fühlt. Der Integration kann es nur guttun, wenn es für alle in Kerpen relevanten Religionsgemeinschaften auch repräsentative Gotteshäuser gibt.

Quelle: http://www.rhein-erft-online.ksta.de/html/artikel/1285337939032.shtml

Dank der Kuppel wird es hell

Dank einer neu gebauten Lichtkuppel müssen die Moslems in Kerpen nun nicht mehr bei künstlichem Licht beten. (Bild: Meisen)

MOSCHEE

Dank der Kuppel wird es hell

Von Wilfried Meisen, 05.10.10, 10:12h

Die Emir Sultan Moschee am Stiftsplatz wurde in den vergangenen sechs Monaten umgebaut und mit einer Lichtkuppel versehen, durch die jetzt die Sonnenstrahlen in den 200 Quadratmeter großen Gebetsraum für Männer eindringen können.

KERPEN – Auf künstliche Beleuchtung können die Moslems in Kerpen beim traditionellen Freitagsmittagsgebet nun verzichten. Denn die Emir Sultan Moschee am Stiftsplatz wurde in den vergangenen sechs Monaten umgebaut und mit einer Lichtkuppel versehen, durch die jetzt die Sonnenstrahlen in den 200 Quadratmeter großen Gebetsraum für Männer eindringen können. Am Wochenende wurde das Gotteshaus passend zum bundesweiten „Tag der Moscheen“ wieder geöffnet. Zur Feier des Tages war nicht nur die Kerpener Bevölkerung eingeladen. Auch der türkische Generalkonsul Mustafa Kemal Basa, Vertreter des türkischen Religionsverbandes Ditib, der Kirchen, der Stadtverwaltung und der Fraktionen kamen.

Farbenprächtige Mosaike

Bei einem Rundgang konnten sie sich davon überzeugen, wie gut die neue, drei Meter breite Lichtkuppel dem in einem Innenhof liegenden Gotteshaus tut: Die farbenprächtigen orientalischen Mosaike und Teppiche in dem Gebetsraum kommen nun wesentlich besser zur Geltung. Der Raum, wie auch der gleich benachbarte Gebetsraum für Frauen, hat an Schönheit gewonnen.

„Wir haben nun ein Gotteshaus, das man auch vorzeigen kann. Das ist keine Hinterhofmoschee mehr“, freut sich so die Kerpener Muslima Hanim Ezder, die in Köln das Muslimische Familienbildungswerk leitet. „Das ist auch ein Signal an Kerpen: Wir gehören dazu, und wir fühlen uns hier wohl.“

Mit Ansprachen auf Türkisch und Deutsch warben bei der Eröffnungsfeier Vertreter der Kerpener Moscheegemeinde, der katholischen und der evangelischen Kirche sowie der Stadt und der Arbeiterwohlfahrt für die Verständigung zwischen den Religionen und für ein gutes Miteinander der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen in Kerpen. Ditib-Vorsitzender Hüseyin Bagci wies darauf hin, dass die Moschee auch als Begegnungszentrum genutzt werden könne, Iman Cahit Kücükyildiz sah in ihr ein „Zeichen des Friedens“.

Rund 300 000 Euro hat die circa 150 Mitglieder zählende Moschee-Gemeinde in den Umbau des Gotteshauses investiert und dafür Spenden gesammelt. Das vorher von einem Dachdeckerbetrieb genutzte Gebäude war 1982 angemietet und schließlich 1992 gekauft worden.

Nach zweijährigen Verhandlungen mit der Stadt war der Umbau dann genehmigt worden. Den Bau eines Minarettes habe die Moschee-Gemeinde von vorneherein erst gar nicht beantragt, berichtete Sekretär Umit Cavdar, der in Kerpen ein Reisebüro betreibt. Man wolle keine Ablehnung hervorrufen, sondern „in Frieden mit unserer Umgebung leben“. Dass es sich um ein moslemisches Gotteshaus handelt, ist so von außen nur an der Beschilderung und an der kleinen Lichtkuppel zu erkennen, die ein goldener Halbmond ziert.

Quelle: http://www.ksta.de/html/artikel/1285337939028.shtml

Besuch der DITIB-Moschee in Kerpen

Besuch einer Moschee
Der Kerpener Kirchturm der Stiftskirche St. Martinus ist mit 78 m
der höchste Kirchturm im Rheinland nach dem Kölner Dom. Vor 150
Jahren bauten ca. 200 m weiter westlich die preußischen
Protestanten im Filzengraben eine kleine, unscheinbare Kirche – sie
durfte nicht aussehen wie eine „richtige“ Kirche. Etwa 100 m weiter
südlich gab es seit 1836 eine jüdische Synagoge – sie wurde 1938
von deutschen Fanatikern verwüstet.
Seit nun 40 Jahren gibt es muslimische Türken in Kerpen. Die
allgemein anerkannte DITIB baute nun, 50 m von der Stiftskirche
entfernt, eine Moschee mit orientalischen Elementen am Stiftsplatz.
Wir wollen sie besuchen und damit zur Verständigung beitragen.
Aufeinander zugehen, voneinander lernen, einfach etwas lernen.
Alle Väter sind mit ihren Kindern eingeladen daran teilzunehmen.