Kategorie: Regional

  • Baha Güngör: „Ayatollah“ Baha bestach für’n Parkplatz

    Baha Güngör: „Ayatollah“ Baha bestach für’n Parkplatz

    „Ayatollah“ Baha bestach für’n Parkplatz

    Im September 1984 wagte ich den Schritt in berufliche Selbständigkeit und zog nach Istanbul um. Die Stadt, in der ich 1950 geboren und die ich 1961 verlassen hatte, wurde zu meinem neuen „Arbeitsplatz“ im Dienst der WAZ und mehrerer Zeitungen in Deutschland, Österreich und in der Schweiz. Doch ich kam als „Fremder“ zurück und hatte noch viel zu lernen in der Bosporus-Metropole, die damals noch unter Kriegsrecht stand.
    

    Als einen der ersten führenden Journalisten steuerte ich Nezih Demirkent an. Der vor zehn Jahren verstorbene Herausgeber der Wirtschaftszeitung „Dünya“ nahm sich meiner an und schickte mich als Übergangslösung bis zum Aufbau eines eigenen Korrespondentenbüros zur Nachrichtenagentur Türk Haberler Ajansi. Dort sollte ich als „Gastjournalist“ aus Almanya den Quellen nahe sein. Die Redaktionsleitung setzte mich an einen alten Schreibtisch in der Telefonzentrale. Es war noch eine Telefonzentrale, wie wir sie aus den Schwarz-Weiß-Filmen kennen. „Das Fräulein vom Amt“ hatte sechs Leitungen zu beherrschen – und vor allem die Stöpsel in die richtigen Löcher stecken, damit die Anrufer auch mit den richtigen Gesprächspartnern sprechen konnten.

    Angst vor dem „Kuckuck“
    

    Vereinbart wurde, dass ich die Telefon- und Telexleitungen der Agentur benutzen durfte. Die Kosten für Telex und Telefon nach Essen zur WAZ-Zentrale erstatte ich zum Monatsende in bar. Doch es ging der Agentur finanziell sehr schlecht. Aus Angst davor, dass der „Kuckuck“ zuschlägt, nahm ich vor Reisen oder an Wochenenden meine Schreibmaschine sowie meine wichtigsten Bücher in einem Koffer mit nach Hause und brachte sie montags wieder mit.

    Kollegen wurden zu Serienkillern von Mäusen

    Ich fütterte hin und wieder die Tauben mit Sesamkringeln, wenn ich warten musste, bis eine Telefonleitung zur Verfügung stand oder die Telexleitung frei war. Die Krümel diesseits des Fensters zum Innenhof fielen auf den Boden oder ich vergaß auch schon mal die Sesamkringel auf dem Tisch. So durfte ich mich auch nicht wundern, wenn mitunter morgens erst einmal die Mäuse vor allem die jungen Kolleginnen kreischend aus meiner Nähe wegliefen und die jungen Kollegen zu Serienkillern Istanbuler Mäuse wurden.

    Gespräche beim Barbier waren
    stets gut für neue Ideen

    
    Arbeiten unter Militärzensur

    Auch Istanbul war damals für mich ein „Niemandsland“. Es herrschte noch Kriegsrecht, obwohl seit den ersten Parlamentswahlen im Anschluss an die dreijährige Militärherrschaft bereits zehn Monate vergangen waren. Immer wieder kamen die jungen Kolleginnen und Kollegen mit Informationen zu mir, die sie wegen der Militärzensur nicht verwerten durften. Ich aber durfte das und war als „deutscher Journalist“ im Vorteil.
    
    Journalistische Inspiration beim Barbier
    
    In den ersten Wochen lernte ich, wo der nächste Barbier war, bei dem ich mich gerne rasieren ließ. Es waren herrliche Gespräche – vor allem über Fußball, Politik und Menschen, die den Übergang von einem geschlossenen Wirtschaftssystem in ein offenes verkraften mussten. Alles, was verboten war, der Besitz von Devisen oder ausländischen Zigaretten zum Beispiel, war erlaubt. Der türkische Tee schmeckte gut und die sich zu den Gesprächen gesellenden Kunden aus der Umgebung waren interessante Informationsquellen und inspirierten zu guten Reportagen und Berichten.

    

    Beim „Tavla“lernte ich „türkische Verhaltensweisen“

    Keine Chance als „Deutscher“

    Auch beim Backgammonspiel lernte ich im historischen Presseviertel Cagaloglu viel dazu. Was sagt man wann? Wie ärgert und verunsichert man seinen Gegenspieler? Welche Kraftausdrücke sind erlaubt und welche nicht? Beim Essen mit Kollegen und Kolleginnen mittags in einfachen Restaurants lernte ich so langsam, mich wieder wie ein Türke zu verhalten. Denn mit deutschen Herangehensweisen hatte ich keine Chance.

    „Ayatollah“ wegen Alkoholverzicht

    Unter dem Dach des Gebäudes des Istanbuler Journalistenverbandes befand sich ein einfaches Restaurant. Fast jeden Abend habe ich dort gewartet, bis die Stoßzeit vorbei und die Straßen zu meiner Wohnung in Yesilyurt etwa 20 Kilometer vom Zentrum entfernt erträglich frei geworden waren. Doch den Raki habe ich immer wieder abgelehnt, um nicht alkoholisiert nach Hause fahren zu müssen. Ich trank Ayran und aß dazu geröstete Kichererbsen (Leblebi). Mit der Zeit wurde ich von der Kollegengemeinde immer öfter als „Ayatollah“ begrüßt, wenn ich das Restaurant betrat, weil ich nichts trank.
    

    Plaudern mit Kollegen vor Heimfahrt ohne Alkohol

    

    Ärger mit Verkehrshütchen
    Doch hatte ich ein ganz großes Problem mit meinem Auto. Immer wenn ich in das belebte Gebiet kam, war die Parkplatznot enorm. Sehr oft musste ich etwa einen Kilometer weiter an der Hagia Sophia parken, was vor allem bei schlechtem Wetter oder Zeitknappheit ärgerlich war. Vor den Gebäuden waren an den Bürgersteigen unzählige Verkehrshütchen, die von den Polizisten bei bestimmten Leuten mitgenommen wurden, damit diese parken konnten.
    Zeitungstrick verhalf zum Parkplatz
    Eines morgens war mir das zu dumm geworden, dass bei mir der Polizist nie ein Hütchen zur Seite nahm. Ständig sagte er mir, dass in der Straße das Parken verboten sei. Ich kam in mein Büro und fragte in die Runde, warum das so sei.
    „Hast du dem Polizisten etwas Geld gegeben oder angeboten?“ fragte ein Kollege.
    „Nein, so etwas mache ich nicht. Ich will keine Polizisten bestechen!“ sagte ich beharrlich.
    „Du bist einfach zu deutsch, hier bist du in Istanbul. Ohne eine Zuwendung wirst du nie wie wir parken können.“
    „Wie macht man das denn?“
    „Nun, du fragst ihn einfach, was er so haben will. Einmal im Monat steckst du das Geld in einen Umschlag und diesen versteckst du in einer Zeitung. Wenn du ihm dann sagst, du hättest eine neue Zeitung für ihn, wird er die Zeitung nehmen und dann hast du auch kein Parkplatzproblem mehr.“
    Jeder Polizist ist anders
    Da hatte ich wieder etwas dazu gelernt. Als ich ein paar Monate später in mein eigenes Büro etwa 300 Meter bergab gegenüber dem Sitz des Provinzgouverneurs zog, wusste ich schon, wie ich mit dem dort zuständigen Polizisten umgehen musste, um stets einen Parkplatz zu ergattern. Nur wechselten die Polizisten immer wieder in unregelmäßigen Abständen. Einer wollte die „Zeitung“, andere wiederum Zigaretten, Whisky oder Schuhe.
    Nur einer, den ich nie vergessen werde, war ganz ehrlich: „Ich will von dir kein Geld.“
    „Wie aber kann ich mich dankbar zeigen?“
    „Ganz einfach. Wenn es regnet oder wenn es kalt ist, komme ich einfach in dein Büro, lehne meinen Rücken an deine Heizung und du bestellst mir ein paar Gläser Tee.“
    
    Ich musste meine Geburtsstadt
    neu entdecken und sie studieren

    

    Europäisierung verringerte Bestechlichkeit
    In den 90er Jahren hat sich viel verändert in der Türkei. Die Bestechlichkeit von einfachen Verkehrspolizisten wurde gezielt bekämpft. Inzwischen hatten sie auch neue Uniformen und verhielten sich immer europäischer. Einmal wurde ich auf einer Landstraße nahe Denizli wegen Geschwindigkeitsüberschreitung angehalten. Unter einem Baum, dessen Schatten die Hitze etwas erträglicher machte, wollte ich den beiden Polizisten Geld geben, damit sie mich schnell weiterfahren lassen und auf ein teureres Verwarnungsgeld verzichteten: „Wir wollen in die EU. So was gibt es nicht mehr.“
    „Ja, wenn ich aber die Strafe zahle, habe kein Bargeld mehr.“
    „Lassen Sie einfach die Papiere hier, fahren sie in die nächste Stadt mit einem Bankautomaten.“
    „Wenn ich aber von ihren Kollegen angehalten werde und keine Papiere habe, was dann?“
    „Dann sagen sie ihnen, was passiert ist, und sie werden uns schon per Funk finden und nachfragen. Machen sie sich keine Sorgen.“
    „Ach, ich habe noch deutsche Mark. Kann ich die Strafe in D-Mark bezahlen?“
    „Nein, wir wollen türkisches Geld. Da hinten ist eine Tankstelle. Die wechseln bestimmt.“
    Ich hatte keine Chance. Die Europäisierung der Türkei hatte enorme Fortschritte gemacht. Zumindest konnte sich kein Autofahrer mehr wie früher sicher sein, mit ein paar Kröten Bestechung der Strafe zu entkommen. Das ist auch gut so!
    Quelle:
  • Kinostart der Terroristenkomödie „Four Lions“

    Kinostart der Terroristenkomödie „Four Lions“

    Kinostart der Terroristenkomödie „Four Lions“: Der Terrorist ist ein Scheinriese

    Die, die von der diffusen Terrorangst ihrer Mitmenschen profitieren, werden diesen Film ablehnen. Der Rest darf lachen – über eine britische Terrorzelle und über sich selbst. Denn das ist nötig, sagt Regisseur Chris Morris. Von Sophie Albers

     

    Quelle:

    Bildquelle/-Text: Lachen erlaubt: „Four Lions“ und die Tragikomik des Terrors© Capelight

  • Einladung: „In Zukunft Frieden – Feinde von gestern, Partner von morgen“

    Einladung: „In Zukunft Frieden – Feinde von gestern, Partner von morgen“

    Einladungsschreiben PV Köln-Bethlehem

     

    Einladung

     

    zur Podiumsdiksussion

    der Deutschen Initiative für den Nahen Osten unter dem Titel

    „In Zukunft Frieden –
    Feinde von gestern, Partner von morgen“

    am 8. Mai 2011 um 19:00 Uhr in der Residenz am Dom

    Anmeldungen bis zum 06. Mai 2011

    bei

    Heinz-Rudolf Hönings
    – Geschäftsführer –

    = = = = = = = = = = = = = = = =

    Verein zur Förderung
    der Städtepartnerschaft Köln-Bethlehem
    Heinz-Rudolf Hönings
    Gasstraße 60
    42657 Solingen
    (0212) 247 48 61
    (0170) 200 62 14
    [email protected]

  • Berliner Erklärung gegen Thilo Sarrazin

    Berliner Erklärung gegen Thilo Sarrazin

    Berliner Erklärung zur Beendigung des Parteiordnungsverfahrens gegen Dr. Thilo Sarrazin

    Von: Aziz Bozkurt aus Berlin

    An: Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) in Deutschland

    Viele Menschen in Berlin, in der gesamten Bundesrepublik und auch im Ausland haben kein Verständnis für das Ergebnis und den Verfahrensablauf des Parteiordnungsverfahrens gegen Genossen Dr. Thilo Sarrazin. Nicht nachvollziehbar erscheint vor allem der Zickzackkurs der Partei. Wir entschuldigen uns bei den Menschen, die sich durch diese Haltung verletzt oder enttäuscht fühlen. Wir appellieren an die Genossinnen und Genossen unserer Partei, die sich mit dem Gedanken eines inneren Rückzuges oder gar Austritts tragen: Jetzt gerade nicht! Wir brauchen Euch! Die Partei braucht Euer politisches Rückgrat!

    In gemeinsamer Verantwortung für unsere Partei, die Sozialdemokratische Partei Deutschlands, stellen wir fest:

    1. Wir sind und bleiben die Partei des sozialen Aufstiegs. Wir geben nicht große Teile der Bevölkerung verloren, sondern ringen um Konzepte für gerechte Teilhabe. Elitärer Dünkel, Ausgrenzung von Gruppen – mit oder ohne Migrationshintergrund –, menschenverachtendes Gerede oder gar rassistischer Habitus haben in unserer Mitte keinen Platz.

    2. Wir verteidigen die Meinungsfreiheit aufrecht. Die SPD ist jedoch eine politische Wertevereinigung, die – wie bei jeder anderen Partei – durch ihr Grundwertekorsett einen äußersten Meinungsrahmen vorgibt. „Die gleiche Würde aller Menschen ist Ausgangspunkt und Ziel unserer Politik … und unabhängig von … wirtschaftlicher Nützlichkeit.“ Dieser äußerste Wirkungsrahmen ist nicht verhandelbar.

    3. Die politische Verantwortung und der Gestaltungsanspruch der SPD enden nicht an irgendeinem Wahltag. Unsere Grundwerte sind nicht beliebig und stehen nicht zur Disposition Einzelner. Nachdem auf allen Parteiebenen Gremienbeschlüsse zum Parteiordnungsverfahren vorlagen war es politisch angezeigt, diese Gremien vor einer Verfahrensbeendigung ohne Sachentscheidung zu befassen.

    Begründung: s.o.

    Im Namen aller Unterzeichner.

    Berlin, 25.04.2011 (aktiv bis 24.10.2011)

  • Türkei: Istanbul – Weltstadt und Szene-Treff

    Türkei: Istanbul – Weltstadt und Szene-Treff

    Beginnen wir diese Geschichte, die am Bosporus spielt, zur Abwechslung einmal in Bonn am Rhein. Dort nämlich sprach vor ungefähr 60 Jahren Bundeskanzler Konrad Adenauer diese gewichtigen Worte: „Auf einer Brücke kann man nicht wohnen.“

    Foto: picture-alliance / Rainer Hacken/picture alliance Blick von Galata über das Goldene Horn (Halic), vorne links der Galataturm und Atatürk-Brücke mit Yavuz Sinan Camii (vorne)
    Foto: picture-alliance / Rainer Hacken/picture alliance Blick von Galata über das Goldene Horn (Halic), vorne links der Galataturm und Atatürk-Brücke mit Yavuz Sinan Camii (vorne)

    Istanbul

    Foto: picture-alliance / Rainer Hacken/picture alliance Blick von Galata über das Goldene Horn (Halic), vorne links der Galataturm und Atatürk-Brücke mit Yavuz Sinan Camii (vorne)

    Was damals als Absage an ein zwischen Ost und West neutralistisch schwankendes Deutschland gemeint war, gewinnt plötzlich, bei einer Betrachtung Istanbuls, neue Aktualität. Denn oft, vielleicht zu oft, wurde die Stadt flugs und huschig als „Brücke zwischen den Kulturen“ benannt.

    via Türkei: Istanbul – Weltstadt und Szene-Treff – Nachrichten Reise – Städtereisen – WELT ONLINE.

  • Türkische Justiz: Ich möchte keine Marionette der Regierung sein

    Türkische Justiz: Ich möchte keine Marionette der Regierung sein

    Aufruhr um den Journalisten Ahmed Şik, Verfasser des Buches „Das Heer des Imams”, nach seiner Verhaftung am 5. März vor dem Gericht in Istanbul
    Aufruhr um den Journalisten Ahmed Şik, Verfasser des Buches „Das Heer des Imams”, nach seiner Verhaftung am 5. März vor dem Gericht in Istanbul

    Die türkische Justiz wird immer mehr zum Handlanger der Regierung Erdogan. So kriminalisiert sie ein Buch über die Infiltrierung der Polizei durch Islamisten. Eine frühere Oberste Richterin fürchtet: Das Land wird auf radikalislamische Linie gebracht.

    Von Emine Ülker Tarhan

    11. April 2011 2011-04-11 17:28:06

    Das derzeitige Klima in der Türkei gleicht den Verhältnissen in George Orwells Buch „1984“. Denn das Vorgehen unserer Regierung unterscheidet sich nicht im Geringsten davon, wie Big Brother in seinem Angstimperium die Gedankenpolizei in Gang setzt, um Gedanken zu zerstören. Der Polizeistaat steht nicht nur vor unserer Tür, er hämmert mit dem Rammbock dagegen.

    Wir wurden Zeugen, wie das noch unveröffentlichte Buch des verhafteten Reporters Ahmed Şik, „Das Heer des Imams“ (über die islamistische Fethullah-Gülen-Bewegung, Anm. d. R.), vernichtet wurde. Jeder, der eine Kopie besaß, wurde für schuldig befunden. Soweit ich weiß, wurde in Europa das letzte Mal ein Buch während des Nationalsozialismus verbrannt. Es scheint, als ob es bei uns wieder dazu kommen könnte. Werden diejenigen, die heute Bücher verbieten, eines Tages unsere Gedanken auslöschen wollen? Die Meinungs- und die Pressefreiheit wird mit Füßen getreten, obwohl diese eigentlich durch internationale Abkommen und die Verfassung geschützt sein sollte.

    via Türkische Justiz: Ich möchte keine Marionette der Regierung sein – Hintergründe – Feuilleton – FAZ.NET.

  • Tayyip Erdogan: Der Imam der Armee

    Tayyip Erdogan: Der Imam der Armee

    Er galt als Reformer, nun hat sich der Wind gegen den türkischen Ministerpräsidenten Erdogan gedreht: Von „Orwellschen“ Verhältnissen ist die Rede. Aber die Behauptung, in der Türkei könne nichts mehr gegen die Regierung geschrieben werden, ist haltlos.

    Von Michael Martens

    Der türkische Ministerpräsident Tayyip Erdogan
    Der türkische Ministerpräsident Tayyip Erdogan

    Der türkische Ministerpräsident Tayyip ErdoganDer türkische Ministerpräsident Tayyip Erdogan

    17. April 2011 2011-04-17 09:11:52

    Vor wenigen Jahren noch wurde der türkische Ministerpräsident Tayyip Erdogan in Orient und Okzident als Reformer gefeiert. Er könne die Türkei aus der Umklammerung der korrupten kemalistischen Elite befreien, und seine Partei werde das Land in eine Demokratie nach westlichem Muster verwandeln, hieß es. Inzwischen hat sich der Wind gegen Erdogan und die AKP gedreht. Das Klima in der Türkei gleiche den Verhältnissen in Orwells „1984“, behauptete unlängst eine ehemalige Richterin, die sich der Opposition angeschlossen hat. (Siehe Türkische Justiz: Ich möchte keine Marionette der Regierung sein)

    Anlass für solche Kritik bot die Verhaftung des Journalisten Ahmet Sik, der in einem noch gar nicht gedruckten, seit seiner Festnahme aber im Internet kursierenden Buch mit dem Arbeitstitel „Die Armee des Imams“ zu beweisen sucht, dass die Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen die türkische Polizei unterwandert habe. Unabhängig von der seltsamerweise kaum erörterten Frage, ob Siks Darstellung zutrifft, ist seine Verhaftung durchaus ein beängstigender Vorgang. Wer das Geschehen aber in das orwellsche Türkeibild einordnet, das Erdogans Gegner dem Ausland aufschwatzen wollen, tappt in eine Falle. Dieses Bild hat mit dem Land genauso wenig zu tun wie das in Rosatönen gehaltene Gemälde von der Türkei als Musterstaat, das die AKP vertreibt.

    via Tayyip Erdogan: Der Imam der Armee – Der Kommentar – Politik – FAZ.NET.

  • Bulletin: Frauen leben – Familienplanung und Migration im Lebenslauf

    Bulletin: Frauen leben – Familienplanung und Migration im Lebenslauf

    Bulletin: Frauen leben – Familienplanung und Migration im Lebenslauf

    Forschungsbericht der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

    Bulletin_Frauenleben_Endergebnisse

  • Einladung: Integrationsforum West am 14. Mai 2011 in Gelsenkirchen

    Einladung: Integrationsforum West am 14. Mai 2011 in Gelsenkirchen

    Integrationsforum West am 14. Mai 2011 in Gelsenkirchen

    Forum West (1)

  • Rede in Straßburg: Erdogan attackiert EU wegen Türkei-Beitritt

    Rede in Straßburg: Erdogan attackiert EU wegen Türkei-Beitritt

    Der türkische Premier Erdogan hat Vorwürfe zurückgewiesen, sein Land verletze die Pressefreiheit. Zugleich griff er die Gegner eines EU-Beitritts der Türkei scharf an.

    Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat Vorwürfe über eine Einschränkung der Pressefreiheit in seinem Land zurückgewiesen. Zwar seien zurzeit 26 Journalisten inhaftiert, sagte Erdogan am Mittwoch in Straßburg. Sie seien aber nicht wegen ihrer Meinungsäußerungen im Gefängnis, sondern wegen Verbindungen zu terroristischen Organisationen, sagte er auf Fragen von Parlamentariern der 47 Europaratsländer. „Vorwürfe über Zensur und Unterdrückung der Medien entsprechen nicht der Realität.“

    Erdogan  Foto: dpa/DPA Erdogan erklärt sich vor Parlamentariern in Straßburg
    Erdogan Foto: dpa/DPA Erdogan erklärt sich vor Parlamentariern in Straßburg

     

    Derzeit laufen in der Türkei Strafverfahren gegen Dutzende Journalisten. Journalistenorganisationen kritisieren das Vorgehen der Justiz als politisch motiviert. Die inhaftierten Journalisten sollen Verbindungen zu einer ultranationalistischen Geheimgruppe namens „Ergenekon“ gehabt haben. Diese soll den Plan verfolgt haben, die türkische Regierung zu stürzen.

    via Rede in Straßburg: Erdogan attackiert EU wegen Türkei-Beitritt – Nachrichten Politik – Ausland – WELT ONLINE.

  • Zensus 2011: 400 ehrenamtliche Erhebungsbeauftragte gesucht

    Zensus 2011: 400 ehrenamtliche Erhebungsbeauftragte gesucht

    Zensus 2011: 400 ehrenamtliche Erhebungsbeauftragte gesucht

     

    Stellenausschreibung_Erhebungsbeauftragte

  • Theater-Einladung in Düren: Stefanie integriert die Öztürks

    Theater-Einladung in Düren: Stefanie integriert die Öztürks

    Theater-Einladung in Düren: Stefanie integriert die Öztürks

  • Kerpen: Ihre Meinung zur Integration ist gefragt

    Kerpen: Ihre Meinung zur Integration ist gefragt

    Meinungsumfrage zur Integration, Ausländer, Hochhausviertel  in Kerpen:

  • Naher und Mittlerer Osten brennen – Krisenregion außer Kontrolle?

    Naher und Mittlerer Osten brennen – Krisenregion außer Kontrolle?

    Ralf R. Zielonka:
    Naher und Mittlerer Osten brennen – Krisenregion außer Kontrolle?

  • Bewerbungsfrist für den höheren Auswärtigen Dienst beginnt

    Bewerbungsfrist für den höheren Auswärtigen Dienst beginnt

    Bewerbungsfrist für den höheren Auswärtigen Dienst beginnt
    Erscheinungsdatum
    13.04.2011

    Ab kommenden Montag (18.04.) kann man sich wieder für eine Tätigkeit als Diplomatin oder Diplomat im höheren Auswärtigen Dienst bewerben. Gesucht werden leistungsfähige, politisch denkende Menschen mit hoher sozialer und interkultureller Kompetenz, Interesse an internationaler Politik und Neugier auf fremde Länder und Kulturen. Bewerbungsvoraussetzungen sind unter anderem die deutsche Staatsangehörigkeit und ein mindestens mit einem Master oder einem vergleichbaren Abschluss beendetes wissenschaftliches Studium.
    Das Auswärtige Amt stellt jährlich zwischen 35 und 45 Anwärterinnen und Anwärter für den höheren Auswärtigen Dienst ein. Nach dem vierzehnmonatigen Vorbereitungsdienst in der Akademie Auswärtiger Dienst in Berlin folgt der erste Posten: zum Beispiel als Pressereferent in Teheran, Referentin für Rechts- und Konsularwesen in Moskau, als Vertreterin des Botschafters in Bamako oder Referent für Klimapolitik in der Zentrale. Die Rotation zwischen In- und Ausland und der regelmäßige Wechsel der Arbeitsgebiete bestimmen das gesamte Berufsleben der Diplomatinnen und Diplomaten.
    Nächster Einstellungstermin ist Anfang Mai 2012. Bewerbungen für diesen Termin nimmt das Auswärtige Amt in der Zeit vom 18. April bis 31. Mai 2011 ausschließlich online unter an.
    Auf dieser Internetseite erhalten Interessentinnen und Interessenten auch Informationen über Bewerbungs- und Einstellungsvoraussetzungen, Berufsbild und Tätigkeiten im höheren Auswärtigen Dienst sowie Details über den Ablauf des Auswahlverfahrens.
    Einzelfragen können per E-Mail an [email protected] oder per Telefon an 030-1817-1145 gerichtet werden.

    Internetangebot des Auswärtigen Amts: www.auswaertiges-amt.de

  • INFOABEND ÜBER DEN KRIEG  IN CÔTE D´IVOIRE  (Elfenbeinküste)

    INFOABEND ÜBER DEN KRIEG IN CÔTE D´IVOIRE (Elfenbeinküste)

    INFOABEND ÜBER DEN KRIEG
    IN CÔTE D´IVOIRE (Elfenbeinküste)

    Die Gemeinschaft der Ivorer in Nord-Rhein Westfalen möchte Sie herzlich zu einer Informationsabend über die politische Lage nach der Präsidentenschaftswahl in Côte d’Ivoire (Elfenbeinküste) einladen.

    ORT : Komm- Kulturzentrum,
    August-Klotz-Strasse 21, 52349 Düren

    DATUM : 14. 04. 2011

    ZEIT : von 19:00 h bis 21:00 h

    Für die Opfer des Krieges haben wir ein Spendekonto errichtet:

    – Postbank Frankfurt
    – BLZ: 50010060
    – Konto: 0012085602
    – Inhaber: A.D.I.A. e.V. ( Amicale de la Diaspora Ivoirienne en Allemagne )
    50733 Köln

    Kontakt:
    Carlos Ayé
    Tel/Fax: 024 21- 97 22 85
    Handy: 0176- 35 18 69 07

    Apollinaire Séry
    Tel; 0221-78 94 92 07
    Handy: 01520- 58 12 888

  • Almanya – der Film – nun auch in Kerpen

    Almanya – der Film – nun auch in Kerpen

     

    Nach dem bundesweiten Start am 10.03.2011 läuft Almanya ab 14.04. auch im Capitol Kino in Kerpen!

    Hier sind die Spielzeiten für die Woche vom 14.04 – 20.04:

    „Almanya – Willkommen in Deutschland“ (101 min, ab 6 J.)
    Tägl. 20.30 Uhr
    Do, Sa, Mo & Mi auch 17.45 Uhr

    Schauen Sie sich Almanya an, es lohnt sich!
    Mitte der Sechzigerjahre kamen Hüseyin Yilmaz und seine Familie aus der Türkei nach Deutschland. Inzwischen ist das fremde Land jedenfalls für die Kinder und Enkel zur Heimat geworden. Nachdem der Patriarch bei einem Essen seine Lieben mit der Nachricht überrascht, ein Haus in der Türkei gekauft zu haben, muss die Sippe mit zum Umbau in die Pampa fahren. Die Reise voller Streitereien und Versöhnung nimmt eine tragische Wendung, aber die Geschichte endet dennoch glücklich und mit fabelhaften Eindrücken!

  • Türkisch als 2. Fremdsprache bei Matura geplant

    Türkisch als 2. Fremdsprache bei Matura geplant

    Im Unterrichtsministerium wird an der Einführung von Türkisch als zweite lebende Fremdsprache gearbeitet, in der man auch zur Matura antreten können soll. Dabei gehe es um eine Gleichstellung von Türkisch mit Sprachen wie Französisch, Russisch oder Polnisch, für die es dieses Angebot schon gebe, bestätigte ein Sprecher von Unterrichtsministerin Schmied einen Bericht der Tageszeitung „Presse“.

    Schule, Prüfung, Matura Türkisch soll gleichgestellt werden mit Sprachen wie Französisch, Russisch und Polnisch. © Imago
    Schule, Prüfung, Matura Türkisch soll gleichgestellt werden mit Sprachen wie Französisch, Russisch und Polnisch. © Imago

    Schule, Prüfung, Matura Türkisch soll gleichgestellt werden mit Sprachen wie Französisch, Russisch und Polnisch. © Imago

    Im Ministerium werde derzeit eine Änderung der Lehrpläne vorbereitet, danach stehe auch der Einführung eines an der Uni Graz bereits ausgearbeiteten Lehramtsstudiums für Türkisch „nichts mehr im Wege“. Das geplante Angebot bedeute allerdings nicht, dass türkischsprachige Schüler künftig in allen Fächern in ihrer Muttersprache maturieren können.

    Promotion

    Voting

    Türkisch als Maturafach: Ein guter Vorstoß?

    * Ja 31%

    * Nein 66%

    * weiß nicht 3%

    2365 StimmenIhre Stimme wurde gezählt

    Aus Sicht der ÖVP steht die Einführung von Türkisch als zweite lebende Fremdsprache unterdessen nicht auf der Agenda. Diese Frage sei derzeit nicht aktuell, so ÖVP-Bildungssprecher Amon im ORF-„Mittagsjournal“. Die FPÖ warnte unterdessen davor, dass durch Türkisch als Maturafach „Parallelgesellschaften geradezu gefördert“ würden. Es sei „mit Sicherheit der falsche Ansatz“, wenn in Österreich lebenden Menschen, die Türkisch nicht mehr lesen und schreiben könnten, die Sprache wieder beizubringen.

    via Türkisch als 2. Fremdsprache bei Matura geplant – GMX.

  • Gülen-Bewegung in der Türkei: Die unheimliche Macht des Imam – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Politik

    Gülen-Bewegung in der Türkei: Die unheimliche Macht des Imam – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Politik

    Gülen-Bewegung in der Türkei

    Die unheimliche Macht des Imam

    Von Jürgen Gottschlich, Istanbul

    AP

    Der islamistische Prediger Fethullah Gülen gilt als einer der mächtigsten Männer der Türkei. Seine Anhänger scheinen weite Teile der Ordnungsmacht im Land unterwandert zu haben, Kritiker werden aus dem Weg geräumt. Jetzt wurden zwei Journalisten verhaftet – doch deren Umfeld weiß sich zu wehren.

    Die Gülen-Bewegung, auch Armee des Imam genannt, betreibt in der Türkei viele Schulen. Eine davon ist das Fatih-College in Istanbul, wo 640 Schüler unterrichtet werden.
    Die Gülen-Bewegung, auch Armee des Imam genannt, betreibt in der Türkei viele Schulen. Eine davon ist das Fatih-College in Istanbul, wo 640 Schüler unterrichtet werden.

    Fikret Ilkiz ist eine elegante Erscheinung. Graumeliertes Haar, schmale Gesichtszüge, ein teures Sakko rundet das Äußere ab. Er redet kurz, aber mit einer Präzision, die etwas Schneidendes hat. Fikret Ilkiz ist Anwalt, und sein Auftreten erinnert ein wenig an Otto Schily, als dieser in den siebziger Jahren Gudrun Ensslin verteidigte.

    Ilkiz vertritt den derzeit bekanntesten Untersuchungshäftling der Türkei, den renommierten Journalisten und Autor Ahmet Sik. Sik wurde am 3. März festgenommen, zeitgleich mit seinem Kollegen Nedim Sener. Beide arbeiten bei einer Zeitung aus dem Dogan Konzern, Sik bei der linksliberalen „Radikal“, Sener bei dem intellektuellen Traditionsblatt „Milliyet“. Berühmt geworden sind beide aber eher durch ihre Bücher.

    Durch ihre Enthüllungen wurden sie zu Ikonen des investigativen Journalismus der Türkei, vielfach ausgezeichnet im In- und Ausland. Entsprechend groß war der Schock, als beide im Morgengrauen des 3. März in ihren Privatwohnungen verhaftet wurden. Die Polizei stellte die Räume auf den Kopf, beschlagnahmte Computer, CDs und die gesamten Archive.

    „Jeder weiß, dass der Vorwurf absurd ist“

    Doch schon bald verwandelte der Schock sich in helle Empörung, als bekannt wurde, was den beiden vorgeworfen wird: Sie sollen Mitglieder der ultranationalistischen Untergrundorganisation Ergenekon sein. Das Netzwerk von Militärs und Hardcore-Kemalisten soll 2003 und in den folgenden Jahren durch Terror und Desinformation den Sturz der islamisch geprägten Regierung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan betrieben haben.

    „Jeder weiß, dass dieser Vorwurf gegen die beiden Journalisten absurd ist“, stellte Ilkiz am Wochenende bei einem Treffen von Freunden von Sik und Sener mit ausländischen Journalisten fest. „Ihre Arbeit spricht für sich.“ Tatsächlich gehörte Ahmet Sik 2007 zu jenen Redakteuren des Wochenmagazins „Nokta“, die als erste eine große Enthüllungsgeschichte über Putschpläne der Armee publizierten. Als Beweis legte „Nokta“ Auszüge aus geheimen Tagebüchern eines hochrangigen Admirals vor, in dem das Vorhaben skizziert wurde. Das Tagebuch ist heute Bestandteil der Anklage im Ergenekon-Prozess – und ausgerechnet der Journalist, der es enthüllte, soll nun Teil des Netzwerks sein.

    So absurd die Vorwürfe gegen Ahmet Sik und Nedim Sener sind, sie markieren doch einen Einschnitt im sogenannten Demokratisierungsprozess der seit 2002 regierenden AKP-Regierung unter Erdogan. Die ersten Jahre der neuen Regierung, in denen auch die erfolgreiche Annäherung an die EU stattfand, waren geprägt durch eine permanente Auseinandersetzung mit dem bis dahin übermächtigen Militär.

    In dieser Zeit standen Journalisten wie Ahmet Sik und Nedim Sener auch auf der Seite der AKP, wenn sie über Menschenrechtsverletzungen des Militärs und der Geheimdienste berichteten. Nachdem das Militär durch den gemeinsamen Einsatz der demokratischen Kräfte zurückgedrängt worden war und die AKP ihre Macht in den Institutionen gesichert hat, wird investigativer Journalismus plötzlich lästig, wenn nicht sogar – wie jetzt, zwei Monate vor entscheidenden Parlamentswahlen – bedrohlich.

    via Gülen-Bewegung in der Türkei: Die unheimliche Macht des Imam – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Politik.

  • Türkei: Atomkraft versus Ehelosigkeit

    Türkei: Atomkraft versus Ehelosigkeit

    Die Türkei plant den Bau gleich mehrerer Akw. Um die Sicherheit der türkischen Atomkraft zu unterstreichen, griff Minister Yildiz zu einem Vergleich, der Äpfeln und Birnen alle Ehre macht.

    Unsere türkischen Freunde haben es auch nicht leicht. Nicht nur, dass sie in die EU wollen, die EU sie aber nicht will. Sie haben auch noch einen Minister, der dem Stefan Mappus aus Baden-Württemberg nicht unähnlich ist. Also dem alten Mappus, der neue Mappus weiß ja nun auch nicht mehr, was er öffentlich über diese Kernkraft denken soll. Der türkische Mappus weiß es, der türkische Mappus heißt Taner Yildiz und ist Energieminister. Man kann sagen, dass das, was Taner Yildiz gerade von sich gegeben hat elmalar la armutlar i kiyaslamak war. Wir in unserer deutschen Leitkultur sagen zu diesem Vorgang „Äpfel mit Birnen vergleichen“. Also Dinge in einen Zusammenhang bringen, der gar nicht wahr, nicht existent, nicht stimmig ist.

    Zum Beispiel ist es fraglich, ob ein brav leer gegessener Teller wirklich gutes Wetter am folgenden Tag garantiert. Oder früher, als es noch Wehrdienst gab und die Leute den potenziellen Wehrdienstverweigerern mit der Behauptung kamen, dass der Militärdienst noch niemandem geschadet hat. Was nun definitiv nicht den Statistiken diverser Kriege entspricht.

    Aber zurück zu Herrn Yildiz. Die Türkei plant den Bau gleich mehrerer Akw. Ein möglicher Partner für den Bau eines der Werke ist die Firma Tepco, die gerade mit Altpapier und Sägespänen das atomare Leck in Fukushima stopft. Und nun hat Yildiz gesagt, dass Atomkraft sehr sicher sei. Die in der Türkei geplanten Werke seien sogar modern und erdbebenfest. Vielleicht sollten unsere türkischen Freunde schon mal anfangen, die „Hürriyet“ aufzubewahren, die türkische Boulevardzeitung, mit der sich im Bedarfsfall sicher prima atomare Löcher stopfen lassen.

    Um die Sicherheit der türkischen Atomkraft zu unterstreichen, griff Minister Yildiz zu einem Vergleich, also zu elmalar und armutlar. Im Grunde, so Yildiz, sei die Ehelosigkeit viel gefährlicher als Atomkraft. Er kann diese überraschende Erkenntnis auch statistisch untermauern. Laut soziologischer Studien aus den USA würden unverheiratete Menschen im Schnitt sechs Jahre früher als verheiratete sterben. Wohingegen die Atomkraft das Leben statistisch gesehen nur um 0,03 Tage verkürze. Demnach ist also eine friedliche Nutzung des ledigen Status einfach nicht beherrschbar, weil sie in Lotterleben münden kann, in unkühlbare Haltlosigkeit mit all den damit verbundenen Risiken und dem frühen Ableben. Dann doch lieber der Atomtod, quod erat demonstrandum.

    via Türkei: Atomkraft versus Ehelosigkeit – Meinung – Tagesspiegel.