„Das ist so etwas wie eine Staatsräson“

„Das ist so etwas wie eine Staatsräson“

Autor Martin Machowecz;Stefan Schirmer

Datum 28.11.2012 – 12:52

Quelle DIE ZEIT

Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder mahnt, den Kampf gegen Neonazis ernst zu nehmen – und nicht zu glauben, es gehe um ein Ost-Problem.

Es ist ein Streit entbrannt ums Geld für die Arbeit gegen Rechtsextremismus. Initiativen wie »Gesicht zeigen!« kritisieren, die Bundesregierung lasse sie im Ungewissen, ob auch künftig ausreichend Mittel für ihre Arbeit bereitstünden; derzeit sind es jährlich 24 Millionen Euro. Dazu ein Gespräch

DIE ZEIT: Sie sind Schirmherr der Initiative »Gesicht zeigen!«. Derzeit ist die Rede davon, dass die Bundesregierung die Mittel für den Kampf gegen Rechtsextremismus einschränken könnte. Wäre dies ein politisches Signal?

Gerhard Schröder: Sollte es so kommen, wäre es in der Tat ein falsches Signal. Die bundesweiten Förderprogramme gegen Rechtsextremismus laufen Ende des nächsten Jahres aus. Wichtig ist jetzt, dass die vielen Bürgerprojekte, die engagiert gegen rechte Gewalt und Antisemitismus ankämpfen, Planungssicherheit für die nächsten Jahre bekommen.

ZEIT: Nimmt die Bundesregierung, nimmt Angela Merkel den Kampf gegen den Rechtsextremismus ernst genug?

Schröder: Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus zu bekämpfen ist so etwas wie eine Staatsräson. Das hat jede Bundesregierung ernst genommen, und das wird so bleiben. Aber das bedeutet auch, dass man zivilgesellschaftliches Engagement in diesem Bereich fördern muss, denn der Staat allein kann das nicht leisten. Wir müssen extremistische Einstellungen und Haltungen bekämpfen, weil sie die fundamentalen Grundlagen unseres Zusammenlebens infrage stellen. Deshalb ist die Förderung von Maßnahmen und Projekten zur Extremismusprävention so wichtig.

ZEIT: Hat die Aufdeckung des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU), der auch in den Jahren Ihrer Kanzlerschaft mordete, Ihre Sicht auf den Rechtsextremismus verändert?

Schröder: Meine grundsätzliche Sicht auf den Rechtsextremismus hat sich nicht verändert, weil uns schon immer bewusst war, dass diese Ideologie zu Gewalttaten führt. Das haben wir in den vergangenen Jahren immer wieder erlebt. Und deswegen ist das Ankämpfen dagegen so wichtig. Die Aufdeckung dieser Terrorbande hat aber meine Sicht auf die Arbeitsweise unserer Sicherheitsbehörden verändert, weil es für mich unvorstellbar war, dass eine Gewaltwelle dieses Ausmaßes unerkannt bleiben kann.

ZEIT: Immer wieder, wie etwa bei Ihrem Krisenmanagement während der Elbeflut 2002, haben Sie gesagt, dass Sie angerührt sind von den Menschen in Ostdeutschland. Warum, glauben sie, ist der Rechtsextremismus in den neuen Ländern immer noch so ein Problem?

Schröder: Na ja, die Elbeflut und der Rechtsextremismus sind zwei unterschiedliche Dinge, die ich auch gar nicht miteinander in Verbindung bringen will und kann. Ich glaube, dass wir bei der Bekämpfung des Rechtsextremismus nicht in Ost-West-Kategorien denken sollten. Es ist ein gesamtdeutsches Problem, für dessen Bekämpfung wir alle Verantwortung tragen, egal ob wir im Osten oder Westen leben, auch egal, in welcher demokratischen Partei wir aktiv sind.

ZEIT: Wie lange wird es dauern, bis dieses Problem überwunden ist?

Schröder: Ich befürchte, dass es immer einen Bodensatz geben wird, der für extremistisches Gedankengut offen ist. Aber den Nährboden dafür muss man möglichst gering halten. Das ist nicht nur eine Aufgabe etwa der Polizei oder des Verfassungsschutzes, sondern auch der Arbeitsmarkt-, Sozial- und Bildungspolitik.

ZEIT: Was hat Sie damals dazu bewogen, die Schirmherrschaft für die Initiative »Gesicht zeigen!« zu übernehmen?

Schröder: Ich habe diese in Nachfolge von Johannes Rau gern übernommen, weil ich die Ziele der Aktion, den Kampf gegen rechte Gewalt und das Eintreten für ein weltoffenes Deutschland, für ungemein wichtig halte. Außerdem haben mich die Arbeit des Vereins, das Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die Vielfalt und Originalität ihrer Projekte überzeugt. Diese Arbeit betrifft uns alle, fordert den Staat und die ganze Gesellschaft.

via Rechtsextremismus: „Das ist so etwas wie eine Staatsräson“ – ZEIT ONLINE mobil.

Deutschland rudert bei Patriot-Raketen für Türkei zurück

Von DAVID CRAWFORD,EMRE PEKER und STEPHEN FIDLER

BERLIN/BRÜSSEL/ISTANBUL—In der Debatte um eine Stationierung deutscher Luftabwehrraketen in der Türkei versucht die Bundesregierung hinter den Kulissen offenbar einen vorsichtigen Rückzieher. Wie eine gut unterrichtete Person mitteilte, drängt Deutschland die Türkei im Stillen dazu, ihren Antrag auf Nato-Schützenhilfe an der Grenze zum Bürgerkriegsland Syrien herunterzuschrauben.

Am vergangenen Mittwoch hatte die türkische Regierung das Verteidigungsbündnis Nato offiziell um eine Stationierung von Luftabwehrsystemen gebeten. Deutschland, die Niederlande und die USA hatten sich daraufhin bereit erklärt, entsprechende „Patriot“-Raketen zur Verfügung zu stellen.

dapd

Luftabwehrrakete vom Typ „Patriot“: Die Türkei hat Deutschland zur Abwehr syrischer Raketen um Patriot-Raketen gebeten.

Die Türkei wolle im Grunde alle Dörfer und Städte im Umkreis von 80 Kilometern entlang der rund 900 Kilometer langen Syrien-Grenze schützen lassen, sagte die Person, die über die Gespräche im Bilde ist. Deutschland mache nun inoffiziell Druck auf die Türkei, ihre Forderungen auf ein Mindestmaß zu beschränken.

Zwar konnte der aktuelle Stand der Gespräche nicht weiter bestätigt werden. Ein derartiger Vorstoß Deutschlands würde jedoch zur grundsätzlichen Haltung beider Länder in der Frage passen: Viele Bundesbürger sind gegen die Lieferung solcher Luftabwehrsysteme, während es in der Türkei großen öffentlichen Druck gibt, Zivilisten vor dem Krieg in Syrien zu schützen.

59 Prozent der Deutschen gegen Patriot-Einsatz

Das türkische Militär werde zusammen mit der Nato eine technische Studie erstellen, um herauszufinden, wie man „die weitesten Gebiete der Türkei schützen“ könne, sagte der türkische Verteidigungsminister Ismet Yilmaz nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anatolia am Wochenende.

Seit Jahrzehnten ist die deutsche Öffentlichkeit eher gegen eine Beteiligung der Bundeswehr an internationalen Konflikten. Einsätze in Afghanistan und im Kosovo-Krieg waren seltene Ausnahmen. 59 Prozent der Deutschen sind gegen eine Stationierung von Patriot-Raketen in der Türkei, fand eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest Dimap in der vergangenen Woche heraus.

Nato-Experten wollen am Dienstag damit beginnen, an der türkisch-syrischen Grenze mögliche Stützpunkte für die Luftabwehrsysteme auszuloten. Die Spezialisten werden türkischen Militärangaben zufolge mit türkischen Experten zusammenarbeiten, um die genaue Zahl der benötigten Patriot-Raketen, der ausländischen Truppen und die Dauer des voraussichtlichen Einsatzes zu bestimmen.

Türkei bittet um Raketen aus Deutschland

Türkische Medien berichten, dass die Systeme in drei Städten aufgebaut werden sollen: in Malatya, wo schon ein Nato-Radarsystem steht; in Diyarbakir, einem Luftwaffenstützpunkt; und in der Grenzprovinz Sanliurfa. Ein Vertreter des Außenministeriums wollte diese Berichte nicht bestätigen.

Am Montag flogen syrische Kriegsflugzeuge erneut zwei Bombenangriffe nahe der türkischen Grenze. Die Angriffe verfehlten offenbar nur knapp einen Stützpunkt der Rebellengruppe Freie Syrische Armee in Atma, weniger als zwei Kilometer von der türkischen Grenze entfernt. Dort halten sich mehr als 12.000 Syrer in einem notdürftigen Flüchtlingslager auf. Hunderte von Syrern flohen nach den Angriffen über die Grenze in die Türkei.

Türkische Militärvertreter betonten am Montag erneut, dass sie die Patriot-Raketen nur zur Abwehr syrischer Raketen und Luftangriffe verwenden würden. Vertreter der Nato und andere Diplomaten sagten, dass die Systeme so programmiert würden, dass sie keine Flugzeuge abschießen könnten, sondern nur „Raketen, die türkisches Gebiet oder Eigentum bedrohen“.

Vergangene Woche hatte der deutsche Verteidigungsminister Thomas de Maizière nur wenige Stunden nach dem offiziellen Hilfsgesuch der Türkei Unterstützung signalisiert. Während der Gespräche aber hätten die deutschen Regierungsvertreter ihren türkischen Partnern mitgeteilt, dass es keinen Sinn habe, in der gesamten, von der Türkei „vage“ umrissenen Region Luftabwehrraketen aufzustellen, erklärte der Insider. Die Türkei werde nach bisherigem Stand der Dinge etwa 15 Batterien mit Patriot-Raketen benötigen, sagte er weiter und betonte, dass diese Forderung über das hinausgehe, was Deutschland leisten könne. Das Patriot-Kontingent der Holländer sei noch kleiner, und es sei unklar, ob die USA möglicherweise die fehlenden Systeme zu liefern wolle.

Ein Vertreter des türkischen Außenministeriums wollte sich zur deutschen Position nicht äußern. Weitere Anfragen bei der türkischen Regierung blieben ebenfalls erfolglos.

Eine Patriot-Batterie deckt mit ihren Raketen etwa einen Radius von ungefähr 26 Kilometern ab und benötigt etwa 70 bis 80 Begleitsoldaten. Die genaue Zahl hängt aber vom Einsatzort ab und ist darüberhinaus von Land zu Land verschieden.

Die Nato-Außenminister könnten schon bei ihrem nächsten Treffen am 4. und 5. Dezember über eine Stationierung entscheiden. Eine deutsche Mission könnte dann auf der Kabinettsitzung am 5. Dezember beschlossen werden, die endgültige Abstimmung im Bundestag könnte am 21. Dezember oder auch schon vorher stattfinden.

via Deutschland rudert bei Patriot-Raketen für Türkei zurück – Wallstreetjournal.de.

Aufenthaltstitel: Rückwirkende Aufhebung

Der europäische Gerichtshof (EuGH) hat entschieden, dass der Aufenthaltstitel rückwirkend nicht aufgehoben werden kann, wenn keine Täuschung wie Scheinehe vorliegt. Dabei bezog sich das EuGH auf die “Assoziationsrechtliche Aufenthaltsrechte für türkische Staatsbürger vom 19. September 1980 zwischen der Türkei und der EU“.

In der Entscheidungsbegründung heißt es: “Nach alledem ist auf die vom Gerichtshof umformulierten Vorlagefragen zu antworten, dass Art. 6 Abs. 1 erster Gedankenstrich des Beschlusses Nr. 1/80 dahin auszulegen ist, dass er die zuständigen nationalen Behörden daran hindert, den Aufenthaltstitel eines türkischen Arbeitnehmers rückwirkend auf den Zeitpunkt, zu dem der Grund weggefallen war, von dem das nationale Recht die Erteilung dieses Titels abhängig machte, zurückzunehmen, wenn der Arbeitnehmer keine Täuschung begangen hat und die Rücknahme nach Ablauf des in Art. 6 Abs. 1 erster Gedankenstrich genannten Zeitraums von einem Jahr ordnungsgemäßer Beschäftigung erfolgt.“

Somit hat der Gerichtshof entschieden, dass türkische Arbeitnehmer, die ein Jahr eine ordnungsgemäße Beschäftigung nachgegangen sind, rückwirkend ihren Aufenthaltstitel nicht verlieren können, auch wenn die Erteilung dieses Titels zu einem früheren Zeitpunkt nicht rechtmäßig war.

Im Urteil “Gülbahce“ wird erklärt: „Dieser Aufenthaltstitel ist auch dann gültig, wenn die Bedingungen zu seiner Erteilung niemals erfüllt wurden. Eine Rücknahme kann nur bei Täuschung wie Scheinehe erfolgen.“ Weiterhin heißt es, dass aus bestehenden Aufenthaltstiteln der Wohnrecht gegeben ist.

via Aufenthaltstitel: Rückwirkende Aufhebung | SABAH AVRUPA – Die Türkische Tageszeitung..

Stellenausschreibung für eine Lehrerin oder einen Lehrer für den Unterricht in der Herkunftssprache Türkisch

Stellenausschreibung für eine Lehrerin oder einen Lehrer für den Unterricht in der Herkunftssprache Türkisch
Schulamt für den Kreis Unna
Friedrich-Ebert-Str. 58
59425 Unna
Telefon: 02303 / 27 – 1440

Stellenumfang: 14 Wochenstunden / 1 Stelle
Der Unterricht in der Herkunftssprache in Nordrhein-Westfalen hat zum Ziel, dass zugewan-
derte Kinder und Jugendliche ihre Herkunftssprache und die damit verbundene Landeskunde
neben dem regulären Unterricht erlernen und vertiefen.
Bewerbungsvoraussetzungen für eine Lehrerin oder einen Lehrer für den Unterricht in
der Herkunftssprache in türkischer Sprache:
1. Die Bewerberin oder der Bewerber muss über ein in Nordrhein-Westfalen erworbenes
oder nach nordrhein-westfälischen Vorschriften anerkanntes Lehramt für das Fach
Türkisch verfügen.
Bewerben können sich auch Lehrkräfte, die eine Lehrbefähigung in einem anderen
als dem ausgeschriebenen Fach erworben haben und eine Sprachqualifikation ge-
mäß der Kompetenzstufe C 1 für Türkisch (nach dem Europäischen Referenzrah-
men für Sprache „lernen, lehren, beurteilen“ des Europarates) nachweisen sowie ihre
Bereitschaft zur Teilnahme an einer didaktischen und methodischen Fortbildung
„Herkunftssprachenlehrkräfte an Grundschulen und Schulen der Sekundarstufe I“
gemäß Runderlass zur Fort- und Weiterbildung vom 27.4.2004 (BASS 20 – 22 Nr. 8,
Anlage 1, Nr. IX) schriftlich verbindlich erklärt haben. Die Verpflichtung zur Teilnahme
an der Fortbildungsmaßnahme entfällt, wenn die Lehrkraft bereits eine Lehrbefähi-
gung für eine Fremdsprache erworben hat.
2. Sollten keine Bewerbungen von Bewerberinnen oder Bewerbern eingehen, die die
Voraussetzungen nach Nummer 1 erfüllen, können auch Bewerberinnen und Bewer-
ber zugelassen werden, die
a)
über eine ausländische Lehramtsprüfung für das Fach Türkisch verfügen
oder
b)
über einen deutschen oder ausländischen Hochschulabschluss im Fach
Türkisch verfügen.
oder
c)
eine ausländische Lehramtsprüfung oder einen ausländischen Hochschulab-
schluss eines Landes der Herkunftssprache in einem anerkannten Lehrfach
nachweisen. Die Bewerberinnen und Bewerber müssen die Sprachqualifikati-
on gemäß der geforderten Kompetenzstufe C1 für Deutsch (nach dem Euro-
päischen Referenzrahmen für Sprache „lernen, lehren, beurteilen“ des Euro-
parates) nachweisen.
In allen Fällen (2a, 2b und 2c) muss
die Bereitschaft zur Teilnahme an der didaktischen und methodischen Fortbildung
„Herkunftssprachenlehrkräfte an Grundschulen und Schulen der Sekundarstufe I“
gemäß Runderlass zur Fort- und Weiterbildung vom 27.4.2004 schriftlich verbind-
lich erklärt werden.
die Bewerberinnen bzw. der Bewerber an einem einwöchigen Orientierungssemi-
nar teilnehmen.
Alle Bewerberinnen und Bewerber aus einem Land außerhalb des deutschen Sprachraumes
haben deutsche Sprachkenntnisse nachzuweisen, die einen Einsatz im Unterricht und die
Wahrnehmung aller Lehrertätigkeiten erlauben. Die Kenntnisse der deutschen Sprache sind
durch schriftliche Bescheinigung einer anerkannten Prüfung der Sprachkenntnisse nachzu-
weisen. Der Nachweis kann insbesondere erbracht werden durch:
den Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung in deutscher Sprache
oder
das Große Sprachdiplom des Goethe-Instituts mit mindestens der Gesamtnote
„gut“
oder
die erfolgreiche Teilnahme an einem Kolloquium, das vom Landesprüfungsamt für
Erste Staatsprüfungen für Lehrämter an Schulen durchgeführt wird (und einmalig
wiederholt werden kann)
oder
einen anderen durch das Ministerium für Schule und Weiterbildung zugelassenen
Sprachnachweis.
Alle geforderten Einstellungsvoraussetzungen müssen zwingend bis zum Ende der Bewer-
bungsfrist schriftlich (z. B. Studiennachweise, Schulabschlusszeugnisse) nachgewiesen
werden. Als Nachweis werden nur schriftliche Bestätigungen Dritter anerkannt. Die Bewer-
bungsunterlagen sind vollständig einzureichen; auf Grund der zu erwartenden hohen Bewer-
berzahlen kann keine Benachrichtigung über fehlende Unterlagen erfolgen.
Anerkennung von Studienabschlüssen der ausländischen Lehrbefähigung können bis zum
Ende der Bewerbungsfrist nachgereicht werden.
Im Übrigen sind von ausländischen Lehrkräften, die herkunftssprachlichen Unterricht ertei-
len, die Anforderungen des Gem. RdErl. d. Ministeriums für Schule und Weiterbildung u. d.
Innenministeriums zu Aufenthaltsgenehmigungen für ausländischen Lehrkräften an deut-
schen Schulen vom 2. 7. 2008 (ABl. NRW. S. 467) zu erfüllen.
Die Einstellung einer Bewerberin oder eines Bewerbers gemäß Nummer 1 erfolgt unbefristet.
Bewerberinnen und Bewerber gemäß Nummer 2 a, 2 b und 2c können zunächst befristet für
max. 2 Jahre eingestellt werden. Danach erfolgt bei Bewährung und erfolgreicher Teilnahme
an der Weiterqualifizierungsmaßnahme „Herkunftssprachenlehrkräfte an Grundschulen und
Schulen der Sekundarstufe I“ die Übernahme in ein unbefristetes Beschäftigungsverhältnis.
Die Vergütung erfolgt als Tarifbeschäftigte/Tarifbeschäftigter nach dem TV-L und den ein-
schlägigen Eingruppierungserlassen. Für die Bewerber gemäß Fallgruppe 1 ist bei Vorliegen
der laufbahnrechtlichen und haushaltsrechtlichen Voraussetzungen eine Übernahme in das
Beamtenverhältnis vorgesehen.
Der Einsatz erfolgt vorrangig an Grundschulen. Es soll ein möglichst flächendeckendes Un-
terrichtsangebot gemäß den Lehrplänen des Landes NRW für den herkunftssprachlichen
Unterricht für Schülerinnen und Schüler der Grundschulen, der Förderschulen und der wei-
terführenden Schulen fortgeführt werden.
Die Stelle soll zum 01.02.2013 besetzt werden.
Bewerbungen sind bis zum 23.11.2012 an das Schulamt für den Kreis Unna, Friedrich-Ebert-
Str. 58, 59425 Unna, zu richten.
Bewerbungen von Schwerbehinderten sind besonders erwünscht.

Stellenausschreibung für eine Lehrerin oder einen Lehrer für den Her- kunftssprachlichen Unterricht in türkischer Sprache

Stellenausschreibung für eine Lehrerin oder einen Lehrer für den Herkunftssprachlichen Unterricht in türkischer Sprache
Schulamt für die Stadt Bottrop
Osterfelder Straße 27, 46215 Bottrop

Stellenumfang: 1 Stelle mit 28 Stunden , Teilzeitbeschäftigung ist möglich.
Der Herkunftssprachliche Unterricht in Nordrhein-Westfalen hat zum Ziel, dass zugewanderte
Kinder und Jugendliche ihre Herkunftssprache und die damit verbundene Landeskunde neben
dem regulären Unterricht erlernen und vertiefen.
Bewerbungsvoraussetzungen:
Sie verfügen über
1.
ein
Lehramt
nach
deutschem
Recht
im
Fach
Türkisch
oder
2. ein Lehramt nach deutschem Recht und über eine Sprachqualifikation gemäß der Kom-
petenzstufe C 1 in Türkisch (nach dem Europäischen Referenzrahmen für Sprachen
„lernen, lehren, beurteilen“ des Europarates) sowie die methodisch-didaktische Fort-
bildungsmaßnahme.
Zugelassen sind auch Bewerberinnen und Bewerber, die eine schriftliche Bereitschafts-
erklärung zur Teilnahme an der methodisch-didaktischen Fortbildungsmaßnahme ihrer
Bewerbung beifügen (entfällt bei Lehrbefähigung für eine andere Fremdsprache).
3.
Sollten keine Bewerbungen von Bewerberinnen oder Bewerbern eingehen, die die Quali-
fikationen nach Nummer 1 oder 2 erfüllen, können ausnahmsweise auch Bewerberinnen
und Bewerber zugelassen werden, die über folgende Ausbildungen und Kompetenzen
verfügen:
a) ausländische
Lehramtsprüfung
für
das
Fach
Türkisch
oder
b) einen deutschen oder ausländischen Hochschulabschluss im Fach Türkisch
oder
c) türkische Lehramtsprüfung oder einen türkischen Hochschulabschluss in einem
anerkannten Lehrfach und eine Sprachqualifikation gemäß der Kompetenzstufe C 1
in Türkisch (nach dem Europäischen Referenzrahmen für Sprachen „lernen, lehren,
beurteilen“ des Europarates) und den Ausführungen im Lehrplan entsprechend
(Schule in NRW, Heft Nr. 5018) über die funktionalen kommunikativen Kompetenzen
1 von 3
hinaus auch über die nötigen interkulturellen und methodischen Kompetenzen sowie
über die sprachlichen Mittel und Sprachbewusstheit.
In allen unter 3. aufgeführten Fällen fügen die Bewerberinnen und Bewerber Ihrer Bewerbung
eine schriftliche Bereitschaftserklärung zur Teilnahme an
– der methodisch-didaktischen Fortbildungsmaßnahme und
– einer pädagogischen Einführungsmaßnahme
bei.
Alle Bewerberinnen und Bewerber aus einem Land außerhalb des deutschen Sprachraumes
haben deutsche Sprachkenntnisse nachzuweisen, die einen Einsatz im Unterricht und die
Wahrnehmung aller Lehrertätigkeiten erlauben. Die Kenntnisse der deutschen Sprache sind
durch eine schriftliche Bescheinigung einer anerkannten Prüfung der Sprachkenntnisse nach-
zuweisen. Der Nachweis kann insbesondere erbracht werden durch:
a) den Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung in deutscher Sprache oder
b) das Große Sprachdiplom des Goethe-Instituts mit mindestens der Gesamtnote „gut“
oder
c) die erfolgreiche Teilnahme an einem Kolloquium, das vom Landesprüfungsamt für Erste
Staatsprüfungen für Lehrämter an Schulen durchgeführt wird (und einmalig wiederholt
werden kann) oder
d) einen anderen durch das Ministerium für Schule und Weiterbildung zugelassenen
Sprachnachweis.
Alle Bewerberinnen und Bewerber mit ausländischer Staatsangehörigkeit fügen Ihrer Bewer-
bung bei: einen Nachweis über eine Aufenthaltserlaubnis, die sie zur Ausübung einer Er-
werbstätigkeit berechtigt oder die die Ausübung der Lehrtätigkeit ausdrücklich erlaubt.
Der Einsatz erfolgt vorrangig an verschiedenen Schulen in Bottrop. Zudem findet der Unterricht
in der Regel am Nachmittag statt. Es soll ein möglichst flächendeckendes Unterrichtsangebot
gemäß den Lehrplänen des Landes NRW für den herkunftssprachlichen Unterricht für Schüle-
rinnen und Schüler der Grundschulen, der Förderschulen und der weiterführenden Schulen
aufgebaut werden.
Alle geforderten Einstellungsvoraussetzungen müssen zwingend bis zum Ende der Bewer-
bungsfrist schriftlich (zum Beispiel: Studiennachweise, Schulabschlusszeugnisse, Arbeitszeug-
nisse bzw. Arbeitsverträge) nachgewiesen werden. Als Nachweise werden nur schriftliche Be-
stätigungen Dritter anerkannt. Die Bewerbungsunterlagen sind vollständig einzureichen; seitens
des zuständigen Schulamtes erfolgt keine Benachrichtigung über fehlende Unterlagen.
Die Einstellung einer Bewerberin oder eines Bewerbers gemäß der Nummern 1 und 2 erfolgt
unbefristet. Sie werden entsprechend ihrer Lehramtsbefähigung im regulären Unterricht und im
Herkunftssprachlichen Unterricht eingesetzt.
2 von 3
Bewerberinnen und Bewerber gemäß Nummer 3 können zunächst befristet für ein Jahr einge-
stellt werden. Danach erfolgt bei Bewährung und nach Teilnahme an der Weiterqualifizierungs-
maßnahme die Übernahme in ein unbefristetes Beschäftigungsverhältnis.
Die Vergütung erfolgt als Tarifbeschäftigte / Tarifbeschäftigter nach dem TV-L und den ein-
schlägigen Eingruppierungserlassen. Für die Bewerber gemäß Fallgruppe 1 und 2 ist bei Vor-
liegen der laufbahnrechtlichen und haushaltsrechtlichen Voraussetzungen eine Übernahme in
das Beamtenverhältnis vorgesehen.
Die Stelle soll zum 01.02.2013 besetzt werden
Bewerbungen sind bis zum 30.11.2012 an das Schulamt für die Stadt Bottrop, Osterfelder
Straße. 27, 46215 Bottrop, zu richten.
Bewerbungen von Schwerbehinderten sind besonders erwünscht.
Falls Sie Ihre eingereichten Unterlagen zurückerhalten möchten, fügen Sie bitte einen an sich
selbst adressierten und ausreichend frankierten Rückumschlag bei.

Lass Soner Yalcin frei!

Erdogan: Lass Soner Yalcin frei!

Geschrieben von: Jürgen Elsässer Am 16. November 2012 unter International, Jürgen Elsässer, Nachrichten, Welt

Soner Yalcin sitzt in Erdogans Gefängnis, weil er die Wahrheit über das Gladio-Terrornetzwerk in der Türkei  weiß. Von Jürgen Elsässer.

Bis gestern kannte ich Soner Yalcin nicht. Seit heute ist er mein Bruder.

Am heutigen 16. November beginnt sein Prozess, seit bald zwei Jahren sitzt er im Gefängnis. Für nichts, was strafwürdig ist. Nur, weil er zu viel weiß und darüber geschrieben hat. Hey, Ihr Pressefritzen in NATO-Europa, Ihr wollt doch den Sacharow-Preis an die russischen Pussy-Muschis vergeben, oder? Bevor Ihr Euch weiter blamiert, beschäftigt Euch für fünf Minuten mit Soner Yalcin. Da habt Ihr einen Kollegen, der diesen Preis wirklich verdient. Auf dass ihn Erdogan freilassen muss. Sofort!

Der 46jährige Yalcin wurde am 14. Februar 2011 in Haft genommen. Der Vorwurf: Er sei ein Führungsmitglied der Ergenekon-Verschwörung. Unter diesem Titel laufen derzeit in der Türkei eine Vielzahl von Verfahren. Vor allem führenden Militärs wird vorgeworfen, die heutige Regierung der islamischen AKP-Partei mit einem Putsch beseitigen zu wollen. Die gesamte Führungsspitze der Armee wurde auf diese Weise enthauptet und durch neue Leute ersetzt. Dieses Vorgehen fand in den westlichen Ländern zunächst Sympathie, denn tatsächlich hatte das türkische Militär in der Vergangenheit immer wieder die Macht an sich gerissen, zuletzt beim Umsturz 1980. Auch in der Folge gab es zahlreiche Morde und Attentate, die einem geheimen Militärzirkel zugeschrieben wurden. In der Türkei prägte man dafür den Begriff des „tiefen Staates“. Es ist offensichtlich, dass diese klandestine Struktur mit der geheimen NATO-Armee Gladio zusammenhängt, die noch zu Zeiten des Kalten Krieges aufgestellt worden war und in vielen Ländern eine „Strategie der Spannung“ betrieb: In Italien werden Morde der Roten Brigade (Aldo Moro) wie der Neofaschisten (Bologna 1980) auf ihr Konto gebucht, in Deutschland das rechtsradikale Oktoberfest-Attentat (1980) und die Attentate vor allem der „3. Generation“ der RAF.

Hat die Erdogan-Justiz mit den Ergenekon-Prozessen also ein Schlag gegen dieses Gladio-Netzwerk geführt? Wer das wohlmeinend annimmt, muss spätestens durch das Verfahren gegen Soner Yalcin eines besseren belehrt werden. Denn Yalcin war einer der bekanntesten Kämpfer gegen Gladio in der Türkei! Er schrieb die Biographie von Abdullah Catli – der den Papst-Attentäter Mehmet Agca instruierte und ihm eine verlogene KGB-Legende strickte; eben jener Catli, der 1996 bei einem Autounfall im selben Wagen mit dem Polizeichef von Ankara und mit gefälschten Papieren des damaligen Innenministers aufgefunden wurde. Und Yalcin wertete die Dokumente aus, die der 1993 von Unbekannten ermordete Major Cem Ersever hinterlassen hatte; dieser hatte ausgepackt über zahlreiche schmutzige Kill-Aufträge seiner Spezialeinheit. Diese Kill-Aufträge werden heute von der türkischen Justiz mit dem Ergenekon-Netzwerk in Verbindung gebracht. Was zum Teufel aber hat Yalcin mit diesem Ergenekon-Netzwerk zu tun, wo er es doch war, der diese Geheimoperationen aufgedeckt hat? Das wäre ungefähr so, als würde man in Deutschland Journalisten einsperren, die die Verwicklung der Geheimdienste in die NSU-Morde nachweisen – unter der Anklage, diese Journalisten seien selber Mitglieder der NSU! Perverser geht es wirklich nicht.

Yalcin ist „der“ Geheimdienstexperte unter den türkischen Journalisten. Er schrieb für Tageszeitungen, arbeitete fürs Fernsehen – sogar für CNN Türk –, zuletzt als Kolumnist für das bekannteste Mainstream-Medium Hürriyet. Seine Bücher über Gladio und den schmutzigen Untergrundkrieg in der Türkei erreichten sechsstellige Auflagen. Bis zu seiner Verhaftung betrieb er ein eigenes Nachrichtenportal namens OdaTV.

Die Anklage stützt sich auf Dokumente, die auf den PCs seiner Kollegen (nicht bei ihm!) gefunden wurden. Er behauptet, diese wurden dort mittels eines Virus von außen implantiert, und kann auf entsprechende Expertisen von vier verschiedenen Instituten verweisen. Tatsächlich wurden die anderen Angeklagten des OdaTV-Verfahrens mittlerweile freigelassen. Warum er nicht, bei dem gar nichts gefunden wurde – nicht einmal die fingierten Texte?

In einem offenen Brief aus der Zelle schreibt er über die 134-seitige Anklageschrift: „Das Wort ,Nachrichten‘ kommt darin 361 mal vor, ,Buch/Schreiben‘ 280 mal, ,Kolumne‘ 53 mal, ,Interview‘ 26 mal und ,Artikel‘ 5 mal. Niemals ist die Rede von Waffe, Bombe, Mord oder Protest in dieser Anklageschrift. Während meiner Verhöre fragten mich die Richter immer nur ,Warum schrieben Sie über diese Nachrichten?‘ oder ,Warum haben Sie dieses Interview publiziert?‘“

Offensichtlich sind das seine Verbrechen: Fragen zu stellen, die Wahrheit zu suchen, über Tatsachen zu schreiben. „In anderen Worten, mein Verbrechen ist mein Beruf,“ resümiert Yalcin. Tatsächlich sind 102 Journalisten in der Türkei hinter Gittern – von 170 weltweit.

Seit 21 Monaten sitzt er in einer Zelle, in der 24 Stunden am Tag das Licht brennt – und das Wasser 17 Stunden am Tag abgestellt ist. Warum? Vielleicht sitzt er auch deswegen, weil er die Erdogan-Regierung kritisiert. Und weil er, besser als jeder andere, weiß, dass die Ergenekon-Säuberungen das türkische Militär nicht demokratischer, sondern willfähriger gemacht haben.

Nun rasseln die Panzerketten an der syrischen Grenze. Krieg liegt in der Luft. Da kann ein Kritiker wie Soner Yalcin gefährlich werden – und zumindest ein Teil der inhaftierten Generäle, die eher US-kritisch eingestellt sind. Aber für diejenigen auf der Welt, die den Frieden und die Demokratie und die Menschenrechte und die Pressefreiheit lieben, ist es gerade dieses explosive Potential von Soner Yalcin, die uns um seine Freiheit kämpfen lässt.

Wenn es etwas nützt: Ich tausche mit ihm. Erdogan, lass Soner Yalcin frei! Du kannst mich einsperren. Seine Verbrechen sind auch die meinen.

http://www.compact-magazin.com/erdogan-lass-soner-yalcin-frei/

Finale der Kölner Pokal-Einzelmeisterschaft im Schach (Dähnepokal) 2012

Finale der Kölner Pokal-Einzelmeisterschaft im Schach (Dähnepokal) 2012

Das Finale der Kölner Pokaleinzelmeisterschaft im Schach gewann am 10. November 2012 Martin Felix Müller vom Klub Kölner Schachfreunde gegen Mario Schwark (Deutz/Kalk). Ausrichter des Finales war zum dritten Male der von türkischstämmigen Schachfreunden gegründete, interkulturelle Kölner Schachverein: Satranç Club 2000. (Mittlerweile beherbergt der Ausrichter Satranç Club über vierzig Mitglieder aus elf Nationen. Der Verein hat auch die interkulturelle Verständigung in seiner Satzung verankert). Als Halbfinalisten und Drittplazierte wurden der erfahrene Thomas Jarszyk und Eneida Perez de Lücke (Nationalspielerin der Dominikanischen Republik), beide Mitglieder des ausrichtenden Vereines Satranç Club 2000, geehrt.

24 Teilnehmer aus 8 Vereinen waren am Start. Erwähnenswert ist, dass laut Information des Kölner Spielleiters Willi Meul erstmals 4 Damen an einem Turnier des Kölner Schachverbandes teilnahmen. Neu in Köln ist auch der Lucky-Loser-Modus, der bereits bei anderen Sportarten und in übergeordneten Verbänden anstelle des KO-Systems bei Pokalwettbewerben eingesetzt wird. Mit Mario Schwark schaffte es auch einer der Lucky Loser in das Finale.

Der Verlauf der Finalpartie: Es wurde mit dem Englischen System (Bremer System, Keres Variante) eröffnet. Martin Müller gewann frühzeitig einen Zentralbauern. Nach einer von ihm eingeleiteten Abtauschkombination baute Müller seinen Vorteil durch die Aktivierung seines Turmes in einem Turm / Läufer gegen Turm / Läufer Endspiel erfolgreich zu einer Gewinnstellung aus. Die Partie wurde im 42. Zug von Schwark aufgegeben.

Durch den Sieg bei der Kölner Pokaleinzelmeisterschaft hat sich Martin Müller dazu qualifiziert, den Kölner Schachverband im nächsten Jahr auf der Ebene des Schachverbandes Mittelrhein zu vertreten.

Der Vorsitzende des Satranç Club 2000, Güven Manay überreichte auch dem Vor-Ort-Vertreter des Spielleiters im Kölner Schachverband, Dirk Langen eine Urkunde zur Ehrung seiner Bemühungen. Eine Rede zum Zwecke des Dankes an den ausrichtenden Verein und zur Beglückwünschung der Sieger hielt auch der anwesende Vorsitzende des Kölner Schachverbandes, Andreas Gerdau.

Der türkische Konsul zu Köln, Mustafa Kemal Basa, stiftete Preise für die Finalisten und Halbfinalisten, sowie Geschenke für die Mitglieder des U12-Jugendteams im Satranç Club 2000. Im Rahmen der Verteilung dieser Preise wurde für einen Moment an den sich am Finaltag zum 74. Male jährenden Ablebens des Begründers der Republik Türkei, Mustafa Kemal Atatürk, gedacht.

Im Anschluss an die Verleihung zur Kölner Pokaleinzelmeisterschaft gab es eine weitere Siegerehrung: Im Sommer richtete der Satranç Club 2000 zusammen mit dem Verein zur Förderung der Städtepartnerschaft Köln – Istanbul und dem Istanbuler Schachverband ein Online-Schachturnier zwischen Köln und Istanbul anlässlich der Weltschacholympiade aus. Die Kölner Teilnehmer, die damals knapp unterlagen, erhielten für Ihre Teilnahme Medaillen. Diese wurden als nette Geste vom Türkischen Schachverband nach dem Wettkamp nach Deutschland versandt. Überreicht wurden sie von Walter Kluth (Vorsitzender Köln-Istanbul-Verein) und Güven Manay (Vorsitzender Satranç Club 2000).

Artikel: Güven Manay (Vorsitzender Satranç Club 2000)

Bilder: Eneida Perez de Lücke, Marlene Jarszyk, Monika Bongartz, Güven Manay

Homepage Satranç Club : www.satranc2000.de

Facebook: Satranç Club: http://de-de.facebook.com/pages/Satranç-Club-2000/197724680274472

Homepage Kölner Schachverband: http://www.koelner-schachverband.de/

Homepage Köln-Istanbul-Verein: http://www.koeln-istanbul.de/

Finalpartie: http://satranc2000.de/_PARTIEN/2012-10-13_KSV-DP-2012_Finale_Partie/ksv_daehnepokal_2012_finale.htm

Tue Gutes, und lasse es wirken

09.11.2012 ·  Der türkische Prediger Fethullah Gülen lebt seit 13 Jahren in den Vereinigten Staaten. Er verlässt kaum noch sein Haus in Sailorsburg. Trotzdem ist er überall. Auch in Amerika ist ein weitverzweigtes Netz seiner Anhänger entstanden.

Von Rainer Hermann

© Rainer Hermann Der verehrte Lehrer: Fethullah Gülen signiert eines seiner Bücher für seine Gäste in seinem Haus in Pennsylvania

Kein Schild weist auf die Abzweigung und den schmalen Feldweg hin. Er führt durch nebligen und herbstlich gefärbten Laubwald zu einem Anwesen mit acht Häusern. An diesen einsamen Ort zog sich vor 13 Jahren Fethullah Gülen zurück, der einflussreichste Prediger des türkischen Islams. Das Militär, damals noch mächtig, hatte ihn aus der Türkei vertrieben. Von Krankheiten geplagt, ließ er sich in amerikanischen Krankenhäusern operieren. Seither hat er das Anwesen kaum verlassen. Die Vereinigten Staaten gaben ihm Visum und Aufenthaltsrecht. Doch auch aus der Ferne blieb der 74 Jahre alte Gülen in der Heimat ein mächtiger Mann. Sein Einfluss war es, der aus den anatolischen Muslimen eine dynamische Mittelschicht schuf. Gülen ist die Stimme dieser „schwarzen Türken“.

Die „weißen Türken“, das sind die Anhänger Kemal Atatürks, die Anhänger des Kemalismus, die Ideologie der urbanen, gebildeten und säkularisierten Oberschicht Istanbuls, später auch Ankaras. Sie herrschte über die Türkei und blickte mit Verachtung auf die Anatolier herab, die ungebildet waren, provinziell, arm und fromm. Motiviert durch Gülens Lehren, strebten nun viele nach Bildung und wurden wohlhabend, blieben aber weiter fromm. Da Gülen die kemalistische Elite wirkungsvoll in Frage stellte, erklärte sie ihn zum Staatsfeind. Seine Rückkehr würde Gräben aufreißen. Deshalb bleibt der konfliktscheue Gülen in Sailorsburg in Pennsylvania.

Seine Botschaft hören Millionen

Ein wenig erinnert das 5,5 Hektar große Anwesen an Gülens Heimat. Er wurde 1938 nahe Erzurum geboren, weit hinten im Osten Anatoliens. Es ist eine wilde Gegend. Manchmal werden Braunbären gesichtet, bald wird sich der Schnee türmen wie in den Wintern von Erzurum. Als türkische Unternehmer, die sich in der Stiftung „Goldene Generation“ zusammengefunden hatten, das Stück Land 1993 für 175.000 Dollar kauften, standen in den Wäldern nur ein paar Blockhütten. Dann ließ die Stiftung acht Steinhäuser bauen und einen Park anlegen. Und sie lud Gülen 1999 ein, sich hier niederzulassen.

Unten, am tiefer gelegenen See, spielen Kinder der Besucher Fußball. Zur Mittagszeit treffen sie sich alle in der Waldlichtung in einem Kösk, einem Gartenpavillon der Art, in dem auch Osmanen im Grünen tafelten. Auf dem Speisezettel steht traditionelle türkische Küche: Linsensuppe, in Olivenöl eingelegtes Gemüse, Köftefrikadellen mit Reis, Tee in kleinen geschwungenen Gläsern. Gülen kann den Weg zum Gartenhaus nicht mehr gehen. Nach zahlreichen Bypass-Operationen bereiten ihm nun die Knie Schwierigkeiten. Er verlässt das Haus nur noch selten, meistens nur, um sich in einem nahe gelegenen Krankenhaus untersuchen und behandeln zu lassen. Gülen führt ein abgeschiedenes Leben. Seine Botschaft aber hören Millionen.

Die von Gülen geförderte Amity-School in Brooklyn

Ein Aufzug fährt in den ersten Stock des Hauses, das innen an ein schlicht-elegantes osmanisches Wohnhaus erinnert und mit einem Minimum an Möbeln auskommt. In diesem Stockwerk wohnt und wirkt der Hocaefendi („der verehrte Lehrer“), wie ihn seine Anhänger ehrfürchtig nennen. Selten gibt er Interviews, ständig umgeben ihn aber sein türkischer Leibarzt und ein paar Vertraute. Am Vormittag hat er, wie jeden Tag, ein Dutzend junger Theologen unterrichtet, die er in privaten Studien, die zwei Jahre dauern, zu seinen Schülern ausbildet. Zweimal in der Woche zeichnen sie eine Predigt auf, stellen sie ins Netz (www.herkul.org), so dass Fernsehstationen sie aufgreifen können.

Das Interview ist für die Zeit nach dem islamischen Mittagsgebet vereinbart. Dann empfängt Gülen Gäste. Von ihnen will er wissen, was sich draußen in der Welt tut, immer wieder hakt er nach. Danach wird er wieder lesen, schreiben und beten. Legendär ist, mit wie wenig Schlaf er auskommt. Jeder Tag ist minutiös durchstrukturiert. Seinen Anhängern predigt er, die verfügbare Zeit gut zu nutzen, und er hält sich selbst daran, ohne in Hektik zu verfallen. Seine Anhänger sagen, er vereine Demut mit Charisma. An der Wand hinter ihm tickt leise eine Uhr. Sie wird nie auf Sommerzeit umgestellt. Die Zeit sei immer gleich, sagt Gülen.

Unvereinbarkeit von Islam und Gewalt

Schwungvolle Kalligraphien schmücken die Wände. Sie passen sehr gut zu der Art und Weise, wie Gülen spricht. Er spricht nicht das nüchterne moderne Türkisch. Ihn hätten auch die Osmanen verstanden. Heute ist es selbst für Türken eine Herausforderung, ihm zu folgen. In langen Sätzen verknüpft er Suren aus dem Koran, Aussprüche des Propheten und die Erfahrungen der Mystiker mit den Erfordernissen der modernen Welt, führt die Welt des Glaubens und der Lebenswirklichkeit zusammen. Er erklärt die Bedeutung von Bildung und unternehmerischem Erfolg, die Vereinbarkeit von Islam, Moderne und Demokratie, auch die Unvereinbarkeit von Islam und Gewalt. Seine Anhänger sollen mit eigener Hände Arbeit Wohlstand schaffen und nicht vergessen, diesen Wohlstand auch unter Bedürftigen zu verteilen.

Der amerikanische Bundesstaat Pennsylvania hat schon immer religiöse Menschen angezogen, die abgeschieden von den pulsierenden Städten ihren Glauben leben wollten. Die frühen Einwanderer, die sich auf den fruchtbaren Böden Pennsylvanias niederließen, waren fromme Leute. Wer von Philadelphia Richtung Westen nach Sailorsburg aufbricht, fährt durch Quakertown und Emmaus. Abzweigungen weisen nach Hamburg und Lebanon, auch nach New Tripoli. Der Weg nach Sailorsburg führt durch Bethlehem und Nazareth.

Mehr als 1000 Privatschulen gegründet

Nur ein paar Autostunden trennen Sailorsburg von Manhattan. Und doch liegen Welten dazwischen. Gülen aber ist überall. Alp Aslandogan blickt vom Fenster seines Büros im sechsten Stockwerk in die steinerne Häuserschlucht der 5th Avenue. 1991 war er aus der Türkei nach New York gekommen, um in Computerwissenschaft zu promovieren; noch heute lehrt er an einer Universität. Daneben arbeitete er viele Stunden ehrenamtlich „für Hizmet“, wie Gülens Anhänger ihre Bewegung nennen, die in Deutschland auch als Gülen-Bewegung bekannt ist. Unternehmer, die Gülen nahestehen, haben in 130 Ländern mehr als tausend Privatschulen gegründet, auch in Deutschland und den Vereinigten Staaten. Aslandogan hatte bereits 1993 als Student die kleine „Milchstraßenstiftung“ gegründet, um Kindern türkischer Einwanderer am Wochenende zu helfen, in der Schule erfolgreich zu sein. 1999 wurde die Stiftung eine private Schule.

„Wir wollten weder die dominante Kultur kopieren noch uns ihr verweigern. So wollten wir unsere Herkunft bewahren“, sagt Aslandogan. „Wir wollten den Eltern helfen, die amerikanische Kultur zu verstehen, und den Kindern, die Werte ihrer Eltern zu bewahren, aber auch produktive Bürger dieses Landes zu werden.“ In zwei Jahrzehnten ist in New York aus solchen Aktivitäten ein weitverzweigtes Netz vielfältiger gesellschaftlicher Aktivitäten entstanden. Beispiele sind in Manhattan das „Turkish Cultural Center“ und das „Peace Islands Institute“.

Das Kulturzentrum organisiert englische und türkische Sprachkurse, bereitet Kinder auf Prüfungen vor, hilft den Erwachsenen, sich als Wähler zu registrieren und als Selbständige erfolgreich zu sein; in Israel forstete es nach einem großen Waldbrand einen Wald auf, in Haiti baute es nach dem Erdbeben eine neue Schule. Als Dialogplattform wurde nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 das „Pacific Islands Institute“ ins Leben gerufen. Dort sprechen amerikanische Politiker und ausländische Botschafter, Rabbis und buddhistische Mönche, muslimische Familien laden nichtmuslimische Familien ein.

Einen Steinwurf vom Weißen Haus entfernt

Die Kulturzentrum und das „Pacific Islands Institute“ sind nur zwei der 218 zivilgesellschaftlichen Vereinigungen, die in den Vereinigten Staaten Gülen nahestehen und sich im Mai 2010 im Dachverband „Turkic American Alliance“ zusammengeschlossen haben. Seinen Sitz hat er in Washington, D.C., zwischen dem Capitol Hill und den Studios von CNN. Wie in den New Yorker Büros ist auch hier der Personenkult um Atatürk verschwunden, an den Wänden hängt kein Relief des ewig lächelnden Gründers der Republik. Wie wichtig der Dachverband bereits ist, zeigte sich, als sich bei seinem letzten Galaabend sieben Senatoren und 53 Abgeordnete die Ehre gegeben haben. Zum Dachverband gehört auch „Rethink“, die einzige private türkische Denkfabrik in den Vereinigten Staaten. Der 38 Jahre alte Politologe Fevzi Bilgin, ein ehemaliger Professor an der University of Pittsburgh, versorgt den amerikanischen Politikbetrieb von hier aus mit Studien zu aktuellen Themen der Türkei und des Nahen Ostens.

Das Anwesen von Fethullah Gülen in Sailorsburg

Noch eine kräftige Spur Gülens im amerikanischen Leben ist Emre Çelik, ein Australier türkischer Herkunft und Computeringenieur. Auch er hatte vor zwei Jahrzehnten in Sydney, zunächst in Garagen, türkischen Jugendlichen in den Fächern Mathematik, Physik und Chemie auf die Sprünge geholfen. Heute leitet er einen Steinwurf vom Weißen Haus entfernt das nach einem türkischen Mystiker benannte „Rumi Forum“. In seinem Vorstand sitzen Juden und säkulare Amerikaner; seine Mittagessen, bei denen meist prominente Politiker oder Diplomaten sprechen, werden von vier Fernsehstationen direkt übertragen.

Çelik versteht sich als „Mainstream-Muslim“. Diesen Islam will er in der pluralistischen Gesellschaft Amerikas stärken. In Australien hatte ihn zunächst Saidi Nursi (1876 bis 1960) in den Bann gezogen, der spirituelle Mentor Gülens. Nursi habe in den Islam Fragen des Zweifels eingeführt, sagt Çelik, er habe gelehrt, in der westlichen Zivilisation das Gute zu sehen und zu übernehmen, habe dazu aufgefordert, die drei Grundübel Armut, Spaltung und Unwissenheit zu überwinden. „Was Nursi theoretisch formuliert hat, setzt Gülen heute in die Praxis um.“ Als entscheidenden Beitrag Gülens sieht Çelik dessen Konzept der Gottgefälligkeit. „Damit veranlasst Gülen die Menschen, in dieser Welt zu handeln, um sich für das Jenseits Verdienste zu erwerben.“

Heimlicher Kardinal in Diensten des Papstes

Von zwei Seiten werde die „Hizmet-Bewegung“ angegriffen, sagt Gülen. Die einen setzten die Aktivitäten von „Hizmet“ mit „Islamismus“ gleich; ihnen wirft er Ignoranz vor. Bei den anderen schüttelt er nur den Kopf. Sie unterstellten ihm „Verrat am Islam, Knechtschaft zu den Vereinigten Staaten und Israel sowie Propaganda für das Christentum und Judentum“. Ein türkischer Staatsanwalt bezeichnete ihn einmal sogar als heimlichen Kardinal in Diensten des Papstes. Der häufigste Vorwurf der Kritiker aber lautet, die Bewegung ziehe heimlich eine islamistische Elite heran, die einen Umsturz vorbereite, etwa in der Türkei; sie sei intransparent und wie ein Geheimbund organisiert.

Solche Kritiker suchen in der Tat Organisationsstrukturen, die es nicht gibt. Der mystische Sufiislam, in dessen Tradition Gülen steht, kennt keine Hierarchie, und als in der Türkei die Generäle noch das Sagen hatten, wäre es zudem gefährlich gewesen, sich erkennbare Strukturen zu geben. „Mein Leben und meine Werke stehen jedem offen“, sagt Gülen. „Nichts ist verborgen.“ Die Aktivitäten von „Hizmet“ fänden in aller Öffentlichkeit statt, mit Menschen aus allen Bereichen des Lebens, aus allen Nationen und Religionen. Sie seien durch die staatlichen Behörden genehmigt, und diese kontrollierten sie auch. „Ich würde gerne wissen, was daran intransparent ist.“

Sportunterricht in Brooklyn

Über Bildung und Schulen laufe der Weg, damit ein Mensch einen konstruktiven Beitrag zu seiner Familie, der Gesellschaft und der Menschheit leiste, sagt er. „Außerdem bin ich überzeugt, dass wir als Geschöpfe Gottes nur durch eine weltliche und spirituelle Bildung zur vollen individuellen Reife gelangen.“ Ein Leben lang hat Gülen diese Ideen gepredigt, rief zum Bau von Schulen auf. Gebaut werden sie von Unternehmern, die sich von Gülen inspiriert fühlen. Er selbst ist an keiner von ihnen Gründungs- oder Vorstandsmitglied.

Dass immer wieder das Stichwort „Unternehmer“ auftaucht, hat nicht nur mit Geld zu tun. Gülen predigt seinen Anhängern, als Unternehmer erfolgreich zu sein. Mit Erfolg. Auf Gülen beruft sich ein großer türkischer Unternehmerverband, der Aufschwung Anatoliens ist mit seinem Namen verknüpft. „Ich habe immer dazu aufgerufen, einen aufrichtigen Unternehmergeist zu haben“, sagt Gülen. Den Unternehmern rate er zu einem bedachten Risiko, er ermutige sie zu investieren und im Ausland zu expandieren. „Stets erinnere ich sie auch an ihre soziale und gesellschaftliche Verantwortung.“ Und er hält einen Ethos des ehrlichen Kaufmanns für sie bereit: sich von Betrug, Spekulationen und Schwarzmarkthandel fernzuhalten, für Vertrauen und Sicherheit zu stehen, die Gaben Gottes nicht verschwenderisch auszukosten, nicht habgierig zu sein, die Rechte der Arbeiter zu respektieren, nicht zu vergessen, dass die Gesellschaft, in der sie lebten, ebenfalls einen Anteil an ihren Gewinnen habe, und im Bewusstsein zu leben, dass letztendlich alles von Gott komme.

Stipendien in Höhe von vier Millionen Dollar

Tevfik Emre Aksoy ist einer dieser Unternehmer, die nach Gülens Konzept der Gottgefälligkeit handeln. Als Bauunternehmer brachte er es im New Yorker Stadtteil Brooklyn zu Wohlstand. Erfolgreiche Selbständige wie er spenden einen erheblichen Teil ihres Einkommens an die Organisationen der „Hizmet-Bewegung“. Sie finanzieren sie damit. Mit vier anderen Selbständigen sitzt er im Vorstand der Amity School von Brooklyn. Die Schulgebühren decken einen Teil des laufenden Haushalts, den Rest und vor allem die laufenden Investitionen übernehmen Spender wie Aksoy.

In das Tagesgeschäft des Schuldirektors Cengiz Karabekmez greift der Wohltäter nicht ein. Dreihundert Schüler besuchen die 1999 gegründete Schule, hundert leben im angeschlossenen Internat. Sie stammen aus 17 Nationen und fünf Glaubensgemeinschafen, viele aber mit Wurzeln in der Türkei. Die Schule wirbt damit, dass seit Jahren alle Absolventen einen Studienplatz bekommen. Die besten gehen nach Harvard, Columbia und Yale. „Die fünfundzwanzig Absolventen des letzten Jahrgangs haben Stipendien in Höhe von vier Millionen Dollar eingesammelt“, sagt Karabekmez stolz.

Schwerpunkt Naturwissenschaften

Schwerpunkt ist, wie in allen „Gülen-Schulen“, die Vermittlung der Naturwissenschaften. „Einen Glauben drängen wir nicht auf“, sagt Karabekmez. „Wir sind ja keine religiöse Schule.“ Das Schulfach „Charaktererziehung“ vermittle universale Werte wie Respekt, Nächstenliebe und Arbeitsethik. Die meisten der 36 Lehrer sind amerikanische Staatsbürger. Sprachprobleme? Gewiss, manche Eltern sprächen nur wenig Englisch, sagt eine Lehrerin. „Die Gemeinschaft in der Schule sorgt aber dafür, dass schon in der ersten Klasse jeder gut Englisch spricht.“

Der Englischlehrer Adamir kennt Deutschland und die Vereinigten Staaten – nur wer Gülen ist, weiß er nicht. Adamirs Eltern waren mit den Kindern vor dem Krieg auf dem Balkan zunächst nach Deutschland geflohen, vor zwölf Jahren ließen sie sich in New York nieder. Auch den Namen „Hizmet-Bewegung“ hat er nie gehört. Die Amity-Schule ist für ihn die richtige, weil er hier als Lehrer mehr Mitsprachemöglichkeiten hat als an anderen Schulen. Gottgefälligkeit drängt sich nicht auf. „Gott liebt jeden Menschen“, sagt Aksoy, der Unternehmer und Spender. „Besonders liebt Gott aber die guten Taten eines Menschen.“

Quelle: http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/prediger-fethullah-guelen-tue-gutes-und-lasse-es-wirken-11955858.html

Blut muss fließen – Undercover in der rechten Musikszene

„Sieg Heil“-Rufe, Hitlergrüße, und das „Blutlied“, mitgegrölt von Konzertbesuchern. Der Dokumentarfilm „Blut muss fließen – Undercover unter Nazis“ zeigt gespenstische Szenen, die sich so oder ähnlich jedes Wochenende in Deutschland abspielen: auf rechtsextremistischen Konzerten.

via „Blut muss fließen – Undercover in der rechten Musikszene“ (ZDF Aspekte, 18.02.2012) – YouTube.

EU: Justizministerin attestiert der Türkei rechtsstaatliche Defizite

Passau/Osnabrück (dapd). Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) wirft der Türkei rechtsstaatliche Defizite vor. „Es gibt Massenprozesse gegen Anwälte und Journalisten“, sagte Leutheusser-Schnarrenberger der „Passauer Neuen Presse“ (Donnerstagausgabe). Bei der Pressefreiheit dokumentiere der EU-Fortschrittsbericht erhebliche Probleme. „Ein anderes Problem ist die teilweise überlange Dauer der Untersuchungshaft“, sagte sie.

Dennoch sprach sich die Ministerin, die derzeit die Türkei besucht, für weitere offene Beitrittsverhandlungen zwischen der Türkei und der EU aus. „Es liegt im strategischen Interesse Europas, dass sich die Türkei weiterhin dauerhaft Richtung EU orientiert“, sagte sie.

Der integrationspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Memet Kilic, äußerte sich kritischer. Er nannte den türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan einen „Menschenrechtsverbrecher“, auf dessen Lügen die EU nicht hereinfallen dürfe. „Frau Merkel muss viel mutiger die regelmäßigen Wutausbrüche von Erdogan gegen Deutschland zurückweisen“, sagte Kilic der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Donnerstagausgabe) laut Vorabbericht. Mit Blick auf das Ultimatum des türkischen Ministerpräsidenten für eine EU-Mitgliedschaft bis zum Jahr 2023 sagte Kilic: „Bis 2023 hat Erdogan die Republik längst abgeschafft und ein Sultanat errichtet. Er tritt die Meinungsfreiheit mit Füßen.“

Kilic kritisierte, Erdogan wolle der EU nicht wirklich beitreten, sondern nutze die Verhandlungen, um die Macht des Militärs in seinem Land zu brechen. „In Deutschland spaltet er die türkische Gemeinschaft, weil er Hass zwischen den Sunniten und Alleviten sät“, sagte der Grünen-Politiker.

Erdogan hatte am Mittwoch eine stärkere Einbeziehung seines Landes in die laufenden EU-Beitrittsverhandlungen gefordert. Die Türkei ist seit 1999 EU-Beitrittskandidat, die Verhandlungen laufen seit 2005. Doch konnte in den vergangenen zwei Jahren kein einziges neues Verhandlungskapitel geöffnet werden.

via EU: Justizministerin attestiert der Türkei rechtsstaatliche Defizite – Nachrichten Newsticker – News3 (DAPD) – DIE WELT.