{"id":9112,"date":"2014-12-14T12:50:46","date_gmt":"2014-12-14T10:50:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.turkishnews.com\/de\/content\/?p=9112"},"modified":"2014-12-14T12:50:47","modified_gmt":"2014-12-14T10:50:47","slug":"zu-den-ereignissen-von-1915-im-osmanischen-reich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.turkishnews.com\/de\/content\/2014\/12\/14\/zu-den-ereignissen-von-1915-im-osmanischen-reich\/","title":{"rendered":"zu den Ereignissen von 1915 im Osmanischen Reich"},"content":{"rendered":"<p dir=\"ltr\">Offene Antwort auf das Schreiben von Fatih Ak\u0131n,<\/p>\n<p dir=\"ltr\">zu den Ereignissen von 1915 im Osmanischen Reich.<\/p>\n<p dir=\"ltr\"><a href=\"https:\/\/www.turkishnews.com\/de\/content\/2014\/12\/14\/zu-den-ereignissen-von-1915-im-osmanischen-reich\/download\/\" rel=\"attachment wp-att-9113\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-9113\" alt=\"download\" src=\"https:\/\/www.turkishnews.com\/de\/content\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/download.jpg\" width=\"680\" height=\"478\" srcset=\"https:\/\/www.turkishnews.com\/de\/content\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/download.jpg 680w, https:\/\/www.turkishnews.com\/de\/content\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/download-300x211.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px\" \/><\/a><\/p>\n<p dir=\"ltr\">Sehr geehrter Herr Keskin,<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Ich bitte Sie darum mich von Ihrem Verteiler zu streichen. Ich kann es nicht l\u00e4nger ertragen Ihre politischen Inhalte auf meinen Account zu erhalten. Ich bezeichne die Ereignisse von 1915 als V\u00f6lkermord. Mit Ihren politischen Ansichten, die Sie mir immer wieder unaufgefordert schicken,\u00a0f\u00fchle ich mich nach und nach gen\u00f6tigt. Sie haben bestimmt von meinem Film der TheCut geh\u00f6rt oder gelesen. Vielleicht haben Sie auch die eine oder andere \u00c4u\u00dferung verfolgt, die ich an die Presse gegeben habe. Ich teile Ihre politischen Ansichten nicht! Ich bitte Sie um R\u00fccksicht.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Danke vielmals.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Fatih Akin \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0(als E-Mail erhalten, am 9.12.2014)<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Sehr geehrter Fatih Ak\u0131n,<\/p>\n<p dir=\"ltr\">als bekanntester Regisseur und K\u00fcnstler t\u00fcrkischer Herkunft in Deutschland habe ich Ihre bisherigen Filme mit gro\u00dfem Interesse gesehen. Gerade als Deutscht\u00fcrke freue ich mich sehr \u00fcber Ihre Erfolge. Als Bundesvorsitzender der T\u00fcrkischen Gemeinde in Deutschland hatten wir Sie auf unserem Bundeskongress in Hamburg 2004, wie Sie sich sicherlich erinnern werden, wegen Ihrer Filme geehrt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Ihren Film The Cut habe ich noch nicht gesehen, jedoch aus der Presse davon erfahren. Gern werde ich mir den Film ansehen. Sie bezeichnen \u201cdie Ereignisse von 1915 als V\u00f6lkermord\u201d und bitten mich, wegen meiner politischen Ansichten, Sie aus meiner Verteilerliste zu streichen, was ich sofort getan habe. Dennoch erlaube ich mir, Ihnen diesen \u00f6ffentlichen Brief im Interesse der Wahrheitsfindung zu senden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Wie Sie wissen, \u00fcber die Bewertung der Ereignisse von 1915, also \u00fcber die Zwangsumsiedlung von Armeniern aus Ost- und Zentralanatolien nach Syrien \u2013damals Teil des Osmanischen Reiches \u2013 wird seit rund 100 Jahren kontrovers geforscht und diskutiert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p dir=\"ltr\">\u201cV\u00f6lkermord\u201d oder was die Armenier \u201cGenozid\u201d nennen, bezeichnet laut UNO Konvention von 1948 die spezielle Absicht, auf direkte oder indirekte Weise \u201eeine nationale, ethnische, rassische oder religi\u00f6se Gruppe als solche ganz oder teilweise zu zerst\u00f6ren\u201c. Hierbei \u201emuss eine \u00fcber den Tatvorsatz hinausgehende Absicht vorliegen.\u201d (Die\u00a0Konvention \u00fcber die Verh\u00fctung und Bestrafung des V\u00f6lkermordes\u00a0wurde von der Generalversammlung der\u00a0Vereinten Nationen als\u00a0Resolution 260 A (III)\u00a0am 9. Dezember 1948 beschlossen. Sie trat am 12. Januar 1951 in Kraft.)<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Unmittelbar nach dem ersten Weltkrieg wurden von den Besatzungsm\u00e4chten Gro\u00dfbritannien und Frankreich, vom 3. Januar 1919 bis 10. August 1921 im<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Osmanischen Reich Ermittlungen durchgef\u00fchrt, um den Prozess gegen angebliche T\u00e4ter wegen \u201cschlechter Behandlung von Kriegsgefangenen und Massakern gegen Armenier\u201d aufnehmen zu k\u00f6nnen. 147 politisch Verantwortliche und f\u00fchrende Offiziere des Osmanischen Reiches wurden von England nach Malta deportiert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Insbesondere England als Besatzungsmacht hat alles an Dokumenten, Beschl\u00fcssen und Schriftwechseln \u00fcber die Ma\u00dfnahmen an Zwangsumsiedlung von Armeniern im Osmanischen Reich in der Hand gehabt. 32 Monate lang wurde die Vorbereitung des Prozesses gegen Inhaftierte in Malta vom K\u00f6niglichen Staatsanwalt in enger Kooperation des englischen Au\u00dfen- und Verteidigungsministeriums, des hohen Kommissars und der Botschaft Englands in Istanbul, sogar unter Mitwirkung und Einschaltung des Parlaments Gro\u00dfbritanniens, durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Die K\u00f6nigliche Staatsanwalt Gro\u00dfbritanniens kam im Juli 1921 zu folgendem Ergebnis: \u201cDas Beweismaterial und die Informationen, die wir in der Hand haben, legen keine Beweise vor, die Beschuldigten nach einem Zivilgerichts- Prozess zu verurteilen und zu bestrafen.\u201d (G\u00fcrkan, U., Die Armenische Frage zu verstehen (Ermeni Sorununu Anlamak, Istanbul 2011, S.78 ff).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Der mit gro\u00dfem Elan und Aufwand an Hand s\u00e4mtlicher aktueller Unterlagen des Osmanischen Reiches, Gro\u00dfbritanniens, Frankreichs und der USA gegen die inhaftierten \u201cVerantwortlichen\u201d wegen \u201cschlechter Behandlung von Kriegsgefangenen und Massakern an Armeniern\u201d gef\u00fchrte Malta-Prozess, endete nach 29 Monaten mit Freispruch. Am 31. Oktober 1921 wurden die Inhaftierten in die T\u00fcrkei zur\u00fcckgebracht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Bereits vor dem Malta-Prozess hatte die F\u00fchrung des Osmanischen Reiches bei den L\u00e4ndern D\u00e4nemark, Schweiz, Schweden, Holland und Spanien, die an dem Ersten Weltkrieg nicht beteiligt waren und daher als neutral galten, um die Gr\u00fcndung eines Gerichts gebeten, um die Vorw\u00fcrfe des Vergehens gegen Armenier zu untersuchen. Dieser Vorschlag wurde von der Besatzungsmacht Gro\u00dfbritannien abgelehnt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p dir=\"ltr\">2001, als ich mich mit dem h\u00f6chst kontroversen Thema um die Ereignisse von 1915 \u00a0besch\u00e4ftigte, hatte ich die Idee, dass eine objektive Kl\u00e4rung dieser Frage durch die Gr\u00fcndung einer parit\u00e4tisch besetzten, gemeinsamen Historiker-Kommission m\u00f6glich sein k\u00f6nnte. In dieser Kommission sollten t\u00fcrkische, armenische und international anerkannte Historiker zusammenarbeiten und die Archivmaterialien in den daf\u00fcr in Frage kommenden L\u00e4ndern analysieren. Damit k\u00f6nnten die Beziehungen zwischen den Nachbarstaaten Armenien und der T\u00fcrkei m\u00f6glicherweise normalisiert werden. Mir ging es damals und geht es auch heute hierbei um die Findung der Wahrheit. Diesen Vorschlag habe ich dem damaligen Staatspr\u00e4sidenten der T\u00fcrkei Necdet Sezer bei seinem Besuch 2001 in Stuttgart eingereicht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Nach 90 Jahren der Ereignisse von 1915 unterbreitete der Ministerpr\u00e4sident der T\u00fcrkei, Erdo\u011fan, zu dessen Kritikern ich geh\u00f6re, am 10. April 2005 dem Staatspr\u00e4sidenten der armenischen Republik, Robert Kotscharjan, per Brief den<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Vorschlag, eine gemeinsam besetzte Historiker-Kommission zu bilden, um an Hand von s\u00e4mtlichen Archivmaterialen, die Ereignisse von 1915 zu analysieren und das Ergebnis der Welt\u00f6ffentlichkeit vorzulegen. Dieses Ergebnis sollte dann f\u00fcr beide Seiten bindend sein. Auf diesen Brief hat Armenien nicht reagiert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Ein Gericht in der Schweiz hatte Do\u011fu Perin\u00e7ek verurteilt, weil er die Meinung vertrat \u201cDie Behauptung vom Genozid an Armeniern ist eine imperialistische L\u00fcge.\u201d Gegen diese Entscheidung hat Perin\u00e7ek bei dem Europ\u00e4ischen Gerichtshof f\u00fcr Menschenrechte (EGMR) geklagt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Der Europ\u00e4ische Gerichtshof f\u00fcr Menschenrechte entschied am 12. Dezember 2013 unter anderem: \u201cF\u00fcr eine zweifelsfreie Qualifizierung als V\u00f6lkermord fehlen dem EGMR die klaren internationalen Rechtsgrundlagen, wie es sie im Falle des Holocaust gibt.\u201d<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Sehr geehrter Herr Fatih Ak\u0131n,<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p dir=\"ltr\">seit den 1968er Jahren, seit meinem aktiv politischen Leben in Deutschland also, habe ich mich konsequent daran gehalten, stets f\u00fcr Wahrheit und Gerechtigkeit zu k\u00e4mpfen, ohne R\u00fccksicht auf pers\u00f6nliche Folgen hierbei f\u00fcr mich. Wegen meiner Kritiken an den Zust\u00e4nden in der T\u00fcrkei 1968-1970 als Vorsitzender der T\u00fcrkischen Studentenf\u00f6deration in Deutschland wurde mir 1970 die t\u00fcrkische Staatsangeh\u00f6rigkeit aberkannt, die ich nach einem Prozess beim Verwaltungsgericht in Ankara zur\u00fcckerhielt. Nach dem Eingreifen des Milit\u00e4rs 1971 wurde ich erneut ausgeb\u00fcrgert und erhielt nach einem erneuten Prozess die t\u00fcrkische Staatsb\u00fcrgerschaft zur\u00fcck. Nach Schriftsteller Nazim Hikmet war ich die zweite Person, der die Staatsb\u00fcrgerschaft entzogen wurde, und daher fand dieser Fall in der t\u00fcrkischen \u00d6ffentlichkeit breites Echo.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p dir=\"ltr\">In den Jahren 1980-2010 habe ich mich als Hochschullehrer, als Vorsitzender der T\u00fcrkischen Gemeinde in Hamburg und als Bundesvorsitzender der T\u00fcrkischen Gemeinde in Deutschland, als Abgeordneter der B\u00fcrgerschaft in Hamburg und des Bundestages mit unz\u00e4hligen Vortr\u00e4gen, Interviews und Publikationen konsequent f\u00fcr die gleichen Rechte der Immigrantinnen und Immigranten, aber auch f\u00fcr alle sozial Benachteiligten Deutschlands eingesetzt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Wie Sie aus meinen dutzenden Ver\u00f6ffentlichungen in der t\u00fcrkischen Zeitung Cumhuriyet in den letzten Jahren m\u00f6glicherweise verfolgen, die Sie bislang auch in E-Mails erhielten, setze ich mich mit aller Kraft f\u00fcr einen demokratischen, laizistischen und sozialen Rechtsstaat, sowie f\u00fcr Presse- und Meinungsfreiheit \u00a0in der T\u00fcrkei ein. Diese Bemerkungen \u00fcber meine Biographie mache ich deshalb, weil auch mir von armenischen Lobbyisten der Vorwurf eines \u201et\u00fcrkischen Nationalisten\u201c nicht erspart wurde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p dir=\"ltr\">In unz\u00e4hligen Publikationen von seri\u00f6sen Historikern, die zum Teil in meiner Bibliothek vorhanden sind, werden die Entstehungsr\u00fcnde und Geschehnisse vor 1915 und danach detailliert erl\u00e4utert. Sie belegen, wie die aufst\u00e4ndischen und sich des Terrors und der Gewalt bedienenden Armenier vor und inmitten des Ersten Weltkrieges, ermutigt und unterst\u00fctzt vom zaristischen Russland \u2013 ja gemeinsam mit<\/p>\n<p dir=\"ltr\">der russischen Armee \u2013 gegen das eigene Land in der Ostt\u00fcrkei k\u00e4mpften. Als die russische Armee die heutige Ostt\u00fcrkei gegen Ende 1914 besetzte, \u00fcbten Anh\u00e4nger der armenischen Daschnak Partei gegen die t\u00fcrkische und kurdische Bev\u00f6lkerung in der Ostt\u00fcrkei Massaker aus. Laut Sch\u00e4tzungen sind Hunderttausende dabei get\u00f6tet worden. Dutzende Archivmaterialien, selbst Berichte von russischen Gener\u00e4len und Verantwortlichen, belegen eindeutig diese Massaker.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Erst nach diesen Ereignissen in der Ostt\u00fcrkei wurde vom Osmanischen Staat, \u00fcbrigens auch auf Empfehlung der in der osmanischen Armee einflussreichen deutschen Gener\u00e4le, am 27. Mai 1915 \u00fcber die Zwangsumsiedlung der Armenier entschieden. Ohne Zweifel kamen dabei bei meist fehlenden Transportm\u00f6glichkeiten auf diesem langen Weg und unter den damaligen h\u00f6chst \u00e4rmlichen Zust\u00e4nden hunderttausende Armenier ums Leben. Es gab hierbei auch viele Racheakte und Raub\u00fcberf\u00e4lle gegen die armenische Bev\u00f6lkerung. Es ist mit Entschiedenheit zu kritisieren, dass auch die in der Ostt\u00fcrkei v\u00f6llig unbeteiligte armenische Bev\u00f6lkerung von dieser Deportation und vom unermesslichen Leid betroffen war.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Von dieser Zwangsumsiedlung war jedoch die armenische Bev\u00f6lkerung in den Westteilen des Landes, beispielsweise in Istanbul, Izmir, Bursa nicht betroffen. Dies ist auch ein Beleg daf\u00fcr, dass keine generelle Deportation der armenischen Bev\u00f6lkerung geplant war und stattfand.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Ich pers\u00f6nlich bedaure aufrichtig, dass hunderttausende Armenier, aber auch T\u00fcrken und Kurden bei diesen h\u00f6chst dramatischen und traurigen Ereignissen ums Leben kamen. Es ist daher v\u00f6llig falsch, wenn bei dieser Auseinandersetzung lediglich von get\u00f6teten Armeniern gesprochen wird und die nahezu gleiche Zahl get\u00f6teter T\u00fcrken ausgeklammert wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Die Armenier und T\u00fcrken lebten nahezu tausend Jahre in friedlicher Nachbarschaft zusammen. Die Armenier waren auf allen beruflichen Ebenen der osmanischen Gesellschaft, aber auch als Botschafter und Minister in vielen f\u00fchrenden Positionen des Staates pr\u00e4sent.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Der erste Ministerpr\u00e4sident Armeniens Howhannes Katschasnuni fasst diese h\u00f6chst traurige Geschichte des Osmanischen Reiches im folgenden Satz zusammen. \u201cWir wurden get\u00f6tet und wir haben get\u00f6tet. Wir sind vom Traum f\u00fcr Gro\u00dfarmenien verblendet gewesen.\u201d (Katschasnuni, H., Die Partei Daschnak kann nichts erreichen, (Ta\u015fnak partisinin yapaca\u011fi bir \u015fey yok), Kaynak yay\u0131nlar\u0131, Istanbul, 2005, S.9).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Die vielseitig und mit massiven Geldern unterst\u00fctzten aktiven armenischen Lobbyisten und ihre Helfer haben nicht das Recht, Menschen mit anderer Meinung zu diesem Thema als \u201eGenozid-Leugner\u201c zu diskreditieren oder gar mundtot zu machen. Nachweislich durch Verf\u00e4lschung von Fakten, ja sogar von Gem\u00e4lden, versuchen sie, ihre Position der Welt\u00f6ffentlichkeit als einzig richtige aufzuoktroyieren. Durch Tabuisierung dieses Themas wollen sie verhindern, dass Veranstaltungen mit sachkundigen und zu diesem Thema an Hand von Archivunterlagen forschenden Historikern stattfinden. Dies haben wir j\u00fcngst in Berlin erlebt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Die immer lauter werdende Arbeit von armenischen Lobbyisten hat dar\u00fcber hinaus<\/p>\n<p dir=\"ltr\">das Ziel, die Besetzung von Berg Karabach und die umliegenden f\u00fcnf Regionen Aserbaidschans (20 Prozent des aserbaidschanischen Territoriums) und den Massakern an der Bev\u00f6lkerung von Chodschali (Hocali) im Jahre 1992 aus der \u00f6ffentlichen Diskussion zu verdr\u00e4ngen. Aus diesen okkupierten Gebieten Aserbaidschans sind rund eine Million Menschen vertrieben worden. Hierbei werden die vier Resolutionen des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen (No. 822, 853, 874, 884) sowie Beschl\u00fcsse des Europarates, des Europaparlaments, in denen Armenien aufgefordert wird sich aus den besetzten Gebieten Aserbaidschans zur\u00fcckzuziehen, ignoriert.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Sehr geehrter Fatih Ak\u0131n,<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p dir=\"ltr\">diese sehr kontroverse Geschichte kann nur von sachkundigen Historikern an Hand von Archivmaterialien und Quellen in aller Welt erhellt werden. Nur die Unterst\u00fctzung der Bildung einer Historiker-Kommission kann zu einer beidseitigen L\u00f6sung und zur Normalisierung der Beziehungen zwischen der T\u00fcrkei und Armenien beitragen. Eine Instrumentalisierung dieses Themas aus welchen Gr\u00fcnden auch immer, tr\u00e4gt der Wahrheitsfindung und einer L\u00f6sung des Problems nicht bei.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Hakk\u0131 Keskin<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Offene Antwort auf das Schreiben von Fatih Ak\u0131n, zu den Ereignissen von 1915 im Osmanischen Reich. Sehr geehrter Herr Keskin, Ich bitte Sie darum mich von Ihrem Verteiler zu streichen. Ich kann es nicht l\u00e4nger ertragen Ihre politischen Inhalte auf meinen Account zu erhalten. Ich bezeichne die Ereignisse von 1915 als V\u00f6lkermord. Mit Ihren politischen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":83,"featured_media":9113,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[26,42],"tags":[1931,1932,1933],"class_list":["post-9112","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-armenierfrage","category-kultur","tag-fatih-akin","tag-heskin","tag-the-cut"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.turkishnews.com\/de\/content\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9112","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.turkishnews.com\/de\/content\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.turkishnews.com\/de\/content\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.turkishnews.com\/de\/content\/wp-json\/wp\/v2\/users\/83"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.turkishnews.com\/de\/content\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9112"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.turkishnews.com\/de\/content\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9112\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.turkishnews.com\/de\/content\/wp-json\/wp\/v2\/media\/9113"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.turkishnews.com\/de\/content\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9112"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.turkishnews.com\/de\/content\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9112"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.turkishnews.com\/de\/content\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9112"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}