{"id":851,"date":"2010-08-12T08:58:14","date_gmt":"2010-08-12T06:58:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.turkishforum.com.tr\/de\/content\/?p=851"},"modified":"2023-04-02T12:50:17","modified_gmt":"2023-04-02T09:50:17","slug":"die-vielfalt-fehlt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.turkishnews.com\/de\/content\/2010\/08\/12\/die-vielfalt-fehlt\/","title":{"rendered":"Die Vielfalt fehlt"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-860\" src=\"https:\/\/www.turkishnews.com\/de\/content\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/Auslaender_HA_Hambu_514695c.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.turkishnews.com\/de\/content\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/Auslaender_HA_Hambu_514695c.jpg 459w, https:\/\/www.turkishnews.com\/de\/content\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/Auslaender_HA_Hambu_514695c-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p><strong>Die Vielfalt fehlt<\/strong><\/p>\n<p><strong>Hamburg ist reich an Migranten, doch man bleibt unter sich &#8211; HWWI-Expertin: &#8222;Positive Effekte gehen verloren&#8220;<\/strong><br \/>\nvon Eva Eusterhus<\/p>\n<p>Fast jeder dritte Einwohner in Hamburg hat bereits einen Migrationshintergrund, in einigen Stadtteilen stammen sogar 70 Prozent der Bewohner nicht aus Deutschland. Dies geht aus den aktuellen Zahlen des Statistikamtes Nord hervor, wie die WELT berichtete. In Hamburg leben demnach Ende 2009 insgesamt rund 487 000 Menschen mit Migrationshintergrund, das sind 28 Prozent aller Einwohner.<br \/>\nHamburgs B\u00fcrger kommen also aus aller Welt. Dennoch ist Hamburg, das Tor zur Welt, l\u00e4ngst nicht so &#8222;multikulti&#8220;, wie es den Anschein hat. So belegen die Zahlen nicht nur, dass sich Migranten in bestimmten Stadtteilen ballen &#8211; der Bezirk Mitte etwa weist mit 43 Prozent den h\u00f6chsten Prozentsatz auf, in Nord hingegen haben nur rund 22 Prozent der Bewohner ausl\u00e4ndische Wurzeln. Die Daten zeigen auch, dass es stets eine hohe Konzentration einer Gruppe eines Herkunftslandes gibt. In Lohbr\u00fcgge, Bergedorf und Rahlstedt leben beispielsweise besonders viele Menschen aus Russland, in Mitte sehr viele mit t\u00fcrkischen Wurzeln.<\/p>\n<p>Laut der Migrationsexpertin des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI), Silvia Stiller, ist dies ein Beleg daf\u00fcr, dass Hamburg in Hinblick auf seine Integrationsbem\u00fchungen Nachholbedarf hat. &#8222;Hamburg hat zwar einen hohen Anteil an Einwohnern mit ausl\u00e4ndischen Wurzeln, doch dieser ist in sich nicht so vielf\u00e4ltig wie in anderen deutschen Gro\u00dfst\u00e4dten.&#8220; Dies geht auch aus einer Studie hervor, die das HWWI ver\u00f6ffentlichte. Wie stark die kulturelle Vielfalt einer Stadt ist, errechnete das Institut mithilfe des Diversit\u00e4tsindexes. Dieser ber\u00fccksichtigt sowohl die Anzahl der Nationalit\u00e4ten als auch ihre Anteile an der Gesamtbesch\u00e4ftigung.<\/p>\n<p>Hamburg erreichte hier lediglich einen Wert von 0,14. Dies ist hinter Berlin (0,12) der niedrigste Wert aller untersuchten St\u00e4dte. Spitzenreiter sind M\u00fcnchen und Stuttgart mit 0,28. &#8222;Je homogener, je geschlossener die Migrantengruppe einer Metropole ist, desto schw\u00e4cher sind die positiven Effekte von kultureller Vielfalt, die sich vor allem in dem wirtschaftlichem Erfolg einer Stadt bemerkbar machen&#8220;, folgert Expertin Stiller.<\/p>\n<p>Eine belastbare Prognose dar\u00fcber, wie sich der Anteil von Menschen mit ausl\u00e4ndischem Hintergrund in den einzelnen Stadtteilen entwickeln wird, gibt es nicht, da unterschiedlichste Faktoren zusammenspielen. Laut Bildungsbericht der Schulbeh\u00f6rde von 2009 betr\u00e4gt jedoch der Anteil von Kindern mit ausl\u00e4ndischen Wurzeln in den Vorschulen bereits knapp 37 Prozent. Ein Umstand, der sich mit gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit in den n\u00e4chsten Jahren weiter erh\u00f6hen wird. Was den Zuwachs der einzelnen Gruppen angeht, ist auffallend, dass sie sehr unterschiedliche Altersstrukturen aufweisen. Aus der Herkunftsregion des \u00f6stlichen Mitteleuropas kommen etwa besonders viele \u00fcber 65-J\u00e4hrige.<br \/>\nAnzeige<\/p>\n<p>Die Bev\u00f6lkerung mit Bezug zu afrikanischen L\u00e4ndern s\u00fcdlich der Sahara ist hingegen \u00fcberdurchschnittlich jung: 31 Prozent von ihnen sind unter 15 Jahre alt. Dies trifft auch auf die gr\u00f6\u00dfte Migrantengruppe zu, 24 Prozent der unter 15-J\u00e4hrigen haben die T\u00fcrkei als Bezugsland. Statistiken belegen, dass Zugewanderte sich eher an der Geburtenrate der neuen Heimat orientieren als an der ihres Herkunftslandes.<br \/>\nQuelle: <\/p>\n<p>Bildquelle: Foto: picture-alliance In:<\/p>\n<p>leben-die-meisten-Migranten.html<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Vielfalt fehlt Hamburg ist reich an Migranten, doch man bleibt unter sich &#8211; HWWI-Expertin: &#8222;Positive Effekte gehen verloren&#8220; von Eva Eusterhus Fast jeder dritte Einwohner in Hamburg hat bereits einen Migrationshintergrund, in einigen Stadtteilen stammen sogar 70 Prozent der Bewohner nicht aus Deutschland. 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