{"id":706,"date":"2010-07-30T08:29:10","date_gmt":"2010-07-30T06:29:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.turkishforum.com.tr\/de\/content\/?p=706"},"modified":"2023-04-14T16:29:52","modified_gmt":"2023-04-14T13:29:52","slug":"polizei-polizistin-vermittelt-zwischen-zwei-welten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.turkishnews.com\/de\/content\/2010\/07\/30\/polizei-polizistin-vermittelt-zwischen-zwei-welten\/","title":{"rendered":"Polizei: Polizistin vermittelt zwischen zwei Welten"},"content":{"rendered":"<p>Polizeioberkommissarin G\u00fclay K\u00f6ppen vor der DITIB Moschee in Eving.<br \/>\nFoto: Franz Luthe<\/p>\n<p><strong>Polizei  :  Polizistin vermittelt zwischen zwei Welten<\/strong><\/p>\n<p>Dortmund, 29.07.2010, Andreas Winkelstr\u00e4ter<\/p>\n<p>Dortmund. \u201eMan wei\u00df einfach zu wenig voneinander, spricht zudem nicht dieselbe Sprache\u201c, sagt G\u00fclay K\u00f6ppen und meint damit das Verh\u00e4ltnis zwischen T\u00fcrken und Deutschen. Die 39-j\u00e4hrige Kriminaloberkommissarin ist seit 2006 die Kontaktbeamten im Polizeipr\u00e4sidium Dortmund zu muslimischen Institutionen.<\/p>\n<p>G\u00fclay K\u00f6ppen selbst ist in Duisburg in einem t\u00fcrkischen Elternhaus gro\u00df geworden. Und sie kennt sie die kulturellen und gesellschaftlichen Unterschiede, auch die religi\u00f6sen Feiertage beider Kulturen. \u201eUnd ich wurde von beiden Kulturen gepr\u00e4gt\u201c, betont sie.<\/p>\n<p>Landesweit wurde die Stelle der Kontaktbeamtin eingef\u00fchrt, die vertrauensbildende Ma\u00dfnahmen nach den Terroranschl\u00e4gen durchf\u00fchren sollte. \u201eF\u00fcr mich war es interessant, meine pers\u00f6nliche Note in die Aufgabe einzubringen, die damals installiert worden ist.\u201c In den zur\u00fcckliegenden Jahren hat sie bereits viele t\u00fcrkische Gemeinden besucht, war zu Gast in den Moscheen Dortmunds. \u201eAllerdings sind es so viele, dass ich noch nicht alle besucht habe\u201c, erkl\u00e4rt die Kriminaloberkommissarin.<br \/>\nZeitintensive Arbeit<\/p>\n<p>Durch ihre offene Art, mit der sie auf die Menschen zugeht, hat es sich schnell herumgesprochen, dass da eine kompetent Ansprechpartnerin bei der Polizei ist. \u201eDas hat sich durch Mund-zu-Mund-Propaganda herumgesprochen und so kommen heute Anfragen aus muslimischen Gemeinden\u201c, berichtet G\u00fclay K\u00f6ppen.<\/p>\n<p>Die Arbeit sei sehr zeitintensiv, denn man k\u00f6nne nicht gleich beim ersten Kontakt mit der T\u00fcr ins Haus fallen. Das l\u00f6se h\u00e4ufig Unverst\u00e4ndnis bei den deutschen Kollegen aus. \u201eDie werden schon mal nerv\u00f6s, wenn man nicht gleich zum Punkt kommt\u201c.<\/p>\n<p>Doch sie selbst l\u00e4sst sich dadurch nicht aus der Ruhe bringen, sucht auch mehrfach das Gespr\u00e4ch, bis man dann in den Gemeinden auf die Angebote der Polizei zur\u00fcckgreift, etwa auf Pr\u00e4ventionsangebote in Sachen Verkehrserziehung oder Drogenproblematik. Die Palette sei breit gef\u00e4chert.<\/p>\n<p>Dabei hat sie keine Probleme, auch als Frau in der muslimischen M\u00e4nnerwelt akzeptiert zu werden. \u201eDie Akzeptanz l\u00e4uft \u00fcber die Sprache, \u00fcber das Auftreten, egal wo man herkommt und was man ist, egal ob man Mann oder Frau ist\u201c, betont sie. Denn die meisten Imame, die alle vier Jahre wechseln und meist direkt aus der T\u00fcrkei kommen, sprechen kein Deutsch. Und sie selbst ist zweisprachig aufgewachen, T\u00fcrkisch und Deutsch. Au\u00dferdem bringen diese ihr als Vertreterin einer deutschen Beh\u00f6rde, wie sie sagt \u201eeine Art grunds\u00e4tzliche Achtung entgegen\u201c. Sie sei begeistert davon, wie engagiert die Gemeinden seien, wie offen und bereit, sie bei der Arbeit zu unterst\u00fctzen. \u201eBisher habe ich nirgendwo eine Ablehnung erfahren\u201c, sagt die 39-J\u00e4hrige.<br \/>\nInformationsdefitize<\/p>\n<p>Vorurteile gebe es auf beiden Seiten. Das sei jedoch meistens auf Informationsdefizite zur\u00fcckzuf\u00fchren. \u201eJe mehr man von dem Anderen wei\u00df, desto mehr Verst\u00e4ndnis und Respekt bringt man auf\u201c, wei\u00df die Kontaktbeamtin aus der Praxis. So sei es bei Deutschen \u00fcblich, sich beim Gespr\u00e4ch in die Augen zu schauen. Das zeige den gegenseitigen Respekt. Ein Muslime k\u00f6nnte in einem Gespr\u00e4ch mit einer Frau ihr nicht in die Augen schauen. \u201eDas wiederum zeigt seinen Respekt mit gegen\u00fcber\u201c.<\/p>\n<p>Es k\u00f6nne auch sei, dass ein Muslim einem nicht die Hand gibt. Nicht etwa, weil er unh\u00f6flich ist, sondern weil er vielleicht gerade die rituelle Waschung vor dem Gebet vorgenommen hat. \u201eMan selbst empfindet das vielleicht als Beleidigung\u201c, so G\u00fclay K\u00f6ppen. \u201eDoch ist das nicht gemeint.\u201c Man k\u00f6nne eben keine Schablone \u00fcber die Menschen st\u00fclpen. Jeder sei verschieden. Und das sollte man auch akzeptieren.<\/p>\n<p>Kontakt zu G\u00fclay K\u00f6ppen \u00fcber s 132 &#8211; 7532 oder per E-Mail: guelay.koeppen@polizei.nrw.de<\/p>\n<p>Quelle: <\/p>\n<p>Welten-id3317417.html<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Polizeioberkommissarin G\u00fclay K\u00f6ppen vor der DITIB Moschee in Eving. 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