{"id":4382,"date":"2011-07-13T18:09:12","date_gmt":"2011-07-13T15:09:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.turkishforum.com.tr\/de\/content\/?p=4382"},"modified":"2014-01-01T23:20:22","modified_gmt":"2014-01-01T21:20:22","slug":"importierte-ehemanner-haben-haufig-probleme","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.turkishnews.com\/de\/content\/2011\/07\/13\/importierte-ehemanner-haben-haufig-probleme\/","title":{"rendered":"Importierte Ehem\u00e4nner haben h\u00e4ufig Probleme"},"content":{"rendered":"<p>Von             \t\t\t\t\tAngelika Fiedler<\/p>\n<p>Eine Forscherin spricht mit 30 jungen t\u00fcrkischen M\u00e4nnern \u00fcber ihr Leben in der neuen Heimat.<\/p>\n<figure id=\"attachment_4385\" aria-describedby=\"caption-attachment-4385\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-4385\" title=\"onlineImage\" src=\"https:\/\/www.turkishnews.com\/de\/content\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/onlineImage.jpg\" alt=\"Frauen haben weniger Probleme mit dem Spagat zwischen der t\u00fcrkischen und deutschen Kultur als M\u00e4nner.\" width=\"300\" height=\"199\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-4385\" class=\"wp-caption-text\">Frauen haben weniger Probleme mit dem Spagat zwischen der t\u00fcrkischen und deutschen Kultur als M\u00e4nner.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Krefeld. Wurden fr\u00fcher t\u00fcrkische Ehen \u2013 auch in Deutschland \u2013 nicht selten von den Eltern arrangiert, suchen sich die Frauen heute ihre bessere H\u00e4lfte selber aus. Sie \u00fcberlassen das Zusammentreffen nicht etwa dem Zufall, sondern werden im Internet aktiv.<\/p>\n<p>\u201eFacebook ist auch in der T\u00fcrkei sehr verbreitet, hier werden erste Kontakte mit heiratswilligen M\u00e4nnern gekn\u00fcpft, die nach Deutschland kommen m\u00f6chten\u201c, berichtet Umut Bespinar. Sie lehrt an der Middle East Technical University in Ankara Soziologie.<\/p>\n<p>Eigentlich sind Frauen im Spagat zwischen Tradition und Moderne ihr Thema. Jetzt gilt ihr Interesse den \u201eimportierten Ehem\u00e4nnern\u201c. Umut Bespinar leitet in Krefeld zurzeit eine Feldstudie mit dem Titel \u201eMigranten aus der T\u00fcrkei in Europa: Strategien, Vaterschaft, Familie und Identit\u00e4ten\u201c. Daf\u00fcr f\u00fchrt sie 30 Interviews mit M\u00e4nnern zwischen 20 und 35 Jahren, die einen der 16 Integrationskurse der Volkshochschule besuchen.<\/p>\n<p>Dass die t\u00fcrkischen M\u00e4nner selbst zu Wort kommen, ist neu. \u201eSie sind es nicht gewohnt, mit einer fremden Frau \u00fcber pers\u00f6nliche Probleme zu reden\u201c, erkl\u00e4rt Fazilet Yardimci.<\/p>\n<p>Die p\u00e4dagogische Mitarbeiterin der VHS ist zugleich die Tante von Umut Bespinar. F\u00fcr ihre Nichte hat sie den Kontakt zu den M\u00e4nnern hergestellt, die f\u00fcr eine Familienzusammenf\u00fchrung nach Krefeld gekommen sind.<\/p>\n<p>* Soziologische Studien<\/p>\n<p>Geschlechterforschung Die Soziologin Umut Bespinar aus Ankara besch\u00e4ftigt sich haupts\u00e4chlich mit \u201eGender Studies\u201c, den sozialen und kulturellen Umst\u00e4nden in der Geschlechterrolle. Was ist typisch m\u00e4nnlich, typisch weiblich, wie definieren und positionieren sich die Geschlechter in der Gesellschaft \u2013 das alles sind Fragen der Gender-Forschung.<\/p>\n<p>Projekt In dem aktuellen Projekt \u201eMigranten aus der T\u00fcrkei in Europa: Strategien, Vaterschaft, Familie und Identit\u00e4ten\u201c steht die Integration junger t\u00fcrkischer Migranten im Fokus, die zwecks Heirat nach Deutschland kommen. Die eineinhalbst\u00fcndigen Interviews finden in Krefeld und Frankfurt am Main statt. Im n\u00e4chsten Jahr sollen die Ergebnisse der Studie ver\u00f6ffentlicht werden.<\/p>\n<p>Keiner hat die Einladung zu dem Interview abgelehnt. Alle Angesprochenen berichten ehrlich \u00fcber ihre Lage, ihre Ehe und das Leben in der neuen Heimat. F\u00fcr viele sei es wie eine Psychotherapie, endlich \u00fcber ihre Probleme reden zu d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Die Frauen besitzen ein Standbein in beiden Kulturen<\/p>\n<p>F\u00fcr die M\u00e4nner sei die Heirat zwar ein \u201egro\u00dfes Gl\u00fcck\u201c. Aber sie kennen die Sprache nicht, h\u00e4tten keine oder nur eine schlechte Ausbildung, seien nicht erwerbst\u00e4tig und verf\u00fcgten \u00fcber keinerlei soziale Kontakte.<\/p>\n<p>\u201eDie Frauen haben hingegen in beiden Kulturen ein Standbein. Sie leben modern, haben ihre Familien, sind sozial nicht isoliert und verdienen ihr eigenes Geld\u201c, umrei\u00dft die Soziologin die Problematik. Die M\u00e4nner w\u00fcssten nicht, welche Rolle sie in ihrer neuen Heimat einnehmen sollen.<\/p>\n<p>Der Status \u201eHausfrau\u201c sei f\u00fcr einen t\u00fcrkischen Mann keine Alternative, sie f\u00fchlten sich in der neuen Beziehung nicht als \u201erichtige M\u00e4nner\u201c. Ihr Rollenbild gerate ins Wanken. Paradoxerweise suchen sich die Frauen ihre Partner gerade wegen des traditionellen Hintergrunds aus.<\/p>\n<p>Zum Teil haben sie eine fr\u00fche Heirat hinter sich und m\u00f6chten die zweite Ehe innerhalb der t\u00fcrkischen Gemeinschaft bewusster eingehen. Dabei sehen sie keinen Widerspruch zwischen selbst bestimmtem Leben und der Orientierung an Traditionen.<\/p>\n<p>Eine Tendenz zeichnet sich laut Umut Bespinar bei den Interviews schon ab: Nur wenige M\u00e4nner bereuten den Schritt, viele sagten, ihr neues Leben sei h\u00e4rter als erwartet. Sie werten das als eine Phase, die vor\u00fcberginge und t\u00e4ten alles mit Blick auf bessere Zeiten.<\/p>\n<p>via Importierte Ehem\u00e4nner haben h\u00e4ufig Probleme &#8211; Stadtleben &#8211; Krefeld &#8211; Lokales &#8211; Westdeutsche Zeitung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Angelika Fiedler Eine Forscherin spricht mit 30 jungen t\u00fcrkischen M\u00e4nnern \u00fcber ihr Leben in der neuen Heimat. Krefeld. 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