{"id":3844,"date":"2011-05-16T18:18:58","date_gmt":"2011-05-16T15:18:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.turkishforum.com.tr\/de\/content\/?p=3844"},"modified":"2011-05-16T18:18:58","modified_gmt":"2011-05-16T15:18:58","slug":"mehr-diskriminierungen-im-job-wahrend-der-krise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.turkishnews.com\/de\/content\/2011\/05\/16\/mehr-diskriminierungen-im-job-wahrend-der-krise\/","title":{"rendered":"Mehr Diskriminierungen im Job w\u00e4hrend der Krise"},"content":{"rendered":"<p>Weltweite UN-Studie: \u00c4ltere Arbeitnehmer, Berufseinsteiger und Migranten besonders betroffen<\/p>\n<p>In Industriel\u00e4ndern werden Raucher und \u00dcbergewichtige zunehmend diskriminiert. Frauen weiter benachteiligt<\/p>\n<p>Die Weltwirtschaftskrise hat das Risiko von Diskriminierung am Arbeitsplatz erh\u00f6ht. Seit Beginn der Krise Ende 2008 seien weltweit mehr Beschwerden registriert worden, die die Gleichstellung betreffen, stellt die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) in ihrem neuen Bericht &#8222;Equality at work 2011&#8220; fest, der an diesem Montag in Genf vorgestellt wird und der &#8222;Welt&#8220; vorabn vorliegt. &#8222;Wirtschaftlich schwierige Zeiten sind ein N\u00e4hrboden f\u00fcr Diskriminierung am Arbeitsplatz&#8220;, erkl\u00e4rt ILO-Generaldirektor Juan Somavia. Vor allem schlecht ausgebildete Arbeitnehmer, Arbeitnehmer mit Migrationshintergrund und \u00e4ltere Arbeitnehmer seien betroffen gewesen.<\/p>\n<p>Obwohl immer mehr L\u00e4nder das Renteneintrittsalter hoch setzen, seien \u00c4ltere auf dem Arbeitsmarkt h\u00e4ufig diskriminiert. In den USA, Gro\u00dfbritannien und Frankreich habe die Zahl der entsprechenden Beschwerden w\u00e4hrend der Krise zugenommen, und bei einer Umfrage in der Europ\u00e4ischen Union sagten 64 Prozent der Teilnehmer, sie rechneten damit, dass die Krise zu mehr Diskriminierung gegen \u00c4ltere f\u00fchren werde.<\/p>\n<p>Aber auch die ganz Jungen, die gerade ihren ersten Job suchten, h\u00e4tten unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig stark gelitten. F\u00fcr j\u00fcngere Arbeitnehmer habe die Krise die ohnehin schwierige Situation versch\u00e4rft, hei\u00dft es in dem Bericht. Ende 2009 habe es einen neuen Rekordwert von 81 Millionen arbeitslosen jungen Menschen weltweit gegeben.<\/p>\n<p>F\u00fcr Arbeitnehmer mit Migrationshintergrund seien die Besch\u00e4ftigungschancen w\u00e4hrend des Abschwungs gesunken, hingegen h\u00e4tten Fremdenfeindlichkeit und Gewalt gegen sie zugenommen. In den meisten L\u00e4ndern seien ausl\u00e4ndische Arbeitnehmer schneller von Arbeitslosigkeit betroffen gewesen als Einheimische. Ein Grund sei, dass Migranten h\u00e4ufig in besonders betroffenen Sektoren wie der Bau- und Tourismuswirtschaft arbeiteten. Viele L\u00e4nder h\u00e4tten zudem in Folge der Rezession ihre Zuwanderungsquoten gesenkt. Australien beispielsweise habe 2009 die Aufnahme von qualifizierten Arbeitnehmern auf nur noch 108 100 Einwanderer gesenkt &#8211; von 133 500 im Jahr 2008.<\/p>\n<p>Viele Menschen bek\u00e4men wegen rassistischer Vorurteile keinen Zugang zum Arbeitsmarkt, urteilt die ILO. Vor allem Menschen mit afrikanischer oder asiatischer Herkunft seien betroffen. In entwickelten L\u00e4ndern w\u00fcrden Mitarbeiter inzwischen aber auch immer h\u00e4ufiger wegen ihres Lebensstils diskriminiert &#8211; etwa weil sie rauchen oder \u00fcbergewichtig sind.<\/p>\n<p>In Entwicklungsl\u00e4ndern bekamen dem Bericht zufolge vor allem Frauen die Krise zu sp\u00fcren. So habe es in der afrikanischen Textilindustrie besonders viele Entlassungen gegeben &#8211; in dieser Branche arbeiten zu 90 Prozent Frauen ohne Ausbildung. &#8222;In der Krise werden Frauen h\u00e4ufig als Erste entlassen und bekommen als Letzte wieder einen Job&#8220;, hei\u00dft es in dem Bericht.<\/p>\n<p>In entwickelten L\u00e4ndern konnte die ILO dagegen keine gro\u00dfe Auswirkung der Krise auf die Besch\u00e4ftigung von Frauen feststellen. In Gro\u00dfbritannien sank die Besch\u00e4ftigungsrate von M\u00e4nnern sogar st\u00e4rker als die von Frauen. Auch die Lohndifferenz habe sich durch die Krise nicht vergr\u00f6\u00dfert. Insgesamt w\u00fcrden Frauen aber weiterhin schlechter bezahlt als M\u00e4nner, seltener bef\u00f6rdert oder \u00fcberhaupt eingestellt, und sie seien auch von Armut h\u00e4ufiger betroffen: &#8222;829 Millionen Frauen leben weltweit in Armut, dagegen nur 522 Millionen M\u00e4nner&#8220;, schreiben die Studienautoren. Die Geh\u00e4lter von Frauen stellen im Durchschnitt weiterhin nur 70 bis 90 Prozent der M\u00e4nnergeh\u00e4lter dar.<\/p>\n<p>Trotz der &#8222;bedeutenden Fortschritte&#8220;, die es in den vergangenen Jahrzehnten gegeben habe, und trotz der vielen Gesetzes\u00e4nderungen zugunsten der Gleichberechtigung von Mann und Frau am Arbeitsplatz gebe es immer noch gro\u00dfe Herausforderungen: So w\u00fcrden Frauen weiter in der Schwangerschaft oder als M\u00fctter diskriminiert &#8211; oder einfach weil sie schwanger werden k\u00f6nnten. Die F\u00e4lle von K\u00fcndigungen wegen Schwangerschaft oder der Nichtauszahlung von Gehaltsleistungen vor oder nach der Geburt h\u00e4tten zugenommen. Schwangerschaften w\u00fcrden auch besonders h\u00e4ufig als Grund f\u00fcr die Nichtbef\u00f6rderung von Frauen genannt. Viele Frauen klagen zudem, dass der Arbeitgeber sie nach der Mutterschaftspause nicht an den alten Arbeitsplatz zur\u00fcckkehren l\u00e4sst. Auch sexuelle Bel\u00e4stigung bleibt der ILO zufolge ein gro\u00dfes Problem am Arbeitsplatz. Opfer seien meist junge, alleinstehende oder geschiedene Frauen, die finanziell besonders abh\u00e4ngig von ihrem Job seien.<\/p>\n<p>Die Internationale Arbeitsorganisation ist eine Beh\u00f6rde der Vereinten Nationen, in der Regierungen, Gewerkschaften und Arbeitgeber aus 183 Staaten Mindeststandards in den Arbeitsbeziehungen ausarbeiten und kontrollieren.<\/p>\n<p>via Mehr Diskriminierungen im Job w\u00e4hrend der Krise &#8211; Nachrichten Print &#8211; DIE WELT &#8211; Wirtschaft &#8211; WELT ONLINE.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weltweite UN-Studie: \u00c4ltere Arbeitnehmer, Berufseinsteiger und Migranten besonders betroffen In Industriel\u00e4ndern werden Raucher und \u00dcbergewichtige zunehmend diskriminiert. Frauen weiter benachteiligt Die Weltwirtschaftskrise hat das Risiko von Diskriminierung am Arbeitsplatz erh\u00f6ht. 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