{"id":2883,"date":"2010-12-08T10:27:08","date_gmt":"2010-12-08T08:27:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.turkishforum.com.tr\/de\/content\/?p=2883"},"modified":"2023-04-02T12:53:22","modified_gmt":"2023-04-02T09:53:22","slug":"grosere-rentenlucke-bei-turkischen-migranten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.turkishnews.com\/de\/content\/2010\/12\/08\/grosere-rentenlucke-bei-turkischen-migranten\/","title":{"rendered":"Gr\u00f6\u00dfere Rentenl\u00fccke bei t\u00fcrkischen Migranten"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2892\" title=\"T\u00fcrkische Migranten\" src=\"https:\/\/www.turkishnews.com\/de\/content\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/T\u00fcrkische-Migranten.jpg\" alt=\"\" width=\"172\" height=\"109\" \/><\/p>\n<p>T\u00fcrkische Migranten fallen im Alter \u00f6fter unter Armutsgrenze dpa\/Hubert Link<\/p>\n<p>08.12.2010<br \/>\n<strong>Gr\u00f6\u00dfere Rentenl\u00fccke bei t\u00fcrkischen Migranten<\/strong><br \/>\nStudie des Zentrums f\u00fcr T\u00fcrkeistudien: \u00bbFinanzielle Lage ist \u00e4u\u00dferst angespannt\u00ab<br \/>\nVon Robert Luchs<\/p>\n<p>Die Rentenl\u00fccke trifft die rund 2,5 Millionen Menschen mit t\u00fcrkischem Migrationshintergrund in Deutschland h\u00e4rter als die Gesamtbev\u00f6lkerung, ermittelt eine Studie und untersucht die Unterschiede.<\/p>\n<p>Bei Migranten aus der T\u00fcrkei sind die Altersrenten niedriger und es stehen vergleichsweise wenig alternative Einkommensquellen zur Verf\u00fcgung. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung von Martina Sauer und Dirk Halm von der Stiftung Zentrum f\u00fcr T\u00fcrkeistudien und Integrationsforschung (ZfTI) im Auftrag des Deutschen Instituts f\u00fcr Altersvorsorge (DIA). Als Migrationshintergrund wird definiert, dass mindestens ein Elternteil in der T\u00fcrkei geboren wurde. \u00bbDie finanzielle Lage der T\u00fcrkeist\u00e4mmigen ist \u00e4u\u00dferst angespannt\u00ab, stellen die Autoren der Studie fest, die repr\u00e4sentativ rund tausend erwachsene Personen befragten.<br \/>\nDar\u00fcber hinaus belegt eine Auswertung von Mikrozensus-Daten f\u00fcr den 5. Altenbericht der Bundesregierung in 2006, dass die ungleiche Verteilung der Einkommen zwischen 1997 und 2002 gewachsen ist. Wie andere Altersgruppen haben t\u00fcrkische Haushalte von \u00fcber 64-J\u00e4hrigen unterdurchschnittlich an der Einkommensentwicklung teilgenommen. Ihre Haushalte verf\u00fcgten 2002 \u00fcber 1208 Euro Nettoeinkommen (Deutsche 1603 Euro), 1997 noch 1083 Euro (Deutsche 1394 Euro). Die Rentenstatistik weist f\u00fcr Ende 2008 mit Blick auf die Rentner mit t\u00fcrkischer Staatsangeh\u00f6rigkeit eine durchschnittlich ausbezahlte Rente von 574 Euro aus, Rentner ohne Migrationshintergrund erhalten dagegen durchschnittlich 698 Euro monatlich. Nimmt man den durchschnittlichen Rentenbezug nur bei den M\u00e4nnern, so erhalten T\u00fcrken 703 Euro, Deutsche hingegen 1057 Euro Rente.<br \/>\nDie vergleichsweise niedrigen Einkommen bei T\u00fcrkischst\u00e4mmigen zeigen zugleich, dass die finanziellen M\u00f6glichkeiten zu zus\u00e4tzlicher finanzieller Altersvorsorge begrenzt sind. In 2008 lag die Armutsquote f\u00fcr die t\u00fcrkeist\u00e4mmigen Haushalte bei 34 Prozent. Der Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung weist demgegen\u00fcber f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung ohne Migrationshintergrund eine Quote von zw\u00f6lf Prozent aus.<br \/>\nNoch schlimmer sieht es bei den \u00c4lteren aus: Von den t\u00fcrkeist\u00e4mmigen Haushalten mit Rentnern befinden sich inzwischen 58 Prozent unter der Armutsgrenze. Nach dieser Studie sagt die H\u00e4lfte der Befragten \u2013 gegen\u00fcber 24 Prozent der Gesamtbev\u00f6lkerung \u2013, sie sei nicht in der Lage, Geld auf die hohe Kante zu legen.<br \/>\nWenn gespart wird, werden mit 31,6 Prozent Immobilien bevorzugt. Weit abgeschlagen folgen Sparb\u00fccher mit 9,2 Prozent (bei deutschen Haushalten 59 Prozent) und Gold mit lediglich f\u00fcnf Prozent. Auch wenn 86 Prozent der Befragten Anspr\u00fcche an die gesetzliche Rentenversicherung haben, so gehen \u00fcber zwei Drittel davon aus, dass dies nicht zur Erhaltung des Lebensstandards im Alter ausreichen und zus\u00e4tzliche Vorsorge notwendig sein wird.<br \/>\nVon 300 000 Renten zum Jahresende 2008 wurden 47 240 in der T\u00fcrkei ausbezahlt, also knapp 16 Prozent. \u00bbDie Altersvorsorge der T\u00fcrkeist\u00e4mmigen ist zumeist transnational orientiert\u00ab, wird in der Untersuchung betont. Daraus ergeben sich Besonderheiten wie der h\u00e4ufige Erwerb von Immobilien in der T\u00fcrkei und die Zur\u00fcckhaltung etwa bei der Riester-Rente, deren Bezug bei einem Wohnsitz in der T\u00fcrkei nicht m\u00f6glich ist, da die staatlichen Zusch\u00fcsse nicht au\u00dferhalb der Europ\u00e4ischen Union gew\u00e4hrt werden.<br \/>\nUm drohende Rentenl\u00fccken zu schlie\u00dfen, k\u00f6nnen sich mehr als die H\u00e4lfte der \u00fcber 18-J\u00e4hrigen einen Lebensabend auch in der preisg\u00fcnstigeren T\u00fcrkei vorstellen. Im Rentenalter macht davon momentan jedoch nur jeder Siebte Gebrauch.<br \/>\nAnders als in der Gesamtbev\u00f6lkerung besch\u00e4ftigen sich laut Studie Frauen mit einem t\u00fcrkischen Hintergrund deutlich seltener mit dem Thema Altersvorsorge, sind schlechter informiert und erwarten geringere Renten.<br \/>\nURL: <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>T\u00fcrkische Migranten fallen im Alter \u00f6fter unter Armutsgrenze dpa\/Hubert Link 08.12.2010 Gr\u00f6\u00dfere Rentenl\u00fccke bei t\u00fcrkischen Migranten Studie des Zentrums f\u00fcr T\u00fcrkeistudien: \u00bbFinanzielle Lage ist \u00e4u\u00dferst angespannt\u00ab Von Robert Luchs Die Rentenl\u00fccke trifft die rund 2,5 Millionen Menschen mit t\u00fcrkischem Migrationshintergrund in Deutschland h\u00e4rter als die Gesamtbev\u00f6lkerung, ermittelt eine Studie und untersucht die Unterschiede. 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