{"id":2847,"date":"2010-12-04T00:45:04","date_gmt":"2010-12-03T22:45:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.turkishforum.com.tr\/de\/content\/?p=2847"},"modified":"2014-01-01T22:48:48","modified_gmt":"2014-01-01T20:48:48","slug":"langzeitstudie-mehr-islamfeindlichkeit-bei-reichen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.turkishnews.com\/de\/content\/2010\/12\/04\/langzeitstudie-mehr-islamfeindlichkeit-bei-reichen\/","title":{"rendered":"Langzeitstudie: Mehr Islamfeindlichkeit bei Reichen"},"content":{"rendered":"<p>Die B\u00fcrgerlichkeit verroht, so das Fazit der Langzeitstudie &#8222;Deutsche Zust\u00e4nde&#8220;. Besonders gegen\u00fcber Armen und Muslimen steige die Aggressivit\u00e4t der Besserverdienenden.<\/p>\n<p>Die Feindseligkeit gegen\u00fcber in Muslimen in Deutschland nimmt zu, besonders bei Besserverdienenden. Das ist ein Ergebnis der neuen Ausgabe der Deutschen Zust\u00e4nde von Wilhelm Heitmeyer. Der Bielefelder Sozialwissenschaftler untersucht seit zehn Jahren in seiner Langzeitstudie Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in Deutschland die Entwicklung und die Ursachen von Vorurteilen. &#8222;Islamfeindlichkeit ist konsensf\u00e4hig, auch bei jenen, bei denen es bisher nicht zu erwarten war&#8220;, sagt Heitmeyer.<\/p>\n<p>Eine abwertende Haltung zeigt sich der Studie zufolge auch gegen\u00fcber sozial Schwachen. Die H\u00e4lfte der Besserverdienenden wertet Langzeitarbeitslose ab.\u00a0Es steigt der Anteil der Reichen, die glauben, weniger zu haben, als ihnen gerechterweise zustehe.<\/p>\n<p>Heitmeyer kommt zu dem Schluss, das B\u00fcrgertum trage zu einer &#8222;Vereisung des sozialen Klimas&#8220; bei. Die h\u00f6here durchschnittliche Bildung dieses Milieus wirke dem keineswegs entgegen. Heitmeyer spricht von einer &#8222;entsicherten wie entkultivierten B\u00fcrgerlichkeit&#8220;, die auch \u00fcber &#8222;angeblich liberale Tages- und Wochenzeitungen&#8220; verbreitet werde.<\/p>\n<p>Die sozialpolitischen Kernansichten des Milieus lauten: Abbau des sozialsstaatlichen Unterst\u00fctzungsanrechts, stattdessen Gnade durch Wohlhabende und Selbstverantwortung der sozial Schwachen.<\/p>\n<p>Die Studie sieht auch negative Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf die Zustimmung zur Demokratie. Das Verh\u00e4ltnis von regierender Politik und gesellschaftlichen Gruppen sei gest\u00f6rt. Der Anteil jener steige, die es f\u00fcr sinnlos halten, sich politisch zu engagieren. 34 Prozent der Befragten bezeichnen sich als zornig, weil sie sich von der Krise bedroht f\u00fchlen. Diese &#8222;Demokratieentleerung&#8220; sei in unruhigen Zeiten gef\u00e4hrlich f\u00fcr die Akzeptanz des demokratischen Systems. Das zeige das zunehmende rechtspopulistische Potential.<\/p>\n<p>Seit 2008 deutet sich ein Anstieg von Antisemitismus an, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus stagnieren, doch das rechtspopulistische Potenzial wachse, vor allem wegen der Feindseligkeit der h\u00f6heren Einkommensschichten. Und fast die H\u00e4lfte der Deutschen (49 Prozent) der Ansicht: &#8222;Es leben zu viele Ausl\u00e4nder in Deutschland.&#8220;<\/p>\n<p>Langzeitstudie: Mehr Islamfeindlichkeit bei Reichen | Politik | ZEIT ONLINE.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die B\u00fcrgerlichkeit verroht, so das Fazit der Langzeitstudie &#8222;Deutsche Zust\u00e4nde&#8220;. Besonders gegen\u00fcber Armen und Muslimen steige die Aggressivit\u00e4t der Besserverdienenden. Die Feindseligkeit gegen\u00fcber in Muslimen in Deutschland nimmt zu, besonders bei Besserverdienenden. Das ist ein Ergebnis der neuen Ausgabe der Deutschen Zust\u00e4nde von Wilhelm Heitmeyer. 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