{"id":2496,"date":"2010-11-12T22:49:22","date_gmt":"2010-11-12T20:49:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.turkishforum.com.tr\/de\/content\/?p=2496"},"modified":"2014-01-01T22:47:09","modified_gmt":"2014-01-01T20:47:09","slug":"beide-seiten-mussen-zeichen-setzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.turkishnews.com\/de\/content\/2010\/11\/12\/beide-seiten-mussen-zeichen-setzen\/","title":{"rendered":"Beide Seiten m\u00fcssen Zeichen setzen"},"content":{"rendered":"<p>L\u00fcnen. Der EU-Beitritt der T\u00fcrkei stand am Mittwochabend im L\u00fcner Hansesaal im Mittelpunkt. Eingeladen zu der Veranstaltung hatte der Stadtverband L\u00fcnen der Europa Union Deutschland\/Europ\u00e4ische Bewegung NRW.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2498\" src=\"https:\/\/www.turkishnews.com\/de\/content\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/hakan.jpg\" alt=\"\" width=\"543\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/www.turkishnews.com\/de\/content\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/hakan.jpg 543w, https:\/\/www.turkishnews.com\/de\/content\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/hakan-300x110.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 543px) 100vw, 543px\" \/><\/p>\n<p>Zwei Simultan-Dolmetscherinnen sorgten daf\u00fcr, dass es bei der deutsch-t\u00fcrkischen Veranstaltung keine Verst\u00e4ndigungsprobleme gab und die rund 300 Anwesenden dem Vortrag des Generalkonsuls vom Generalkonsulat Essen der Republik T\u00fcrkei, Dr. Hakan Akbulut, und der Diskussion folgen konnten. Die Begr\u00fc\u00dfung erfolgte durch Elisabeth Schnarrenberger-Oesterle, Vorsitzende des Stadtverbandes L\u00fcnen der Europa Union.<\/p>\n<p>Z\u00f6gern wirkt sich\u00a0auf Stimmung in\u00a0der Bev\u00f6lkerung aus<\/p>\n<p>\u201eWir sind in einer Situation angekommen, in der wir deutliche Zeichen brauchen\u201c, erkl\u00e4rte Dr. Wolfram Kuschke, Landesvorsitzender der Europa Union Deutschland und Europaminister a.D., am Mittwochabend vor voll besetzten Stuhlreihen. \u201eWenn man in Verhandlungen tritt, ein Ziel formuliert, n\u00e4mlich den Beitritt, dann muss man dieses Ziel auch wollen\u201c, so Kuschke in Bezug auf die Beitrittsverhandlungen. Man m\u00fcsse Zeichen setzen und mit solchen Zeichen Bewegung in die Verhandlungen bringen.<\/p>\n<p>Diese Zeichen m\u00fcssten allerdings von beiden Seiten ausgehen. So m\u00fcsse die Europ\u00e4ische Union signalisieren, dass man bez\u00fcglich der Verhandlungen vorankomme, und die T\u00fcrkei m\u00fcsse bez\u00fcglich der Religion Signale setzen. Kuschke k\u00f6nne verstehen, dass sich die T\u00fcrkei mit dem Angebot einer \u201eprivilegierten Partnerschaft\u201c nicht zufrieden gebe.<\/p>\n<p>Dr. Hakan Akbulut begr\u00fc\u00dfte die Anwesenden auf Deutsch, bevor er mit seiner Pr\u00e4sentation begann. Er wolle die Gelegenheit nutzen, beide Seiten der Medaille zu beleuchten. Es sei ein langer, schmaler Weg, auf dem sich die T\u00fcrkei befinde. Mit Hilfe eines Films pr\u00e4sentierte er sein Land und nahm das Publikum mit auf eine visuelle Reise von 1959 bis heute, um zu zeigen: \u201eWas f\u00fcr ein Land wartet seit 50 Jahren auf den Beitritt?\u201c<\/p>\n<p>Rund drei Millionen t\u00fcrkisch-st\u00e4mmiger Menschen leben in Deutschland. Ein EU-Beitritt der T\u00fcrkei habe sicherlich Auswirkungen auf die Integration dieser Menschen innerhalb Deutschlands sowie auf die Integration der rund 15 Millionen Muslime, die in Europa leben. Akbulut hob die Bedeutung der T\u00fcrkei mit ihren rund 72 Millionen Einwohnern als Wirtschaftsland hervor, so sei sie unter anderem der f\u00fcnftgr\u00f6\u00dfte Lieferant in der EU. Rund 67 Prozent der Bev\u00f6lkerung bef\u00e4nden sich im erwerbsf\u00e4higen Alter, circa die H\u00e4lfte aller Einwohner sei unter 29 Jahren alt. An den 154 Universit\u00e4ten studierten ungef\u00e4hr 450\u00a0000 Studenten.<\/p>\n<p>Die T\u00fcrkei stelle somit ein gro\u00dfes Potenzial an qualifizierten Fachkr\u00e4ften. Aber auch die Bedeutung als Energiekorridor sei nicht zu untersch\u00e4tzen. Au\u00dferdem verf\u00fcge die T\u00fcrkei \u00fcber erneuerbare Energiereserven. Akbulut warnte jedoch auch: W\u00e4hrend die Zustimmung bez\u00fcglich des EU-Beitritts fr\u00fcher bei \u00fcber 70 Prozent der Bev\u00f6lkerung zu finden war, sei diese jetzt auf rund 50 Prozent gesunken.<\/p>\n<p>Privilegierte\u00a0Partnerschaft ist\u00a0eine Mogelpackung<\/p>\n<p>\u201eEine Politik, die die Unterst\u00fctzung der Bev\u00f6lkerung verliert, kann nicht sehr erfolgreich sein\u201c. Trotzdem sehe er die Beziehungen T\u00fcrkei-EU eher als halbvolles denn als halbleeres Glas.<\/p>\n<p>Akbulut kritisierte die Darstellung seines Landes in den Medien. Dort herrschten seiner Meinung nach nur zwei Bilder vor: Kopft\u00fccher und Moscheen. Dem m\u00fcsse man ein Gegengewicht setzen: \u201eWir arbeiten noch nicht genug daran, dieses Bild zu \u00e4ndern\u201c. Der Generalkonsul zitierte Verheugen, der einmal gesagt habe, die privilegierte Partnerschaft sei eine Mogelpackung. Die T\u00fcrkei sei fest entschlossen, den Weg zur EU-Vollmitgliedschaft weiterzugehen. Sie k\u00f6nne die Stellung der EU als Weltmacht unterst\u00fctzen, zur Energiesicherheit beitragen, ihre junge Bev\u00f6lkerung der alternden EU-B\u00fcrgerschaft zur Seite stellen und einen Beitrag zum Weltfrieden leisten. Akbulut hob au\u00dferdem die strategische Bedeutung der T\u00fcrkei hervor und thematisierte die Bek\u00e4mpfung des Terrorismus.<\/p>\n<p>via\u00a0Diskussion \u00fcber EU-Beitritt der T\u00fcrkei: Beide Seiten m\u00fcssen Zeichen setzen &#8211; L\u00fcnen &#8211; DerWesten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>L\u00fcnen. Der EU-Beitritt der T\u00fcrkei stand am Mittwochabend im L\u00fcner Hansesaal im Mittelpunkt. Eingeladen zu der Veranstaltung hatte der Stadtverband L\u00fcnen der Europa Union Deutschland\/Europ\u00e4ische Bewegung NRW. 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