{"id":1994,"date":"2010-10-28T21:53:02","date_gmt":"2010-10-28T18:53:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.turkishforum.com.tr\/de\/content\/?p=1994"},"modified":"2014-01-01T22:31:55","modified_gmt":"2014-01-01T20:31:55","slug":"schroder-will-grose-eu-erweiterung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.turkishnews.com\/de\/content\/2010\/10\/28\/schroder-will-grose-eu-erweiterung\/","title":{"rendered":"Schr\u00f6der will gro\u00dfe EU-Erweiterung"},"content":{"rendered":"<p>Ex-Kanzler w\u00fcnscht sich Aufnahme der T\u00fcrkei und Freihandelszone mit Russland<\/p>\n<p>HAMBURG. Seit f\u00fcnf Jahren ist Gerhard Schr\u00f6der nicht mehr deutscher Bundeskanzler. Doch wer ihm gestern Abend bei seinem Auftritt in der Bucerius Law School lauschte, der musste den Eindruck bekommen: Der Mann w\u00fcrde gerne wieder an den Strippen internationaler Politik ziehen d\u00fcrfen. Schon der Titel seiner Rede hatte staatstragende Ausma\u00dfe: &#8222;Perspektiven und Herausforderungen f\u00fcr Deutschland und die Europ\u00e4ische Union in einer globalisierten Welt&#8220;.<\/p>\n<p>In einer politischen Tour d&#8217;horizon sprach sich der SPD-Politiker f\u00fcr eine Aufnahme der T\u00fcrkei und der Balkan-Staaten in die EU und eine Reform der Union aus. &#8222;Die Balkan-Staaten m\u00fcssen beitreten, weil es die Chance auf ein friedliches Zusammenleben im ehemaligen Jugoslawien erm\u00f6glicht&#8220;, forderte Schr\u00f6der. Eine vollwertige Mitgliedschaft der T\u00fcrkei &#8211; f\u00fcr die sich der Ex-Kanzler fr\u00fcher schon w\u00e4hrend seiner Amtszeit ausgesprochen hatte &#8211; sei dagegen im wirtschafts- und sicherheitspolitischen Interesse Europas. Ein Abbruch der Beitrittsverhandlungen dagegen w\u00e4re unverantwortlich: &#8222;Er w\u00fcrde innenpolitisch das Land radikalisieren und die T\u00fcrkei von Europa entfremden.&#8220; Zuerst m\u00fcsse Ankara aber alle Beitrittskriterien erf\u00fcllen. &#8222;Ein EU-Mitgliedstaat T\u00fcrkei wird zeigen, dass es eben keinen unaufl\u00f6sbaren Widerspruch zwischen Demokratie und islamisch gepr\u00e4gter Gesellschaft gibt&#8220;, sagte Schr\u00f6der.<\/p>\n<p>Zugleich m\u00fcsse die Gemeinschaft Russland enger an sich binden. &#8222;Es reicht nicht, nur \u00fcber ein neues Partnerschafts- und Kooperations-Abkommen zwischen EU und Russland zu verhandeln.&#8220; Europa brauche Russland wegen dessen Rohstoff-Ressourcen und seiner Bedeutung f\u00fcr die Stabilit\u00e4t des Kontinents, sagte Schr\u00f6der, der auch Aufsichtsratschef der Nord Stream AG (Ostsee-Pipeline) ist, die russisches Erdgas nach Deutschland bringen soll.<\/p>\n<p>N\u00f6tig sei ein Assoziierungsvertrag, um eine neue v\u00f6lkerrechtliche Qualit\u00e4t in den Beziehungen zu erreichen, &#8222;einen v\u00f6lkerrechtlichen Vertrag, um den Handel weiter bis hin zu einer Freihandelszone zu \u00f6ffnen, gemeinsame Infrastrukturprojekte umzusetzen, einen regelm\u00e4\u00dfigen und vertieften politischen Dialog zu f\u00fchren und vereinfachte Visaregeln zu schaffen.&#8220;<\/p>\n<p>Auch gelte es, die aufstrebende Wirtschaftsmacht China nicht herablassend zu behandeln. Immerhin h\u00e4tten noch vor 30 Jahren in China &#8222;Hunger, Not und andere Formen der Unterdr\u00fcckung&#8220; geherrscht. &#8222;Aber immer noch gibt es Armut, vor allem in den l\u00e4ndlichen Regionen. Daher ist verst\u00e4ndlich, dass die chinesische F\u00fchrung der Verwirklichung der sozialen Menschenrechte derzeit Vorrang gibt.&#8220; Milde Worte f\u00fcr ein Land, das gerade einen Friedensnobelpreistr\u00e4ger in Haft h\u00e4lt.<\/p>\n<p>via\u00a0Schr\u00f6der will gro\u00dfe EU-Erweiterung &#8211; Deutschland &#8211; Politik &#8211; Hamburger Abendblatt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ex-Kanzler w\u00fcnscht sich Aufnahme der T\u00fcrkei und Freihandelszone mit Russland HAMBURG. Seit f\u00fcnf Jahren ist Gerhard Schr\u00f6der nicht mehr deutscher Bundeskanzler. 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