{"id":1666,"date":"2010-10-20T09:10:36","date_gmt":"2010-10-20T07:10:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.turkishforum.com.tr\/de\/content\/?p=1666"},"modified":"2023-04-01T23:03:21","modified_gmt":"2023-04-01T20:03:21","slug":"das-christentum-gehort-zur-turkei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.turkishnews.com\/de\/content\/2010\/10\/20\/das-christentum-gehort-zur-turkei\/","title":{"rendered":"&#8222;Das Christentum geh\u00f6rt zur T\u00fcrkei&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1669\" title=\"TURKEY-GERMANY-DIPLOMACY\" src=\"https:\/\/www.turkishnews.com\/de\/content\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/fSAT_EUROPE__MEDIASAT__4289283_0-048635-01-094cbdcfb628ea.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"187\" srcset=\"https:\/\/www.turkishnews.com\/de\/content\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/fSAT_EUROPE__MEDIASAT__4289283_0-048635-01-094cbdcfb628ea.jpg 627w, https:\/\/www.turkishnews.com\/de\/content\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/fSAT_EUROPE__MEDIASAT__4289283_0-048635-01-094cbdcfb628ea-300x188.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Foto: AFP<br \/>\n<strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>Bundespr\u00e4sident spricht vor Parlament<\/strong><br \/>\n<strong> &#8222;Das Christentum geh\u00f6rt zur T\u00fcrkei&#8220;<\/strong><br \/>\n19.10.2010<\/p>\n<p>Ankara (RPO). In der ersten Rede eines Bundespr\u00e4sidenten vor dem t\u00fcrkischen Parlament hat Christian Wulff die T\u00fcrkei zu mehr Toleranz gegen\u00fcber den Christen aufgerufen. &#8222;Das Christentum geh\u00f6rt zweifelsfrei zur T\u00fcrkei&#8220;, sagte Wulff am Dienstag in Ankara. Aus Deutschland erntet Wulff Lob. In der T\u00fcrkei sieht dies ein wenig anders aus.<br \/>\nEs war ein historischer Tag in Ankara. Und Wulff w\u00e4hlte bei seiner Rede vor dem Parlament deutlich Worte. &#8222;Die Religionsfreiheit ist Teil unseres Verst\u00e4ndnisses von Europa als Wertegemeinschaft&#8220;, sagte Wulff. In Deutschland k\u00f6nnten Muslime ihren Glauben &#8222;in w\u00fcrdigem Rahmen praktizieren&#8220;, was an der wachsenden Zahl der Moscheen in der Bundesrepublik ablesbar sei.<br \/>\nKlare Worte an die T\u00fcrkei<br \/>\n&#8222;Gleichzeitig erwarten wir, dass Christen in islamischen L\u00e4ndern das gleiche Recht haben, ihren Glauben \u00f6ffentlich zu leben, theologischen Nachwuchs auszubilden und Kirchen zu bauen&#8220;, sagte Wulff, der damit auf die rechtlichen Probleme der Christen anspielte, die weniger als ein Prozent der Menschen in dem 70-Millionen-Land T\u00fcrkei ausmachen.<br \/>\nIn der T\u00fcrkei sto\u00dfen diese Aussagen offenbar auf ein gemischtes Echo. Beobachter sprechen von einem &#8222;eisigen Schweigen&#8220;, das bei diesen Passagen im Parlament geherrscht habe. Staatspr\u00e4sident Abdullah G\u00fcl rang in der anschlie\u00dfenden Pressekonferenz lange nach Worten und gab dann eine ausladende Stellungnahme ab. Am Ende rang sich G\u00fcl zu der Aussage durch, er sei nat\u00fcrlich das Staatsoberhaupt f\u00fcr alle Christen im Land.<br \/>\nDie Gr\u00fcnen feiern Wulff<br \/>\nBei den Gr\u00fcnen in Deutschland stie\u00df Wulffs Rede auf ein positives Echo. &#8222;Der Bundespr\u00e4sident hat eine wichtige Rede gehalten&#8220;, erkl\u00e4rte der Gr\u00fcnen-Fraktionsvorsitzende J\u00fcrgen Trittin in Berlin. &#8222;Erfreulich klar&#8220; habe Wulff unterstrichen, dass er der Pr\u00e4sident aller in Deutschland lebender B\u00fcrger sei. &#8222;Der Beitrag t\u00fcrkischer Zuwanderer f\u00fcr Deutschland ist nicht wegzudenken, und wir sind Ihnen zu Dank verpflichtet&#8220;, erg\u00e4nzte Trittin. Der Gr\u00fcnen-Politiker lobte au\u00dferdem die \u00c4u\u00dferungen Wulffs zu Toleranz und Religionsfreiheit: &#8222;Damit hat er dem unseligen Gerede von Leitkultur eine deutliche Absage erteilt.&#8220;<br \/>\nDer Bundespr\u00e4sident hatte zuvor in einem Interview mit der Zeitung &#8222;H\u00fcrriyet&#8220; an Ankara appelliert, Toleranz und Religionsfreiheit nicht nur f\u00fcr den Islam, sondern auch f\u00fcr andere Religionen wie Christentum und Judentum &#8222;in vollem Umfang&#8220; zu verwirklichen. Am Donnerstag will der Bundespr\u00e4sident an einem \u00f6kumenischen Gottesdienst in der Paulus-Kirche im s\u00fcdt\u00fcrkischen Tarsus teilnehmen, um sein Engagement bei diesem Thema zu unterstreichen. Am Freitag steht ein Treffen in Istanbul mit dem griechisch-orthodoxen Patriarchen Bartholom\u00e4us I. auf dem Programm, der symbolisches Oberhaupt von rund 300 Millionen orthodoxen Christen in aller Welt ist.<br \/>\nProblem t\u00fcrkischer Nationalisten<br \/>\nT\u00fcrkische Nationalisten betrachten die Christen als potenzielle Gefahr f\u00fcr die Einheit des Landes. Die Regierung von Ministerpr\u00e4sident Recep Tayyip Erdogan hatte in den vergangenen Jahren einige Reformen zugunsten der Christen auf den Weg gebracht, doch gibt es erhebliche Probleme bei der Umsetzung. G\u00fcl sagte bei einer Pressekonferenz mit Wulff, dass es in der T\u00fcrkei nat\u00fcrlich auch christliche und j\u00fcdische Staatsb\u00fcrger gebe: &#8222;Ich bin auch deren Pr\u00e4sident.&#8220;<br \/>\nWulff ging in seiner Rede auch auf die Integrationsdebatte in Deutschland ein. Die t\u00fcrkischen Zuwanderer in der Bundesrepublik &#8222;geh\u00f6ren zu unserem Land&#8220;, machte er deutlich. &#8222;Einwanderer haben Deutschland vielf\u00e4ltiger, offener und der Welt zugewandter gemacht. &#8220; Es gebe aber Integrationsprobleme wie &#8222;das Verharren in Staatshilfe, Kriminalit\u00e4tsraten, Machogehabe, Bildungs- und Leistungsverweigerung&#8220;, sagte der Bundespr\u00e4sident. Bei der Pressekonferenz mit G\u00fcl rief Wulff Deutsche und T\u00fcrken auf, bei allen Problemen nicht die Gemeinsamkeiten zu vergessen: &#8222;Das Verbindende ist mehr als das Trennende&#8220;.<\/p>\n<p>URL: www.rp-online.de\/politik\/ausland\/Das-Christentum-gehoert-zur-Tuerkei_aid_920339.html<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Foto: AFP Bundespr\u00e4sident spricht vor Parlament &#8222;Das Christentum geh\u00f6rt zur T\u00fcrkei&#8220; 19.10.2010 Ankara (RPO). 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