{"id":1613,"date":"2010-10-19T04:13:34","date_gmt":"2010-10-19T02:13:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.turkishforum.com.tr\/de\/content\/?p=1613"},"modified":"2023-04-01T23:03:40","modified_gmt":"2023-04-01T20:03:40","slug":"deutsch-steht-an-erster-stelle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.turkishnews.com\/de\/content\/2010\/10\/19\/deutsch-steht-an-erster-stelle\/","title":{"rendered":"&#8222;Deutsch steht an erster Stelle&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-1614\" title=\"Tuerkischer Generalkonsul Firat Sunel\" src=\"https:\/\/www.turkishnews.com\/de\/content\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/firat_sunel.jpg\" alt=\"\" width=\"199\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.turkishnews.com\/de\/content\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/firat_sunel.jpg 531w, https:\/\/www.turkishnews.com\/de\/content\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/firat_sunel-199x300.jpg 199w\" sizes=\"auto, (max-width: 199px) 100vw, 199px\" \/>erstellt am:  18.10.2010<\/p>\n<p>URL: www.rp-online.de\/duesseldorf\/duesseldorf-stadt\/nachrichten\/Deutsch-steht-an-erster-Stelle_aid_919587.html<\/p>\n<p>T\u00fcrkischer Generalkonsul Firat Sunel<\/p>\n<p>zuletzt aktualisiert: 18.10.2010 &#8211; 08:30<\/p>\n<p>D\u00fcsseldorf (RP) Firat Sunel, Generalkonsul der Republik T\u00fcrkei, lobt die Landeshauptstadt: D\u00fcsseldorf sei die sch\u00f6nste Stadt Deutschlands und in Fragen der Integration f\u00fchrend. Eine bilinguale Schule w\u00fcrde Sunel unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Herr Sunel, Sie haben vor einem Jahr das Amt des T\u00fcrkischen Generalkonsuls in D\u00fcsseldorf angetreten. Was bringt 2011?<\/p>\n<p>Sunel Ich denke, dass das Jahr 2011 ein sehr bewegtes Jahr sein wird. Als D\u00fcsseldorfer bin ich sehr erfreut, dass der Eurovision Song-Contest in D\u00fcsseldorf ausgetragen wird. Aus der Sicht der Beziehungen zwischen der T\u00fcrkei und Deutschland wird 2011 ein bedeutsames Jahr. N\u00e4chstes Jahr wird das 50-j\u00e4hrige Jubil\u00e4um der Migration t\u00fcrkischer Arbeitskr\u00e4fte aus der T\u00fcrkei nach Deutschland gefeiert. In diesem Rahmen m\u00f6chten wir in Zusammenarbeit mit dem Landtag und der Landesregierung eine Veranstaltung zu organisieren, die Eindruck hinterlassen wird.<\/p>\n<p>Ihre Frau, die ebenfalls im Diplomatischen Corps steht, arbeitet in K\u00f6ln. Welche der beiden St\u00e4dte gef\u00e4llt Ihnen eigentlich besser?<\/p>\n<p>Sunel Ja, meine Frau ist gleichzeitig meine Kollegin. Sie ist eine \u00e4ltere D\u00fcsseldorferin als ich. Sie war hier in den Jahren 1997 bis 2000 als Vizekonsulin t\u00e4tig. Seit dem 1. September 2010 arbeitet sie im T\u00fcrkischen Generalkonsulat K\u00f6ln. Als D\u00fcsseldorfer bevorzuge ich nat\u00fcrlich D\u00fcsseldorf. Ich finde sogar, dass D\u00fcsseldorf die sch\u00f6nste Stadt Deutschlands ist. Die Rheinpromenade ist einfach unvergleichlich sch\u00f6n. Orte wie die Altstadt und die K\u00f6nigsallee symbolisieren diese Sch\u00f6nheit. Im Gegenzug hat K\u00f6ln einen reicheren historischen Hintergrund. Und wenn abends D\u00fcsseldorf einschl\u00e4ft, lebt in K\u00f6ln die Nacht weiter. Da ich in D\u00fcsseldorf arbeite und meine Frau in K\u00f6ln t\u00e4tig ist, m\u00f6chte ich, um einen Ehestreit zu vermeiden, diese Debatte hier lieber beenden. . .<\/p>\n<p>W\u00fcrden Sie eine T\u00fcrkische Schule, wie es sie in K\u00f6ln gibt, in D\u00fcsseldorf begr\u00fc\u00dfen?<\/p>\n<p>Sunel Als Weltstadt hat D\u00fcsseldorf eine internationale sowie eine griechische, eine franz\u00f6sische und eine japanische Schule. Es w\u00e4re nat\u00fcrlich sch\u00f6n, wenn wie in K\u00f6ln auch hier eine t\u00fcrkische Schule er\u00f6ffnet werden w\u00fcrde. Hierbei m\u00f6chte ich betonen, dass die deutsche Sprache f\u00fcr Menschen, die hier leben, an erster Stelle stehen muss. Deshalb darf in solchen Schulen die deutsche Sprache nicht nachrangig sein. Es reicht nicht aus, dass unsere Kinder und Jugendlichen die deutsche Sprache soeben sprechen k\u00f6nnen, sie m\u00fcssen &#8222;Herr&#8220; \u00fcber die Sprache sein. Eine bilinguale Schule, die der deutschen Sprache einen grunds\u00e4tzlichen Vorrang gew\u00e4hrt, jedoch auch die F\u00f6rderung der Muttersprache erm\u00f6glicht, w\u00e4re eine ideale Bildungsst\u00e4tte. Es ist ja ohnehin bewiesen, dass Kinder, die ihre Muttersprache beherrschen, eine zweite Sprache schneller und besser erlernen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>In D\u00fcsseldorf hat jeder Dritte eine Zuwanderungsgeschichte. Armin Laschet, der ehemalige Integrationsminister des Landes, hat der Stadt einmal eine hervorragende Integrationsleistung bescheinigt. Sehen Sie das \u00e4hnlich \u2013 schlie\u00dflich leben Sie hier und haben selbst zwei Kinder im Kindergarten beziehungsweise in der Schule: Wie zufrieden sind Sie mit den Einrichtungen?<\/p>\n<p>Sunel D\u00fcsseldorf ist in Sachen Integration eine der erfolgreichsten St\u00e4dte. Ich denke, dass die weit entwickelte Kulturtoleranz dieser Stadt dabei eine wichtige Rolle spielt. D\u00fcsseldorf ist eine Stadt, deren T\u00fcre und Tore der Welt ge\u00f6ffnet sind. Ich habe zwei Kinder: mein Sohn Ege ist vier Jahre alt und geht in den Kindergarten, meine Tochter Deniz ist zehn Jahre alt und besucht einen Intensiv-Deutschkursus an einem Gymnasium. Allgemein sind wir mit den Bildungsm\u00f6glichkeiten, die uns angeboten werden, sehr zufrieden. Aber das bedeutet nicht, dass das allgemeine Bildungssystem keine Probleme hat. Meines Erachtens k\u00f6nnen Kinder mit Migrationshintergrund von der Chancengleichheit in der Bildung nicht ausreichend profitieren.<\/p>\n<p>Inzwischen wird dar\u00fcber debattiert, dass viele Qualifizierte von Deutschland in die T\u00fcrkei auswandern. Was sind die Gr\u00fcnde daf\u00fcr?<\/p>\n<p>Sunel Die Zahlen zeigen, dass in letzter Zeit insbesondere die gut ausgebildeten t\u00fcrkischst\u00e4mmigen Menschen in die T\u00fcrkei auswandern. Der \u00e4u\u00dferlich sichtbare Grund ist, dass Menschen, die mit T\u00fcrkisch und Deutsch mindestens zwei Sprachen gut beherrschen, die T\u00fcrkei mit ihrem 15. Platz in der Weltrangliste der Wirtschaft als eine gute Gelegenheit f\u00fcr sich sehen. Aber es w\u00e4re nicht richtig, wenn die Auswanderung ausschlie\u00dflich auf wirtschaftliche Aspekte zur\u00fcckgef\u00fchrt wird.<\/p>\n<p>Welche Gr\u00fcnde gibt es zudem?<\/p>\n<p>Sunel Insbesondere qualifizierte junge T\u00fcrken empfinden den Stil und Inhalt der Integrationsdebatte als verletzend. Junge T\u00fcrkischst\u00e4mmige beklagen sich dar\u00fcber, dass, auch wenn sie erfolgreich sind, die deutsche Staatsangeh\u00f6rigkeit besitzen und keine Probleme hinsichtlich der Integration haben, sie von der deutschen Gesellschaft keine Anerkennung finden und weiterhin als Fremde angesehen werden. Sie k\u00f6nnen es nicht nachvollziehen, dass sie trotz der Erf\u00fcllung aller eingeforderten Voraussetzungen im Zentrum der Diskussionen stehen. Somit kehrt eine Gruppe von Menschen, die sich hier als unerw\u00fcnscht sieht, in das Land zur\u00fcck, wo einst ihre Eltern hergekommen sind. Diese Auswanderung ist sicher nicht zum Vorteil von Deutschland, das ohnehin gro\u00dfen Bedarf an qualifizierten Arbeitskr\u00e4ften hat.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zur Einwanderung: Wie gut integriert, erleben Sie die T\u00fcrkische Gemeinde in D\u00fcsseldorf? Wie l\u00e4sst sich ein Zusammenleben enger, noch aufgekl\u00e4rter gestalten?<\/p>\n<p>Sunel Ich denke nicht, dass die t\u00fcrkische Gemeinde in D\u00fcsseldorf hinsichtlich der Integration erw\u00e4hnenswerte Probleme hat. Integration bedeutet Harmonie, und um diese Harmonie zu erleben, m\u00fcssen sich sowohl die Minderheit als auch die Mehrheit einer Gesellschaft darum bem\u00fchen. Solange den Migranten nicht das Gef\u00fchl der Dazugeh\u00f6rigkeit vermittelt wird, ist eine erfolgreiche Integration nicht m\u00f6glich. \u00c4hnlich m\u00fcssen auch die Migranten sich mehr M\u00fche hinsichtlich der Integration geben.<\/p>\n<p>Was kann verbessert werden?<\/p>\n<p>Sunel Der Schl\u00fcssel zur Integration ist die Sprache. Hierzu k\u00f6nnte bereits in den Kitas eine gezieltere Sprachf\u00f6rderung stattfinden und der Deutschunterricht in den Schulen intensiviert werden. Weil sie mit der Zukunftsgestaltung einer Gesellschaft in direktem Zusammenhang steht, ist eine erfolgreiche Integration von lebenswichtiger Bedeutung. Die Diskussionen um Integration d\u00fcrfen die Migranten nicht ausschlie\u00dfen. L\u00f6sungen gibt es nur zusammen mit den Migranten und mit einer gezielten Anh\u00f6rung ihrer Probleme.<\/p>\n<p>Sie selbst sprechen ausgezeichnetes Deutsch. . .<\/p>\n<p>Sunel Ein Diplomat muss zwar kein Deutsch k\u00f6nnen. Aber in meinem Fall macht es mich und meine Aufforderungen an Migranten vielleicht noch glaubw\u00fcrdiger.<\/p>\n<p>G. Stenzel f\u00fchrte das Interview<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>erstellt am: 18.10.2010 URL: www.rp-online.de\/duesseldorf\/duesseldorf-stadt\/nachrichten\/Deutsch-steht-an-erster-Stelle_aid_919587.html T\u00fcrkischer Generalkonsul Firat Sunel zuletzt aktualisiert: 18.10.2010 &#8211; 08:30 D\u00fcsseldorf (RP) Firat Sunel, Generalkonsul der Republik T\u00fcrkei, lobt die Landeshauptstadt: D\u00fcsseldorf sei die sch\u00f6nste Stadt Deutschlands und in Fragen der Integration f\u00fchrend. Eine bilinguale Schule w\u00fcrde Sunel unterst\u00fctzen. 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