{"id":1519,"date":"2010-10-15T08:47:28","date_gmt":"2010-10-15T06:47:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.turkishforum.com.tr\/de\/content\/?p=1519"},"modified":"2023-04-02T00:30:33","modified_gmt":"2023-04-01T21:30:33","slug":"ditib-lehnt-imam-ausbildung-ab","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.turkishnews.com\/de\/content\/2010\/10\/15\/ditib-lehnt-imam-ausbildung-ab\/","title":{"rendered":"Ditib lehnt Imam-Ausbildung ab"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1563\" title=\"Islam-Studieng\u00e4nge an deutschen Hochschulen\" src=\"https:\/\/www.turkishnews.com\/de\/content\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/1284749313475m.jpg\" alt=\"\" width=\"130\" height=\"130\" \/><\/p>\n<p>Imame werden jetzt auch an deutschen Universit\u00e4ten ausgebildet. (Bild: dpa)<\/p>\n<p>ENTSCHEIDUNG<\/p>\n<p><strong>Ditib lehnt Imam-Ausbildung ab<\/strong><br \/>\nVon Markus Decker, 14.10.10<br \/>\nM\u00fcnster, Osnabr\u00fcck, T\u00fcbingen &#8211; das sind die Universit\u00e4ten, die in Zukunft Imame und islamische Religionslehrer ausbilden. Muslimische Verb\u00e4nde wie die Ditib lehnt den Studiengang entschieden ab. Es mangele an anerkannten Ausbildungswegen.<\/p>\n<p>Imame werden jetzt auch an deutschen Universit\u00e4ten ausgebildet. (Bild: dpa)<br \/>\nBERLIN &#8211; An den Universit\u00e4ten M\u00fcnster und Osnabr\u00fcck sowie T\u00fcbingen sollen ab Herbst 2011 islamische Religionslehrer und Imame ausgebildet werden. Dies k\u00fcndigte Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) gestern in Berlin an. Das Vorhaben wird mit Bundesmitteln in H\u00f6he von 16 Millionen Euro unterst\u00fctzt. Die drei Universit\u00e4ten waren aus bundesweit sechs Bewerbern ausgew\u00e4hlt worden. Die Universit\u00e4t Erlangen wird vermutlich sp\u00e4ter als weitere Universit\u00e4t hinzukommen. Marburg und Gie\u00dfen erhielten hingegen keinen Zuschlag und k\u00f6nnen auch nicht mehr damit rechnen.<\/p>\n<p>Geplant ist die Schaffung von bis zu 500 Studienpl\u00e4tzen. Der Berner Islamwissenschaftler Reinhard Schulze, der an der Auswahl der Standorte beteiligt war, bezifferte den Bedarf an islamischen Religionslehrern und Imamen in Deutschland gestern auf rund 2000. Schavan sagte, das Vorhaben sei \u201eein Beitrag zur Ausbildung europ\u00e4isch-muslimischer Gelehrsamkeit\u201c. Es sei \u201eein \u00fcberzeugendes Angebot zum Dialog\u201c. Schulze f\u00fcgte hinzu, die Ausbildung solle \u201eunter s\u00e4kularen Bedingungen stattfinden\u201c. So bestehe auch unter Frauen gro\u00dfes Interesse an der Teilnahme. Es werde keine m\u00e4nnliche Dominanz geben.<br \/>\nHoffnung auf Anpassung<br \/>\nDas Projekt ist seit l\u00e4ngerem geplant und geht auf eine Empfehlung des Wissenschaftsrates zur\u00fcck. Ziel ist, dass islamische Theologie in deutscher Sprache und damit unter deutscher Aufsicht gelehrt wird &#8211; verbunden mit der allerdings nur vorsichtig artikulierten Hoffnung, er werde sich an den Stellen, wo er im Gegensatz zur hiesigen Werteordnung steht, anpassen. Die Ministerin unterstrich gestern, sie setze auf \u201eSelbstreflexion, Selbstkritik, Kl\u00e4rung und Aufkl\u00e4rung\u201c.<br \/>\nAllerdings gibt es in diesem Zusammenhang zwei Probleme. Offen ist, ob die Moschee-Gemeinden in Deutschland universit\u00e4r gebildete Islam-Gelehrte \u00fcberhaupt bezahlen k\u00f6nnen. Niedersachsens Innenminister Uwe Sch\u00fcnemann (CDU) schl\u00e4gt deshalb vor, Imame mit einer halben Stelle als Religionslehrer einzustellen. Auch die Schaffung einer \u00f6ffentlichen Stiftung, aus deren Mitteln die Imame bezahlt werden, ist im Gespr\u00e4ch. Offen ist \u00fcberdies, ob ein Teil der Gemeinden nicht lieber dauerhaft auf importierte Imame setzt. So hatte etwa die T\u00fcrkisch-Islamische Union der Anstalt f\u00fcr Religion (Ditib) die Ausbildung von Imamen in Deutschland bisher abgelehnt. Die Ditib will sich am Freitag \u00e4u\u00dfern. Im \u00dcbrigen waren die Reaktionen gestern unterschiedlich. Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, sagte dem \u201eK\u00f6lner Stadt-Anzeiger\u201c: \u201eWir begr\u00fc\u00dfen das Vorhaben. Das ist ganz in unserem Sinne. Imame sind Vorbeter, Wissensvermittler, Seelsorger und auch Integrationslotsen. Deshalb ist es wichtig, dass sie von hier kommen, eine universit\u00e4re Ausbildung haben und qualifiziert auf die gesellschaftlichen Herausforderungen in Deutschland eingehen k\u00f6nnen.\u201c Mazyek f\u00fcgte allerdings hinzu: \u201eDer Islam muss nicht ver\u00e4ndert werden, sondern die Muslime m\u00fcssen hier heimisch werden. Dazu geh\u00f6rt, dass man den Islam als gleichberechtigte und anerkannte Religionsgemeinschaft sieht. Das ist noch nicht der Fall. Die Ausbildung von Imamen ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg der Anerkennung.\u201c<br \/>\nDie Vorsitzende des Zentralrates der Ex-Muslime, Mina Ahadi, erkl\u00e4rte der \u201eLeipziger Volkszeitung\u201c hingegen: \u201eDie Imam-Ausbildung als Integrationsbeitrag zu verkaufen, ist ein Skandal.\u201c Sie bringe \u201ekeinerlei Fortschritte. Im Gegenteil: Es verfestigen sich Parallelkulturen.\u201c Auch eine deutsche Imam-Ausbildung werde nicht verhindern, dass der Einfluss der islamischen Verb\u00e4nde wachse, die die Gesellschaft nach ihren Vorstellungen ver\u00e4ndern wollten.<\/p>\n<p>Quelle: <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Imame werden jetzt auch an deutschen Universit\u00e4ten ausgebildet. (Bild: dpa) ENTSCHEIDUNG Ditib lehnt Imam-Ausbildung ab Von Markus Decker, 14.10.10 M\u00fcnster, Osnabr\u00fcck, T\u00fcbingen &#8211; das sind die Universit\u00e4ten, die in Zukunft Imame und islamische Religionslehrer ausbilden. Muslimische Verb\u00e4nde wie die Ditib lehnt den Studiengang entschieden ab. Es mangele an anerkannten Ausbildungswegen. 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