{"id":1514,"date":"2010-10-14T09:21:13","date_gmt":"2010-10-14T07:21:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.turkishforum.com.tr\/de\/content\/?p=1514"},"modified":"2014-01-01T22:22:22","modified_gmt":"2014-01-01T20:22:22","slug":"rezension-die-multikulturelle-gesellschaft-in-der-sackgasse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.turkishnews.com\/de\/content\/2010\/10\/14\/rezension-die-multikulturelle-gesellschaft-in-der-sackgasse\/","title":{"rendered":"Rezension: Die multikulturelle Gesellschaft in der Sackgasse?"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1520\" title=\"021.236.320\" src=\"https:\/\/www.turkishnews.com\/de\/content\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/021.236.320.jpg\" alt=\"\" width=\"170\" height=\"252\" \/><\/p>\n<p>Rezension_Kurzfassung<br \/>\n<strong> Conermann, Stephan (Hg.)2009: Die multikulturelle Gesellschaft in der Sackgasse? Europ\u00e4ische, amerikanische und asiatische Perspektiven. Institut f\u00fcr Orient- und Asienwissenschaften.<\/strong> Bonner Asienstudien, Bd. 3. 234 S. EB-Verlag, Berlin, ISBN 978-3-936912-56-2.<br \/>\nWie geht man mit der Vielfalt der Kulturen um? Ist das ein Problem? Welche Beispiele f\u00fcr den Umgang mit fremden Kulturen und Vielfalt gibt es? Wie sieht es in  L\u00e4ndern wie Deutschland, Niederlande, Kanada, USA, Indonesien, der T\u00fcrkei und Indien aus?  Welche Ma\u00dfnahmen oder Anstrengungen werden unternommen? Diese und \u00e4hnliche Fragen werden in dem von Stephan Conermann herausgegebenen Sammelband zusammen mit weiteren Autoren wie Bekim Agai, Tilman Schiel, Rainer Gei\u00dfler, Sabine Sielke, Rosemarie Sackmann und Eif-Esra Senel untersucht.<br \/>\nDer vorliegende Sammelband ist aus einer Ringvorlesung am Institut f\u00fcr Orient- und Asienwissenschaften (IOA) der Rheinischen Friedrich-Wilhelm-Universit\u00e4t zu Bonn im Sommersemester 2006 hervorgegangen.<br \/>\nDie Autoren sind sich bewusst, dass mit der Ver\u00f6ffentlichung lediglich Facetten des hochgradig komplexen Themengebietes vorgestellt werden k\u00f6nnen. Die Autoren stellen die bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnisse zu den Themen Migration, Integration und Identit\u00e4t auf lokaler wie nationaler Ebene vor. Allerdings, so Conermann, \u201em\u00fcssen die Befunde erweitert, ausdifferenziert, regelm\u00e4\u00dfig \u00fcberpr\u00fcft, auf die lokale Ebene projiziert und gleichzeitig in einen internationalen Kontext gestellt werden. Letzteres strebt nicht zuletzt dieser Band an.\u201c (S. 19)<\/p>\n<p>Die Autoren weisen auf viele wichtige Diskussionspunkte hinweisen.<br \/>\nAus dem Beitrag von Elif-Esra Senel k\u00f6nnen die neuesten Erkenntnisse von Psychotherapeuten, Psychologen und Soziologen best\u00e4tigt werden, wonach einfach ausgedr\u00fcckt: Die Schule die Andersartigkeit ausl\u00e4ndischer Sch\u00fcler und die Eltern das \u201eDeutschsein\u201c ihrer Kinder nicht begriffen haben. In der Schule wurden die Kinder im Denken \u201eDeutsche\u201c und blieben \u201eim F\u00fchlen\u201c jedoch gesamtgesellschaftlich wie im Elternhaus \u201eT\u00fcrken\/Griechen\/Kurden etc.\u201c \u2013 sprich \u201eAusl\u00e4nder\u201c.<br \/>\nAus Senels Beitrag wird theoretisch deutlich, was praktisch schon seit langem evident ist: Die Ursachen f\u00fcr Ungleichheit wurden und werden auch nach wie vor nicht an den strukturellen Bedingungen in der Schule gesehen (\u201edon\u00b4t change the running system\u201c), sondern an den Sch\u00fclern und Eltern selbst. Die Anpassungsleistungen haben die Migranten selbst zu erbringen. Eine gesamtgesellschaftliche \u00dcbernahme der Verantwortung zur bildungspolitischen Integration erfordert jedoch nach wie vor aus Sicht vieler P\u00e4dagogen eine Aufhebung der strukturellen Benachteiligung in den Schulen.<br \/>\nDieser strukturellen Benachteiligung kann mittels der Einf\u00fchrung des Unterrichtens bspw. in Islamkunde \/ islamischer Unterweisung insoweit begegnet werden, als dass die Kinder und Jugendlichen \u201emit ihren Gef\u00fchlen\u201c dort abgeholt werden, wo sie besonders emotional gepr\u00e4gt werden: im Bereich der Religion. Hier hat Deutschland einen strukturellen und gleichsam identit\u00e4tsstiftenden Schachzug geleistet.<\/p>\n<p>Diese Vorgehensweise f\u00f6rdert neue demokratische Leitlinien, die auch gesamtgesellschaftlich diskutiert werden (sollen). In Deutschland ist dieser Diskussionsprozess voll im Gange. Es ist ein Prozess, in dem Ausl\u00e4nder wie Deutsche gemeinsam zur Schaffung und Erhaltung von Frieden und V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung ihren Beitrag leisten.<br \/>\nDieser Diskussionsprozess scheint, wie im Beitrag von Sackmann \u00fcber die Niederlande hingewiesen wird, erst noch notwendigerweise durchzuf\u00fchren sein. Nicht nur in den Niederlanden ist die Suche  nach neuen politischen Konzepten zur Bew\u00e4ltigung der Identit\u00e4tskonflikte in einer multikulturellen Gesellschaft notwendig, um die Frage neu zu kl\u00e4ren, wer dazu geh\u00f6ren darf oder nicht.<br \/>\nDie L\u00e4nderbeispiele verdeutlichen, wie Conermann in seiner Einleitung hervorhebt, dass lokale Ergebnisse transkulturell verglichen werden sollten. Hier stehen wir tats\u00e4chlich erst noch am Anfang einer inter- und transkulturellen \u201eBegegnungs-Reise\u201c in der Wissenschaft, Politik , Wirtschaft und Bildung.<\/p>\n<p>Askim M\u00fcller-Bozkurt, Kerpen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rezension_Kurzfassung Conermann, Stephan (Hg.)2009: Die multikulturelle Gesellschaft in der Sackgasse? Europ\u00e4ische, amerikanische und asiatische Perspektiven. Institut f\u00fcr Orient- und Asienwissenschaften. Bonner Asienstudien, Bd. 3. 234 S. EB-Verlag, Berlin, ISBN 978-3-936912-56-2. Wie geht man mit der Vielfalt der Kulturen um? Ist das ein Problem? Welche Beispiele f\u00fcr den Umgang mit fremden Kulturen und Vielfalt gibt es? 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