{"id":1280,"date":"2010-10-01T09:31:04","date_gmt":"2010-10-01T07:31:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.turkishforum.com.tr\/de\/content\/?p=1280"},"modified":"2010-10-01T09:31:04","modified_gmt":"2010-10-01T07:31:04","slug":"pressemitteilung-der-bertelsmann-stiftung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.turkishnews.com\/de\/content\/2010\/10\/01\/pressemitteilung-der-bertelsmann-stiftung\/","title":{"rendered":"Pressemitteilung der Bertelsmann Stiftung"},"content":{"rendered":"<p><strong>Pressemitteilung der Bertelsmann Stiftung im Zuge der Sarrazin Debatte zur Integration<\/strong><\/p>\n<p>G\u00fctersloh, 23.09.2010<\/p>\n<p>&#8220;Deutschland schafft sich NICHT ab&#8220; Faktencheck der Bertelsmann Stiftung zur Integration von Migranten<\/p>\n<p>Seit Erscheinen des umstrittenen Buches von Thilo Sarrazin, &#8222;Deutschland schafft sich ab&#8220;, diskutiert die \u00d6ffentlichkeit \u00fcber die vermeintlich wenig gelungene Integration von Zuwanderern. Auch wenn zahlreiche Integrationsaufgaben noch nicht gel\u00f6st sind, erweisen sich viele der behaupteten Tatsachen lediglich als langlebige Vorurteile und Legenden, wie der folgende Faktencheck der Bertelsmann Stiftung beweist.<br \/>\nVorurteil 1: Die Integrationspolitik der Vergangenheit ist gescheitert<\/p>\n<p>Das sieht die Bev\u00f6lkerung anders: Alteingesessene und Zuwanderer gleicherma\u00dfen sind mit der Integrationspolitik der letzten Jahre weitgehend zufrieden und blicken recht zuversichtlich in die Zukunft der Integration und Integrationspolitik. Von einer Verbesserung der Integrationspolitik in den vergangenen Jahren sprechen 50 Prozent aller Befragten. Etwa ebenso viele erwarten k\u00fcnftig weitere Verbesserungen. Lediglich zehn bis 15 Prozent der Befragten sehen eine Verschlechterung (Jahresgutachten des Sachverst\u00e4ndigenrates deutscher Stiftungen f\u00fcr Integration und Migration 2010). mehr &#8230;<\/p>\n<p>Vorurteil 2: Das Klima zwischen Deutschen und Migranten wird immer schlechter und angespannter<br \/>\nIm Gegenteil: Insgesamt herrscht in Deutschland auf beiden Seiten der Einwanderungsgesellschaft ein freundliches Integrationsklima. Das Integrationsbarometer des Sachverst\u00e4ndigenrats der deutschen Stiftungen f\u00fcr Integration und Migration zeigt, dass in allen Bereichen des Zusammenlebens Migranten wie die angestammte Bev\u00f6lkerung die Beziehungen positiv bewerten. Die h\u00f6chsten Bewertungen erfahren dabei die sozialen Beziehungen gefolgt vom Integrationsklima am Arbeitsplatz und schlie\u00dflich in der Nachbarschaft. Die Bewertungen fallen bei Migranten leicht positiver aus als bei der Mehrheitsbev\u00f6lkerung. mehr &#8230;<\/p>\n<p>Beim Thema Toleranz schneidet Deutschland zudem bei den European Lifelong Learning Indicators (ELLI) der Bertelsmann Stiftung im europ\u00e4ischen Vergleich gut ab. mehr &#8230;<\/p>\n<p>Vorurteil 3: Die Interessen der Ausl\u00e4nder werden zu stark ber\u00fccksichtigt<br \/>\nWeniger als ein Drittel (30 Prozent) der deutschen Staatsb\u00fcrger glauben, dass die Interessen der Ausl\u00e4nder in Deutschland zu stark ber\u00fccksichtigt werden. Die Mehrheit meint dagegen, die Interessen w\u00fcrden gerade richtig ber\u00fccksichtigt (44 Prozent); 17,1  Prozent erkl\u00e4ren sogar, zu wenig (Demokratie-Studie Forschungsgruppe Wahlen 2009 im Auftrag der Bertelsmann Stiftung &#8211; Zahlen bisher unver\u00f6ffentlicht). mehr &#8230;<\/p>\n<p>Vorurteil 4: Die Migranten sind f\u00fcr ihre Integration selbst verantwortlich, sie m\u00fcssen sich mehr darum bem\u00fchen<br \/>\nDass beide Seiten gleicherma\u00dfen f\u00fcr eine gelungene Integration verantwortlich sind, dessen sind sich sowohl Zuwanderer als auch Alteingesessene bewusst: In einer Umfrage des Sachverst\u00e4ndigenrates deutscher Stiftungen f\u00fcr Migration und Integration von 2010 beantworteten rund 62 Prozent in beiden Gruppen, dass beide Seiten f\u00fcr Integration verantwortlich seien. mehr &#8230;<\/p>\n<p>Vorurteil 5: Migranten haben kein Verh\u00e4ltnis zur Demokratie oder verachten sie sogar<br \/>\nMigranten stimmen der Demokratie in Deutschland fast ebenso sehr zu wie die deutschst\u00e4mmige Bev\u00f6lkerung. Nach einer Studie der Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag der Bertelsmann Stiftung aus dem Jahr 2009 sagen 70 Prozent der Migranten &#8222;Ja&#8220; zur Demokratie, unter der deutschst\u00e4mmigen Mehrheitsbev\u00f6lkerung sind dies 78 Prozent. Die Zustimmung zur Demokratie der Migranten w\u00e4chst dabei mit Aufenthalts- und Lebensdauer in Deutschland an. mehr &#8230;<\/p>\n<p>Vorurteil 6: Vor allem Muslime sind in religi\u00f6sen und politischen Fragen besonders intolerant<br \/>\nDie in Deutschland lebenden Muslime sind im Durchschnitt zwar religi\u00f6ser als die \u00fcbrigen Einwohner, aber gleichwohl in religi\u00f6sen und politischen Fragen nicht weniger tolerant. Nach den Ergebnissen des Religionsmonitors der Bertelsmann Stiftung aus dem Jahr 2008 erkl\u00e4ren unter den religi\u00f6sen Muslimen hierzulande 67 Prozent, dass jede Religion einen wahren Kern hat und 86 Prozent, man solle offen gegen\u00fcber allen Religionen sein. Nur sechs Prozent finden dies nicht. Lediglich 24 Prozent der religi\u00f6sen Muslime denkt, dass vor allem ihre eigene Religion besonders recht hat. F\u00fcr nur 16 Prozent der hier lebenden Muslime hat ihre Religion eine Auswirkung auf ihre politische Einstellung. Dies sagen aber auch 18 Prozent der deutschen Mehrheitsbev\u00f6lkerung.<br \/>\nmehr &#8230;<\/p>\n<p>Vorurteil 7: Die Migranten glauben selbst nicht an eine gute Zukunft in Deutschland<br \/>\nFalsch: Die Zuwanderer in Deutschland schauen mit Zuversicht in das kommende Jahrzehnt. 53 Prozent von ihnen glauben mit Blick auf die n\u00e4chsten zehn Jahre an eine gute Zukunft in der Bundesrepublik, bei den unter 25-J\u00e4hrigen sind es sogar 70 Prozent. Besonders zuversichtlich sind demnach Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion: 63 Prozent von ihnen blicken optimistisch in die Zukunft, bei Menschen mit t\u00fcrkischer Abstammung sind es mit 45 Prozent etwas weniger. Trotz der insgesamt positiven Zukunftseinsch\u00e4tzung f\u00fcrchtet allerdings mehr als ein Drittel (37 Prozent) aller Befragten, dass die Spannungen zwischen Deutschen und Zuwanderern zunehmen werden. (Quelle: Repr\u00e4sentative Umfrage der Bertelsmann Stiftung durchgef\u00fchrt vom Institut f\u00fcr Demoskopie in Allensbach 2009) mehr &#8230;<\/p>\n<p>Vorurteil 8: Die Migranten f\u00fchlen sich in Deutschland nicht wohl<br \/>\nDie \u00fcberwiegende Mehrheit der Migranten f\u00fchlt sich in Deutschland wohl. Nach einer Umfrage der Bertelsmann Stiftung in 2009 sagen dies 69 Prozent der Migranten. Die \u00fcberwiegende Mehrheit empfindet sich auch als Teil der deutschen Gesellschaft, lediglich f\u00fcr f\u00fcnf Prozent gilt dies nicht. Nach der Erhebung des Integrationsbarometers des Sachverst\u00e4ndigenrats der deutschen Stiftungen f\u00fchlen sich 60 Prozent der Migranten hierzulande sehr wohl, weitere 35 Prozent eher wohl. Dies entspricht ziemlich genau der Zufriedenheit der \u00fcbrigen hier lebenden Deutschen. mehr &#8230;<\/p>\n<p>Vorurteil 9: Migranten m\u00f6chten mit den Deutschen nichts zu tun haben<br \/>\nEine \u00fcberw\u00e4ltigende Mehrheit der Migranten w\u00fcnscht sich nach einer Umfrage des Instituts Allensbach im Auftrag der Bertelsmann Stiftung von 2009 einen engen sozialen Kontakt zur deutschen Mehrheitsbev\u00f6lkerung. Lediglich 3,5 Prozent m\u00f6chten mit den &#8222;Deutschen&#8220; nichts zu tun haben. Unter den t\u00fcrkischst\u00e4mmigen Migranten sind es ebenfalls nur 6,1 Prozent, unter Menschen polnischer Abstammung nur 1,6 Prozent. Dieser Wunsch wird auch im Alltag sehr h\u00e4ufig realisiert. So feiern 82 Prozent der Migranten Feste mit Deutschen, nur 17 Prozent tun dies nicht (unter den T\u00fcrkischst\u00e4mmigen praktizieren 76 Prozent gemeinsame Feiern). mehr &#8230;<\/p>\n<p>Vorurteil 10: Deutschst\u00e4mmige Kinder f\u00fchlen sich in ihren Klassen angesichts der Vielzahl der ausl\u00e4ndischen Mitsch\u00fcler nicht mehr wohl<br \/>\nZwei Drittel der Erstkl\u00e4ssler deutscher Herkunft finden es v\u00f6llig normal, Mitsch\u00fcler mit anderen ethnischen Wurzeln zu haben. Durchschnittlich 60 Prozent der Erstkl\u00e4ssler haben einen Freund oder eine Freundin anderer ethnischer Herkunft. Bei den Kindern von Migranten sind es sogar 72 Prozent. Freundschaften zwischen den Kulturen sind in diesem Alter eher die Regel als die Ausnahme: Die Zahl der Freundschaften ist umso h\u00f6her je mehr Kinder von Ausl\u00e4ndern in der Klasse sind (Studie unter der Leitung des Bildungsforschers Heinz Reinders von der Universit\u00e4t W\u00fcrzburg mit knapp 1.000 Grundschulkindern aus Bayern und Hamburg). mehr &#8230;<\/p>\n<p>Vielen Dank f\u00fcr Ihr Interesse. Wie immer freuen wir uns \u00fcber R\u00fcckmeldungen.<\/p>\n<p>J\u00fcrgen Schlicher und das ganze Diversity-Works Team<\/p>\n<p>Diversity Works<br \/>\nIm Niederfeld 7<br \/>\n47259 Duisburg<br \/>\nTel: 0203 \/ 60 49 548<br \/>\ninfo@diversity-works.eu<br \/>\nwww.diversity-works.eu<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pressemitteilung der Bertelsmann Stiftung im Zuge der Sarrazin Debatte zur Integration G\u00fctersloh, 23.09.2010 &#8220;Deutschland schafft sich NICHT ab&#8220; Faktencheck der Bertelsmann Stiftung zur Integration von Migranten Seit Erscheinen des umstrittenen Buches von Thilo Sarrazin, &#8222;Deutschland schafft sich ab&#8220;, diskutiert die \u00d6ffentlichkeit \u00fcber die vermeintlich wenig gelungene Integration von Zuwanderern. 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