{"id":1098,"date":"2010-09-14T20:14:10","date_gmt":"2010-09-14T18:14:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.turkishforum.com.tr\/de\/content\/?p=1098"},"modified":"2014-01-01T22:10:36","modified_gmt":"2014-01-01T20:10:36","slug":"forderung-der-bilingualen-lesekompetenz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.turkishnews.com\/de\/content\/2010\/09\/14\/forderung-der-bilingualen-lesekompetenz\/","title":{"rendered":"F\u00f6rderung der Bilingualen Lesekompetenz"},"content":{"rendered":"<p><strong>Kurzvorstellung des Projektes: <\/strong><strong>F\u00f6rderung der Bilingualen <\/strong><strong>Lesekompetenz von Kindern <\/strong><strong>mit Migrationshintergrund<\/strong><\/p>\n<p><strong>(F\u00f6rBiLes)<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>Hintergrund:<\/strong><\/p>\n<p>In NRW haben fast 30% der 15 J\u00e4hrigen Sch\u00fcler einen Migrationshintergrund<sup>1<\/sup>. Der Anteil an Sch\u00fclern mit Migrationshintergrund liegt in Essen bei 30,6%<sup>2<\/sup>. Nahezu die H\u00e4lfte dieser Jugendlichen hat einen t\u00fcrkischen Migrationshintergrund. Der Schulerfolg, gemessen an dem Anteil Gymnasiasten ist bei den verschiedenen Migrantengruppen sehr unterschiedlich und ist bei t\u00fcrkischst\u00e4mmigen Kindern etwa um den Faktor 3 schlechter als bei den einheimisch Deutschen Kindern<sup>2<\/sup>. Ein Gro\u00dfteil der Sch\u00fcler aus den weniger erfolgreichen Migrantengruppen verl\u00e4sst die Schule ohne einen Abschluss.<\/p>\n<p><sup>1<\/sup>PISA, 2005<\/p>\n<p><sup>2<\/sup>(Daten aus Quantita 2007, Ministerium f\u00fcr Schule und Weiterbildung des Landes NRW, Statistik-Referat)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1099\" src=\"https:\/\/www.turkishnews.com\/de\/content\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/forbiles.jpg\" alt=\"\" width=\"585\" height=\"1027\" srcset=\"https:\/\/www.turkishnews.com\/de\/content\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/forbiles.jpg 583w, https:\/\/www.turkishnews.com\/de\/content\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/forbiles-171x300.jpg 171w\" sizes=\"auto, (max-width: 585px) 100vw, 585px\" \/><\/p>\n<p>F\u00fcr diese Fehlentwicklung gibt es sicherlich verschiedene Gr\u00fcnde. Insbesondere scheint aber hierf\u00fcr die Herkunft des Elternhauses ma\u00dfgebend zu sein. Die Mehrheit der in Deutschland lebenden t\u00fcrkischen Bev\u00f6lkerung besteht traditionell, aufgrund der damaligen Anwerbebedingungen, haupts\u00e4chlich aus bildungsfernen Arbeiterschichten. Besonders ausgepr\u00e4gt ist hier eine St\u00f6rung der allgemeinen Sprachentwicklung, die zu der sogenannten Halbsprachigkeit\u00a0 f\u00fchrt. Die Anzahl der benutzten W\u00f6rter, auch in der Familiensprache, ist sehr begrenzt und liegt weit unter denen gleichaltriger Kinder aus der Deutschen Vergleichsgruppe.<\/p>\n<p><strong>Inhalt des Projektes:<\/strong><\/p>\n<p>Aufgrund des oben beschriebenen Ist-Zustandes kam die RAA\/B\u00fcro f\u00fcr interkulturelle Arbeit auf den Lehrerverein und Elternverband zu und skizziert eine Projektidee, die F\u00f6rderung der Lesekompetenz der Kinder, die am MSU Unterricht teilnehmen. Wir haben diese Idee begr\u00fc\u00dft und legen nun das gemeinsame Konzept\u00a0 zur Realisierung der Ziele vor. Ein prim\u00e4res Ziel der F\u00f6rderung von Kindern mit Migrationshintergrund sollte daher die St\u00e4rkung der Sprach- und Lesekompetenz sein.<\/p>\n<p>Um die Sprach- und Lesekompetenz und somit die Kompetenzen im Deutschunterricht und folglich dann den Erfolg in den \u00fcbrigen F\u00e4chern zu steigern ist aber eine integrierte Elternarbeit unbedingt notwendig. Gerade f\u00fcr die Lesef\u00f6rderung von Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern im Grundschulbereich ist es wichtig im Elternhaus eine Lesesozialisation zu etablieren. Und hierf\u00fcr ist die F\u00f6rderung und Forderung der Eltern ein entscheidendes Kriterium f\u00fcr den Erfolg. Daher steht die diesbez\u00fcgliche F\u00f6rderung der Eltern bei den obligatorisch stattfindenden Elternabenden ein wichtiges Instrumentarium um die Bildungs- und Entscheidungskompetenz der Eltern zu st\u00e4rken. Die \u201eLesef\u00f6rderung\u201c wird bei den monatlich stattfindenden Elternabenden zum zentralen Thema.<\/p>\n<p>In den Elternabenden werden folgende Themen auf die Tagesordnung gesetzt:<\/p>\n<p>&#8211; Leseanregungen f\u00fcr Eltern<\/p>\n<p>&#8211; Lesefreude durch angemessene Wohnraumgestaltung<\/p>\n<p>&#8211; Empfehlungskriterien f\u00fcr \u201egute B\u00fccher\u201c<\/p>\n<p>&#8211; Vorlesen lernen<\/p>\n<p>&#8211; Einladung von Buchh\u00e4ndlern, Bibliothekarinnen<\/p>\n<p>&#8211; Autorenlesungen<\/p>\n<p>&#8211; Leseabende in der die Kinder den Eltern\/Gro\u00dfeltern\/Familienmitgliedern vorlesen<\/p>\n<p>&#8211; Leseabende in die Eltern\/Gro\u00dfeltern den Kindern vorlesen<\/p>\n<p>Zielgruppe des Projektes:<\/p>\n<p>Kinder der 3. und 4. Klassen die HSU T\u00fcrkisch teilnehmen. (In der Primarstufe). Pro Schule werden 6 Kinder aus den 3. Klassen und 6 Kinder aus den 4. Klassen (12 Kinder pro Schule) aufgrund Ihrer Lesef\u00e4higkeiten von HSU und Deutschlehrer ausgesucht. Diese Sch\u00fcler werden neben der schulischen F\u00f6rderung zus\u00e4tzlich \u00fcber studentische Honorarkr\u00e4fte in ihrer Lesekompetenz gef\u00f6rdert. Die Koordination dieser Aufgaben \u00fcbernimmt der Lehrerverein.<\/p>\n<p>Das Projekt soll in 11 ausgew\u00e4hlten Schulen durchgef\u00fchrt werden. Somit ergeben sich 12&#215;11 = 132 Kinder.<\/p>\n<p>Die Kinder werden nur dann in die F\u00f6rderung aufgenommen, wenn die Eltern gleichzeitig zustimmen an den regelm\u00e4\u00dfigen Elternabenden teilzunehmen(gem\u00e4\u00df Aufnahmekriterien).<\/p>\n<p>Somit w\u00fcrden mindestens 132 Elternteile regelm\u00e4\u00dfig an den monatlich durchzuf\u00fchrenden obligatorischen Elternseminaren teilnehmen. In jeweils zwei Gruppen (ca. 65 Eltern pro Gruppe) f\u00fcr die 3. und 4. Klassen.<\/p>\n<p><strong>Ziele des Projektes:<\/strong><\/p>\n<p>Das Ziel unseres Projektes ist<\/p>\n<p><strong>1) <\/strong><strong>die Erh\u00f6hung des Wortschatzes in T\u00fcrkisch und Deutsch<\/strong><\/p>\n<p><strong>2) <\/strong><strong>die F\u00f6rderung der Sprachkompetenz<\/strong><\/p>\n<p><strong>3) <\/strong><strong>die F\u00f6rderung der Lesekompetenz<\/strong><\/p>\n<p><strong>4) <\/strong><strong>die F\u00f6rderung der Selbstdarstellung durch \u00f6ffentliches Auftreten<\/strong><\/p>\n<p><strong>5) <\/strong><strong>die Unterst\u00fctzung der Eltern in\u00a0 Erziehungs- und Bildungsangelegenheiten<\/strong><\/p>\n<p><strong>6) <\/strong><strong>die F\u00f6rderung der Bildungsbeteiligung von Eltern<\/strong><\/p>\n<p><strong>7) <\/strong><strong>die gesellschaftliche Partizipation von Eltern mit Migrationshintergrund in Schulen<\/strong><\/p>\n<p><strong>8) <\/strong><strong>die Steigerung des Anteils gymnasialer Empfehlungen.<\/strong><\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich profitieren die Lehramtsstudenten der Universit\u00e4t Duisburg von dem Projekt indem Sie sich Kompetenzen au\u00dferhalb der Universit\u00e4t f\u00fcr Ihre sp\u00e4tere berufliche Arbeit mit Sch\u00fclern und deren Eltern erwerben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Beteiligte am Projekt:<\/strong><\/p>\n<p>Lehrerverein Ruhr e.V., Elternverband Ruhr e.V., RAA-Essen, Universit\u00e4t Duisburg Essen (Fachbereich Turkistik), 11 Essener Grundschulen in sogenannten Brennpunkten.<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>Ansprechpartner:<\/strong><\/p>\n<p>Celal Aydemir, Lehrerverein Ruhr (celal.aydemir@yahoo.de)<br \/>\nDr. Ali Sak, Elternverband Ruhr (alisak@arcor.de)<br \/>\nKadir Akyazi, RAA-Essen, Lehrerverein Ruhr (kadakya@googlemail.com)<br \/>\nBerrin Kapyapar, RAA-Essen, (berrin.kapyapar@raa-interkulturellesbuero.essen.de)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kurzvorstellung des Projektes: F\u00f6rderung der Bilingualen Lesekompetenz von Kindern mit Migrationshintergrund (F\u00f6rBiLes) Hintergrund: In NRW haben fast 30% der 15 J\u00e4hrigen Sch\u00fcler einen Migrationshintergrund1. 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