Einladung zur Lesung mit Dogan Akhanli und Sarah Nakic, 19.10., 19.30 Uhr in Lerverkusen

Leverkusen, 19. 10.2011, 19.30 h
„Die Richter des Jüngsten Gerichts“
Dogan Akhanli & Sarah Nakic

 

Im Zentrum von Dogan Akhanlis Roman DIE RICHTER DES JÜNGSTEN GERICHTS steht der bis heute vielfach geleugnete Völkermord an den Armeniern (1915/1916). Der heute in Köln lebende Autor schrieb das Werk vor dem Hintergrund seiner eigenen politischen Verfolgung nach dem Militärputsch in den 80er Jahren. Rahmenhandlung ist die Geschichte eines jungen Mannes, der mit Frau und Kind kurz nach dem Militärputsch untergetaucht ist. Ein väterlicher Freund, Ümit Bey, nimmt ihn mit auf eine Reise in die Zeit des Ersten Weltkriegs. Dabei wechselt Ümit, der Märchenerzähler, ständig die Perspektive. Ein teils poetisches, teils bitter-satirisches Bild der türkischen Geschichte im Zeichen des Völkermords an den Armeniern.

 

Die jüngste Verhaftung Akhanlis im August 2010 löste in Köln und bundesweit eine enorme Solidarität aus, die wesentlich dafür sorgte, dass er im Dezember aus dem Gefängnis entlassen wurde. Seit zwanzig Jahren lebt Akhanli als freier Schriftsteller in Köln.

Musik und Rezitation: Sarah Nakic

Rezitation: Dogan Akhanli

 

Ort: im Arbeitslosenzentrum & mehr in Leverkusen

Schulstrasse 5, Leverkusen / Wiesdorf

Der Völkermord an den Armeniern und die deutsche Öffentlichkeit

Der Völkermord an den Armeniern
und die deutsche Öffentlichkeit

Der Völkermord an den Armeniern ereignete sich während des
Ersten Weltkriegs unter Verantwortung der jungtürkischen
Regierung des Osmanischen Reichs. Einem der ersten
systematischen Genozide des 20. Jahrhunderts fielen bei
Massakern und Todesmärschen zwischen 1915 und 1916 nach
türkischen Angaben 300.000, nach armenischen Schätzungen
mehr als 1,5 Millionen Menschen zum Opfer.

2005 hat der Deutsche Bundestag eine Rolle des Deutschen
Reiches bei diesen Ereignissen einstimmig anerkannt.
Tatsächlich könnte eine breite gesellschaftliche Debatte über die
Rolle des Deutschen Reichs bei der Vertreibung und Vernichtung
der Armenier auch zu einer Vertiefung der Debatte in der Türkei
selbst beitragen – ohne die Türkei aus ihrer tragenden
Verantwortung zu entlassen.

Auch wenn sich zivilgesellschaftliche Kreise in der Türkei
inzwischen mehr und mehr mit dem Genozid auseinandersetzen,
gilt dies bis heute nicht für die offizielle Politik.
Wissenschaftler/innen und Schriftsteller/innen, die sich mit
diesem Teil der türkischen Geschichte auseinandersetzen
wollen, müssen öffentliche Diffamierung befürchten.

Podiumsdiskussion mit

Hans-Lukas Kieser, Historiker

Marieluise Beck, MdB, Bündnis 90/Die Grünen (angefragt)

Dogan Akhanli, Schriftsteller

Raffi Kantian, Deutsch-Armenische Gesellschaft

Moderation: Ulli Dufner, Büroleiterin, Heinrich-Böll-Stiftung
Istanbul

Datum: Donnerstag, 22. September 2011, 20.00 – 21.30 Uhr

Ort: Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstraße 8, Berlin-Mitte

Anmeldung: http://www.boell.de/calendar/VA-genform-
de.aspx?evtid=10140

Quelle: Nützliche Nachrichten 7-8/2011

Solidaritätsveranstaltung für Dogan Akhanli

Solidaritätsveranstaltung zur Freilassung des Menschenrechtlers und Schriftstellers Dogan Akhanli

Liebe Freunde und Kollegen, sehr geehrte Damen und Herren,
seit dem 10. August 2010 befindet sich der Kölner Schriftsteller und Menschenrechtler Dogan Akhanl? in der Türkei in Haft ? zu Unrecht!

Für eine sofortige Freilassung Akhanlis haben sich unter anderem ausgesprochen: Günter Grass, Edgar Hilsenrath, Yasar Kemal, Zülfü Livaneli, Orhan Pamuk und Mikis Theodorakis.Dogan-Akhanli-Flugblatt-31.10.Soli-web

Am 31. Oktober findet im Forum der VHS im Museum am Neumarkt/Köln unter dem Motto ?
Kölner Autoren und Autorinnen lesen für die Freiheit?
um 18:00 Uhr eine Solidaritätsveranstaltung statt mit

Günter Wallraff, Navid Kermani, Renan Demirkan, Lale Akgün, Fatih Cevikkollu und Tanya Ury.

Für den musikalischen Rahmen sorgt Mehmet Akbas und seine Band.

Veranstalter sind das Kölner Literaturhaus in Kooperation mit dem NS-Dokumentationszentrum, das KulturForum Türkei-Deutschland (u.W.) sowie die Heinrich-Böll-Stiftung.

Wir laden Euch/Sie herzlich ein, sich über den aktuellen Stand zu informieren und Eure/Ihre Solidarität zu bekunden.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Homepage www.das-kulturforum.de[http://www.das-kulturforum.de] und demnächst außerdem auf der eigenen Website, die gerade erarbeitet wird: www.gerechtigkeit-fuer-dogan-akhanli.de

Der Eintritt ist frei. Eine Voranmeldung ist nicht nötig, allerdings sollten Sie rechtzeitig dort sein, weil der Andrang groß sein wird.

Solidarische Grüße
Lale Konuk
Interkulturelle Beratung, Kommunikation und Organisation Brüsseler Platz 18 50674 Köln
lale.konuk@web.de
Tel. 0221.16866122

Akhanli ab Dezember in der Türkei vor Gericht

29. September 2010

Deutscher Autor ab Dezember in Türkei vor Gericht

Der türkischstämmige deutsche Autor Dogan Akhanli muss sich vom 8. Dezember an in Istanbul vor Gericht verantworten. Das zuständige Gericht in der türkischen Metropole habe diesen Termin jetzt festgelegt, teilte Akhanlis Anwalt Haydar Erol am Mittwoch auf Anfrage mit. Akhanli wird eine Beteiligung an einem bewaffneten Raubüberfall mit Todesfolge vorgeworfen. Er weist die Vorwürfe zurück.

Quelle: http://www.stern.de/news2/aktuell/deutscher-autor-ab-dezember-in-tuerkei-vor-gericht-1608776.html

Anklage fordert Höchststrafe für deutschen Autor

9.9.2010
Türkei
Anklage fordert Höchststrafe für deutschen Autor

Der in der Türkei verhaftete Kölner Autor Dogan Akhanli soll nun in Istanbul auch wegen eines politisch motivierten Verbrechens vor Gericht gestellt werden. Sein Anwalt spricht von einer späten Abrechnung des Staates mit der politischen Linken.
Der türkischstämmige deutsche Autor Dogan Akhanli. Foto: Raimond Spekking / Wikimedia Commons / CC-BY-SA-3.0 & GFDL
Istanbul –

Der zuständige Staatsanwalt habe eine Anklage wegen Raubs und Totschlags um den Vorwurf ergänzt, Akhanli habe mit den Taten die verfassungsmäßige Ordnung der Türkei ändern wollen, sagte sein Rechtsanwalt Haydar Erol am Mittwoch in Istanbul. Ein Gericht im Istanbuler Stadtteil Besiktas habe die Anklage angenommen, ohne einen Termin für den Prozessbeginn festzulegen.

Der türkischstämmige Autor wird beschuldigt, vor 21 Jahren an einem Raubüberfall auf eine Wechselstube in Istanbul beteiligt gewesen zu sein, bei dem ein Mensch starb. Sein Anwalt erklärte, Zeugenaussagen seien damals konstruiert und unter Folter erpresst worden, um den in der Türkei politisch missliebigen Akhanli hinter Gitter zu bringen. Akhanlis Festnahme sei nun eine späte Abrechnung mit der politischen Linken.

Für Akhanli entlastende Zeugenaussagen seien von der Staatsanwaltschaft ignoriert worden. „Ich habe mit vielem gerechnet, bin aber davon ausgegangen, dass es Grenzen gibt“, zitierte Erol seinen Mandanten. „Ich habe mich getäuscht.“ Die Kölner Organisation „Recherche International“, bei der Akhanli mitarbeitet, sprach von einem „absurden Schauspiel“.

Der Autor, der seit Anfang der 1990er Jahre in Deutschland lebt, die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt und sich unter anderem in der für die Türkei sehr heiklen Armenierfrage engagiert, war Mitte August bei der Einreise in die Türkei verhaftet worden, als er seinen kranken Vater besuchen wollte. Er weist die Vorwürfe der Anklage zurück. (dpa/afp)

Quelle: http://www.fr-online.de/politik/anklage-fordert-hoechststrafe-fuer-deutschen-autor/-/1472596/

4627426/-/view/asFirstTeaser/-/index.html

Autor Akhanli in Türkei wegen Totschlags angeklagt

Autor Akhanli in Türkei wegen Totschlags angeklagt
Mittwoch 01.09.2010

Ein Istanbuler Staatsanwalt hat gegen den türkischstämmigen Autor Dogan Akhanli Anklage wegen Raubs und Totschlags erhoben. Die Anklageschrift sei fertig, sagte Akhanlis Anwalt Haydar Erol in Istanbul.
Der Anwalt wies den Vorwurf zurück, sein in Köln lebender Mandant habe sich vor 21 Jahren an einem Raubüberfall auf eine Wechselstube in Istanbul beteiligt. Er forderte die Freilassung Akhanlis und die Einstellung des Verfahrens.

Der politische Autor, dessen Arbeit in der Türkei und in Deutschland ausgezeichnet worden ist, hat die deutsche Staatsbürgerschaft. Er war nach seiner Flucht nach Deutschland 1991 erstmals wieder in die Türkei gereist. Akhanli wurde am 10. August an einem Flughafen in Istanbul festgenommen. Er hatte seinen kranken Vater besuchen wollen. Nach Auskunft seines Anwaltes wird er in einem Gefängnis in der Provinz Tekirdag festgehalten.

Die Anklage stütze sich auf Zeugenaussagen, von denen eine unter Folter gemacht worden sei, sagte Erol. Der vermeintliche zweite Zeuge – der Sohn des Getöteten – habe später bestritten, Akhanli jemals auf einem Foto identifiziert zu haben. „Dieses Szenario hat die Polizei produziert“, sagte Rechtsanwalt Erol der Nachrichtenagentur dpa in Istanbul. Es handele sich um den Versuch einer späten Abrechnung mit der politischen Linken.

In Deutschland hat es bereits Proteste gegen die Festnahme gegeben. Der Vorwurf des Raubüberfalls sei konstruiert, sagte der Kölner Schriftsteller Günter Wallraff. „Bestimmte Kreise der türkischen Justiz nehmen Rache an einem unbequemen Autor, der seit Jahren den Völkermord an den Armeniern thematisiert“, sagte er.
Der 1957 in der Türkei geborene Autor hatte sich im Buch „Die Richter des jüngsten Gerichts“ mit dem Völkermord an den Armeniern befasst. Sein Roman „Der letzte Traum der Madonna“ (2005) wurde von türkischen Kritikern zu einem der zehn besten des Jahres gekürt. In Deutschland wurden seine Projekte für einen offenen Umgang mit historischer Gewalt und für Versöhnung mehrfach ausgezeichnet.

Quelle: http://www.focus.de/kultur/buecher/literatur-autor-akhanli-in-tuerkei-wegen-totschlags-angeklagt_aid_547773.html