Menschen – Engel – Religionen

Wir laden herzlich ein zur

Jahresausstellung 2009 „Originales zu originellen Preisen von 9 – 999,– Euro“
Menschen – Engel – Religionen
Malerei, Skulptur, Zeichnung, Fotografie, Installation
Ausstellung vom 28.11. – 06.12.2009

9 Künstler stellen 9 Tage in  2009 ihre Werke aus

Claudia Henkel-Wellmann, Rolf Jahn, Bernd Müller, Osvaldo Orias, Anne Rossenbach,
Roland Schriefer, Heidi Schulte-Carstens, Nuray Turan, Karin Euler-Schulze

In Zeiten der Wirtschaftskrise und Rezession ist diese Kunstausstellung ein besonderes Angebot ‚originale Kunst für originelle Preise von 9 – 999 Euro’ zu kaufen. „Menschen, Engel und Religionen“ haben in einer zweitausendjährigen Stadt wie Köln eine besondere Bedeutung.  Die Menschen in Köln sind offen und aufgeschlossen, auch Fremden gegenüber. In Köln leben Menschen aus über 80 Nationen, die Menschen werden in Köln vielfach über 100 Jahre alt, sie leben bildhaft mit Engeln im Alltag und mit einer Vielfalt von Religionen, die in unterschiedlichen Ausprägungen ihrer Gottes- und Gebetshäuser das Stadtbild bereichern.

Neun Künstler haben das Thema „Menschen-Engel-Religionen“ ernsthaft und humorig in unterschiedlichen Stilarten umgesetzt und präsentieren ihre Werke  in  neun Tagen in der GALERIE “ kes-kunst-koeln „.
Um den Besuchern die Vielfalt der ausgestellten Kunstwerke in Malerei, Skulptur, Zeichnung, Fotografie und Installation anschaulich näher zu bringen, führt die Kunsthistorikerin Anne Rossenbach M.A., am Samstag, den 28. November 2009 um 16 Uhr in die Ausstellung ein.

Vernissage:  Samstag, 28. November 2009, 16 Uhr
Einführung:       Anne Rossenbach, Kunsthistorikerin M.A.

Ausstellungsdauer:  28.11. – 06.12.2009
Öffnungszeiten: Mo.-Sa. 14 – 19 Uhr, So. 11-18 Uhr

GALERIE / Atelier:  „kes-kunst-koeln“
GALERIE für zeitgenössische Kunst mit Schwerpunkt
Menschenbilder und Tierdarstellungen


Anfahrt: Longericher Str. 175, 2. Stock,  HANSA-Spedition

Parallel zur Robert-Perthel-Straße

KVB  121 + 140 Haltestelle                                                                          50739 Köln-Bilderstöckchen
Haltestelle Mülhauser Straße                                                                    Parkplätze am Haus: Kleine Toreinfahrt


Kontakt: Karin Euler-Schulze

Tel.      0221 – 79 18 27 / mobil 0171 – 1435379
E-Mail: kes.koeln@t-online.de
Web:    www.kes-kunst-koeln.de/Aktuell <http://www.kes-kunst-koeln.de/Aktuell>



Teilnehmende Künstler

Rolf Jahn –  Zeichnung: 1988 entwickelte Rolf Jahn die künstlerische Technik des „Raldysmus“ . Sie ermöglicht die Bildfindung aus der unbewussten Linie. Raldystische Bilder erzählen Geschichten. Sie bilden jedoch nicht das Äußere ab. Die Figuren und Motive, hierunter finden sich auch Engelbilder, die im raldystischen Prozess aus der Primärlinie entstehen, folgen einer inneren Logik und bieten immer mehrere Lesarten an. Der Betrachter bildet sich seine eigenen Geschichten. Nicht die Persönlichkeit des Künstlers gilt es zu entdecken, sondern sich selbst. Der Künstler ist das Medium. Er öffnet sich seiner Umwelt, nimmt auf und verwandelt das Empfangene, stets bereit, sich selbst zu wandeln und zu entwickeln.
Claudia Henkel-Wellmann- Skulptur: Der Mensch und seine Zustände“ ist das immer wiederkehrende Thema der Tonskulpturen dieser Kölner Bildhauerin. Aus homogenen Tonblöcken, die bildhauerisch bearbeitet werden, entstehen abstrahierte, oft kantige Menschenkörper, die ihre Seeelenzustände offenbaren. Die aktuelle Serie beschäftigt sich mit dem Zustand der Leichtigkeit, des Abhebens, des Wegfliegens.
Roland Schriefer – Fotografie: entwickelt zu einzelnen Themenbereichen fotografische Serien, z.B. das ‚Menschliche Porträt’. Zum anderen sind es Momentaufnahmen, in denen die Themen assoziativ aufgegriffen werden mit der Absicht, den Betrachter ihnen gegenüber zugeneigt zu machen.

Nuray Turan- Malerei: Das Thema der „Braut“ verbildlicht das Thema „Hoffnung“. Ein neuer Lebensabschnitt beginnt und das menschliche Leben gliedert sich traditionell in drei Lebensphasen: Geburt, Hochzeit, Tod. Jedes dieser Ereignisse stellt eine Übergangsphase dar. Die unterschiedlichen Techniken lassen die „Brautbilder“ in Nahsicht oder verschwommener Ferne jedoch als Hoffnungsträger erscheinen. Auch hier schauen die in Feinmalerei ausgeführten Gesichter mit ihren Augen den Betrachter nachdenklich an.

Anne Rossenbach – Collagen: Grundlage jeder Arbeit ist eine frühere Zeichnung oder Studie, die mit verschiedenen Bildmaterialien aus der historischen und zeitgenössischen Kunstkartenproduktion überklebt und übermalt ist. Dabei treten eher zufällige Gemeinsamkeiten auf, die vom Betrachter zu eigenen Geschichten interpretiert werden können.

Bernd Müller – Skulptur, Malerei: Bernd Müller beschäftigt sich mit dem Menschen in den unterschied-lichsten Lebenssituationen. Dieses Er-Leben findet sich in seinen figurativen Plastiken und kubistisch beeinflussten Bildern.

Heidi Schulte-Carstens – Zeichnung: Ausdrucksstarke Menschenbilder, umgesetzt in feinen Strichen aus  Tusche, Sepia und Graphit, zeichnen die sensibel umgesetzten Arbeiten von Heidi Schulte-Carstens aus und zeugen von einer genauen Beobachtung der verschiedenen Kulturen.

Osvaldo Orias – Malerei: Die Collage-Serie von Osvaldo Orias thematisiert die Frage nach dem menschlichen Dasein und den existenziellen Grundfragen des Lebens. Vom Dasein zum Wesen des Menschen. Die Collagen präsentieren die Menschen als Zentralfigur im Bild, aber diese Personen werden fast wie eine Silhouette gemalt, dunkel und geheimnisvoll. Die Silhouette stellt den Menschen im Allgemeinen dar, ohne ein bestimmtes Gesicht und dessen Identität, zu zeigen. Die Stimmung der Bilder ist gefühlvoll und ruhig zugleich und können vom Betrachter frei interpretiert werden.

Karin Euler-Schulze – Skulptur,Druckgrafik,Installation:
Der Mensch und das allzu Menschliche steht im Mittelpunkt ihres künstlerischen Schaffens. Das Thema Liebe und Schutzbedürfnis wird individuell und  humorvoll in Szene gesetzt. Zu dem Thema Religionen hat sie dem Zeitgeist entsprechend, eine typisch kölsche Lösung geschaffen. Der Betrachter findet in den Werken differenzierte Anregungen, um sich von Klischees des Leidens und der Vorurteile zu befreien.

Negative Integration durch Sprachrestriktion

Presseerklärung

Negative Integration durch Sprachrestriktion: Kürzung der türkischsprachigen Sendung des WDR

In den letzten Tagen hört und liest man viel über Türkischverbot an Schulen und sonstigen Institutionen. Kürzlich hat auch das WDR Köln beschlossen eine seit 45 Jahren ausgestrahlte und erfolgreiche türkischsprachige Sendung aus dem Programm zu nehmen. Als Grund werden Sparmaßnahmen genannt. Als Elternverband, welche die Interessen von Eltern mit Migrationshintergrund vertritt sind wir der Meinung, dass Sparmaßnahmen eine solch restriktive und radikale Streichhaltung des WDR nicht rechtfertigt.

Die Nachricht über die Streichung der türkischsprachigen Sendung des WDR hat uns alle zutiefst getroffen. Wir nehmen dies mit äußerster Befremdung zur Kenntnis, nicht nur weil es eine erfolgreiche und beliebte Sendung ist, sondern weil dies ein Rückschritt im Integrationsbemühen des Landes NRW im Besonderen und von Deutschland im Allgemeinen ist. Die benannten ökonomischen Gründe können unserer Einschätzung nach, aufgrund des geringen Anteils dieser Sendung am Gesamtbudget, die Streichung der türkischsprachigen Sendung nicht rechtfertigen. Die gesellschaftlichen Signale und die daraus resultierenden Folgen wären aber, im Vergleich zu dem vernachlässigbaren Sparpotential, verheerend.

Denn dies wäre ein negatives Zeichen der Anerkennung der Werte derjenigen, die sich seit fast 50 Jahren um den Aufbau der Bundesrepublik verdient gemacht haben. Die Streichung fällt, wie Prof. Zehra İpşiroğlu (em. Professorin der Universität Duisburg-Essen) trefflich bemerkt „ausgerechnet in einer Zeit, wo es sich überall in Deutschland herumgesprochen hat, dass die Deutschen zum keinen Volk engeren Beziehungen haben, als zu den Türken.“ Türkisch ist nicht nur eine Sprache, die von einer kleinen Minderheit gesprochen wird. Nein, es ist vielmehr die in Deutschland nach dem Deutschen, die am meisten gesprochene Muttersprache und gehört zu den 15 meist gesprochenen Sprachen auf der Welt und steht bei den Fremdsprachen an 7. Stelle, noch vor Chinesisch (http://de.eu-student.eu/die-20-beliebtesten-fremdsprachen/). In Europa steht das Türkische (9% der Europäischen Bevölkerung) sogar nach Russisch (22%) und Deutsch (12%) an dritter Stelle, noch vor dem Englischen (8%) der am meisten gesprochenen Muttersprachen (http://de.bab.la/nachrichten/die-sprachen-der-welt.html).

Somit hat das Türkische auch eine globale interkulturelle Bedeutung. Kulturelle Angebote in türkischer Sprache dient daher nicht nur der Anerkennung dieser Menschen, nein es ist vielmehr auch eine kulturelle Bereicherung für die hiesige Gesellschaft, in der wir alle gemeinsam leben und uns wohlfühlen sollen und wollen. Sprachenvielfalt, auch wenn es nur Türkisch ist, dient der kulturellen, politischen und gesellschaftlichen Vielfalt und ist damit eine Bereicherung und fördert zudem die Integration. Viele mögen hier einwenden, dass die Nutzung und Förderung der Muttersprachen eher zur Dissoziation als zur Integration führen wird, weil das primäre Ziel, das Erlernen des Deutschen, dadurch verfehlt wird. Wir entgegnen dem und sagen „die Anerkennung und Förderung der Menschen mit Ihrer Sprache, Ihrer Religion und ihrer Kultur schafft ein positives Klima des Miteinanders und ist in dieser Hinsicht als auch aus wissenschaftlicher Sicht förderlich für das Erlernen des Deutschen.“ Denn nur in einem positiven, anerkennenden Umfeld in der Respekt, Achtung und gegenseitige wohlwollende Haltung sind die Menschen bereit aufeinander zuzugehen. Oder können Sie sich erklären warum die Einbürgerungszahlen der Migranten in den letzten Jahren stark rückläufig sind? Selbst aufwendige Einbürgerungskampagnen des Familien- und Integrationsministeriums in NRW können diesen negativen Trend nicht stoppen. Oder können Sie sich erklären warum 38% der türkischstämmigen Akademiker in Deutschland, von denen knapp drei Viertel in der Bundesrepublik geboren wurden, aussagen, sie wollten in die Türkei auswandern. Als Begründung gaben 42% an, in Deutschland fehle ihnen das „Heimatgefühl“. Fast vier Fünftel bezweifelten, „dass in Deutschland eine glaubwürdige Integrationspolitik betrieben wird (nach einer Umfrage des Krefelder Instituts futureorg). Den jungen Akademikern fehlt das Heimatgefühl. „Meine Heimat ist dort, wo meine Freunde sind“. Freunde, die mich mit meiner Sprache, meiner Kultur und meiner Religion akzeptieren und mich achten. Nach 50 Jahren Migrationsgeschichte sollte Deutschland nun endlich bereit sein die „Fremden“ als Freunde zu akzeptieren. Seien wir deshalb zueinander mehr Freund als Fremd.

Mit freundlichen Grüssen

Im Auftrag des Vorstandes

Dr. Ali Sak

Vorsitzender Elternverband Ruhr e.V.
Stellv. Vorsitzender Föderation der Türkischen Elternvereine in NRW e.V.

Kommt Europa aus dem Orient?

Montag, 23. November 2009, 19:30 Uhr

Kommt Europa aus dem Orient?

Warum die Türkei (nicht) in die EU gehört!

Die EU-Beitrittsdebatte beschäftigt Europäer und Türken seit vielen Jahren. Das Jahr 2009 ist für diese Debatte entscheidend, denn im Dezember könnten durch den Europäischen Rat und im Europa-Parlament weichenstellende Entscheidungen getroffen werden.

Referent: NIHAT ÖZTÜRK, Mosaik e.V.